Rhein-Pfalz-Kreis
Bei Auto-Zulassung ist Geduld gefragt
Das Auto hat einen Motorschaden und soll verschrottet werden, doch die Abmeldung ist frühestens in drei Wochen möglich. Eher gibt es – Stand 11. Februar – keinen Termin in der Zulassungsstelle im Kreishaus Ludwigshafen oder in der Außenstelle Heßheim. Fast fünf Wochen würde man auf einen Termin in der Außenstelle Dudenhofen warten. In so einem Fall kann man sich ausrechnen, was teurer ist: die Versicherung für ein Schrottauto bis zum Abmeldetermin weiterzuzahlen oder einen kostenpflichtigen Zulassungsdienst zu beauftragen. Ohne den wird man auch ein paar Wochen warten müssen, bis man das neue Auto endlich fahren darf. Der Ärger bei den Betroffenen ist groß.
Wer selbst einen Termin bei einer Zulassungsstelle ausmachen möchte, macht das am besten online über die Homepage des Rhein-Pfalz-Kreises. Mit viel Glück ergattert man kurzfristig einen Termin, wenn kurz zuvor jemand einen storniert hat. Telefonisch ist die Zulassungsstelle nur schwer erreichbar.
Problem Personalmangel
Die Pandemie ist vorbei, die Folgen des Hackerangriffs auch weitgehend überwunden, wo hakt es also? „Personalmangel“, sagt der zuständige Abteilungsleiter Thomas Hauck schlicht und holt dann aus. 120.000 Vorgänge pro Jahr sind in der Zulassungsstelle zu bearbeiten. Die Hälfte davon sind Zulassungen. Doch im Backoffice der Zulassungsstelle müssen noch viel mehr Vorgänge bearbeitet werden, zum Beispiel Mängelberichte, wenn Fahrzeuge ohne Tüv gemeldet werden oder Autos ohne Kennzeichen im öffentlichen Straßenraum geparkt sind.
Elf Stellen gibt es für diese 120.000 Vorgänge in den Zulassungsstellen: acht in Ludwigshafen, zwei in Heßheim, eine in Dudenhofen, wo die Gemeindeverwaltung noch eine weitere halbe Stelle für die Zulassungsstelle eingerichtet hat. Selbst wenn alle Stellen besetzt wären, würde das Terminvergabesystem nicht abgeschafft werden, erklärt Hauck. Das habe ursächlich nichts mit der Pandemie zu tun, Corona habe es nur beschleunigt. „Als wir noch keine Terminvergabe hatten, waren die Warteräume teilweise sehr voll und die Leute haben sich über lange Wartezeiten beschwert“, erklärt Hauck. Unter den Wartenden habe es immer wieder Streitigkeiten bis hin zu Handgreiflichkeiten gegeben. Seit die Terminvergabe eingeführt wurde, sei damit Schluss. „Die Akzeptanz steht und fällt aber damit, dass ein Termin innerhalb von drei bis vier Werktagen zu bekommen ist“, sagt Hauck. Bis September 2023 habe das auch gut funktioniert und es habe kaum Beschwerden gegeben.
Dann habe der Personalmangel voll zugeschlagen. Mitte Februar sieht es so aus: Von den acht Stellen in Ludwigshafen sind vier besetzt, zwei sind vakant, zwei weitere Mitarbeiter länger erkrankt. In Heßheim ist eine der beiden Stellen unbesetzt, wenn die zweite Mitarbeiterin krankheitsbedingt ausfällt, was kürzlich der Fall war, wird die Außenstelle geschlossen und bereits vergebene Termine finden dann in Ludwigshafen statt. In Dudenhofen arbeitet eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, die ebenfalls erkrankt war. „Alle Mitarbeiter, die noch da sind, haben Überstunden angehäuft und keine Perspektive, sie abzubauen“, erklärt Hauck. Die Arbeitsbelastung in der Zulassungsstelle sei hoch, doch das hätten die Mitarbeiter, die die Stelle gewechselt haben, nicht als Grund für den Weggang angegeben.
Anfang März werden die zwei freien Stellen in Ludwigshafen neu besetzt. Wenn die neuen Mitarbeiter in einigen Monaten in die verantwortungsvolle Aufgabe eingearbeitet sind, hofft Hauck auf eine Entspannung der Lage. Dann könnten für einen bestimmten Zeitraum die Öffnungszeiten erweitert werden, um „den Stau auf ein erträgliches Maß abzubauen“.
Wer nicht lange auf einen Termin warten kann, hat die Möglichkeit, einen Zulassungsdienst zu beauftragen. Auch wenn es für Außenstehende den Eindruck erwecken könne, würden dadurch keine Termine für andere Bürger blockiert. Denn Zulassungsdienste sorgen dafür, dass alle Dokumente vorliegen und die Bearbeitung viel schneller geht. „Die Diskussion mit Bürgern am Schalter wegen fehlender Unterlagen oder bei berechtigten Fragen ist sehr viel zeitaufwendiger“, erklärt Hauck. Die Aufträge der Zulassungsdienste würden bearbeitet, wenn gerade Zeit ist. Beispielsweise, wenn ein Termin am Schalter schneller geht als geplant.
Online-Zulassung schwierig
Schön wäre es, wenn Zulassungen tatsächlich auch online erledigt werden könnten, was allerdings nur bei Fahrzeugen, die nach 2015 zugelassen wurden, theoretisch möglich ist. Und auch nur für Leute, die die Online-Funktion ihres Personalausweises aktivieren konnten. Etwa 800 Online-Zulassungen habe es im vergangenen Jahr gegeben, in den allermeisten Fällen waren es Abmeldungen. Doch nun soll es ein Update im Programm geben. Die alte Version ist Anfang Februar abgeschaltet worden, die neue aber nicht vor Ende Februar funktionsbereit. Online-Zulassungen fallen allerdings in die Zuständigkeit des Bundes, die Zulassungsstelle der Kreisverwaltung hat keinerlei Einsicht in diese Vorgänge und kann bei Problemen nicht weiterhelfen.
Die Verärgerung der Bürger wegen langer Wartezeiten auf einen Termin kann Hauck also durchaus nachvollziehen, doch zaubern kann er nicht. Zwei Tipps hat er aber: Menschen ohne Internetzugang bekommen bei der Online-Terminvereinbarung Hilfe im Rathaus ihres Wohnortes. Und: Abmeldungen können überall in Deutschland ausgeführt werden.
Kontakt
E-Mail: zulassung@rheinpfalzkreis.de, Telefon 0621 5909-5780 oder 0621 5909-5900. Online-Terminvereinbarung unter www.rhein-pfalz-kreis.de/wirtschaft-verkehr/kfz-zulassung/zulassungen/