Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Kfz-Zulassung wird Ding der Unmöglichkeit

Nummernschild für den Rhein-Pfalz-Kreis: Wer eins braucht, muss derzeit Geduld mitbringen.
Nummernschild für den Rhein-Pfalz-Kreis: Wer eins braucht, muss derzeit Geduld mitbringen.

Nichts geht mehr, hieß es vergangene Woche bei der Zulassungsstelle des Rhein-Pfalz-Kreises. Das sorgt für großen Ärger bei den Betroffenen.

Wochenlanges Warten auf einen Termin bei der Zulassungsstelle ist für Otto Normalverbraucher im Rhein-Pfalz-Kreis schon seit Längerem die Regel. Die Außenstellen in Dudenhofen und Heßheim sind seit Wochen ganz geschlossen. Nicht besetzte Stellen und längere krankheitsbedingte Ausfälle nannte die Kreisverwaltung zuletzt als Grund für den unbefriedigenden Zustand, konnte aber zumindest einen Weg aufzeigen, wie es doch mit der kurzfristigen Auto-Zulassung klappt: Professionelle Zulassungsdienste, wie sie auch von Autohändlern beauftragt werden, könnten schneller bedient werden, da bei diesen in der Regel die benötigten Unterlagen direkt vorliegen.

Doch selbst die Zulassungsdienste hatten vergangene Woche ein Problem. „Wir haben im Kreishaus Unterlagen abgegeben. Am nächsten Tag wurden sie uns wieder unbearbeitet mitgegeben und es hieß, wir brauchen den Rest der Woche nicht mehr zu kommen“, schildert Michael Klebert vom Kfz-Zulassungsdienst Klebert aus Ketsch die Situation. Erst für Dienstag dieser Woche sei ihm in Aussicht gestellt worden, dass er wieder Unterlagen für anzumeldende Fahrzeuge vorbeibringen könne – allerdings nur zwei, mehr könnten die Mitarbeiter an dem Tag nicht bewältigen. Für Klebert bedeutet dies, dass seine Kunden unzufrieden sind. Zu diesen zählen nicht nur Privatleute, sondern auch Autohändler wie das Speyerer Autohaus Cuntz.

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Kunden sind sauer

Dessen Seniorchef Werner Schick ist deshalb derzeit überhaupt nicht gut auf die Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises zu sprechen: „Wenn ein Unternehmen so arbeiten würde wie die Behörde, könnte es zumachen“, sagt er. „Ganz, ganz schlimm“ sei, was sein Betrieb derzeit mit der Zulassungsstelle erlebe. Dafür, die neuen Autos der Kunden zuzulassen, ist bei ihm Daniel Pfauser zuständig. Rund ein Dutzend Fahrzeuge könne das Autohaus derzeit nicht an die Kunden übergeben, weil die Zulassung ausstehe, sagt er. Unter Umständen hätten die Kunden ihre alten Fahrzeuge schon abgemeldet im Vertrauen darauf, ihr neues Auto fahren zu können. „Das ist ein Riesenproblem. Der Kunde lässt seinen Ärger natürlich beim Verkäufer“, berichtet Pfauser.

Dem Autohaus Cuntz bleibt dann nichts anderes übrig, als den Käufern einen Vorführwagen samt Sprit zur Verfügung zu stellen. Das koste das Unternehmen wiederum Geld, sagt Pfauser. Dabei sei sein Autohaus noch mit einem blauen Auge davongekommen, da nur ein Teil der Kundschaft aus dem Rhein-Pfalz-Kreis kommt. Zwar gibt es laut Michael Klebert auch in anderen Kreisen und Städten verstärkt Probleme mit der Zulassung, zum Beispiel in Frankenthal, doch es gebe auch Verwaltungen, wo dies gut laufe, wie in Speyer.

Die Kreisverwaltung bestätigt, dass sich die Lage bei den Fahrzeugzulassungen gegenüber Anfang Februar noch einmal verschlechtert hat: „Im Vergleich zu damals hat sich die Personalsituation aufgrund des aktuellen Krankenstandes erneut massiv verschärft“, berichtet Kreis-Sprecherin Anita Lozina. „Für den kompletten Zulassungsbereich und damit alle Termine für den Rhein-Pfalz-Kreis standen vergangene Woche nur noch zwei Mitarbeiter zur Verfügung.“ Tatsächlich hätten deshalb am vergangenen Dienstag die von den Zulassungsdiensten abgegebenen Vorgänge unbearbeitet wieder zurückgeben werden müssen.

Nicht erreichbar

„Diese Woche sind wir personell etwas besser aufgestellt, wir müssen aber die Zulassungsdienste weiterhin beschränken – auf maximal zwei Vorgänge pro Tag und Zulassungsdienst“, sagt Lozina und ergänzt: „Kurzfristige Anliegen können wir weiterhin nicht annehmen und die telefonische Erreichbarkeit sowie die Erreichbarkeit per E-Mail können wir nicht gewährleisten.“ Eine nachhaltige Verbesserung der Situation hatte die Verwaltung zuletzt erst in ein paar Monaten in Aussicht gestellt, wenn zwei neue Mitarbeiter eingestellt und eingearbeitet seien.

Derzeit ist laut Lozina noch nicht absehbar, ob die erkrankten Mitarbeiter kommende Woche wieder genesen sind oder sogar weitere Mitarbeiter erkranken – auch wegen der hohen Arbeitsbelastung. Hinzu komme, dass das Bürgerbüro in Dudenhofen umgebaut wurde und die dortige Mitarbeiterin – Stand Mittwoch – noch nicht auf das erforderliche Programm zugreifen könne. „Aktuell ist daher noch nicht absehbar, wann die Außenstellen wieder geöffnet werden können“, bedauert die Sprecherin.

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