Rhein-Pfalz Kreis „Keine Kinderhasser“

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Mutterstadt. Nach der Mitteilung, dass Nachbarn der Integrierten Gesamtschule (IGS) Mutterstadt sich seit der Inbetriebnahme des neuen Außensportgeländes beschweren, sind die Anwohner offenbar selbst ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. So berichtet es jedenfalls eine Betroffene. Ihr zufolge gipfele das Ganze in Beleidigungen im Internet.

In sozialen Medien wie Facebook habe sich ein Sturm der Entrüstung über beziehungsweise gegen die Anwohner der Schule entwickelt. „Da wird unter anderem behauptet, wir seien Kinderhasser“, erzählt die Frau und stellt klar: „Das stimmt nicht. Dass Kinder einen gewissen Geräuschpegel verursachen, war uns klar. Sonst wären wir ja nicht neben eine Schule gezogen.“ Was sie und andere Nachbarn störe, sei nicht die Klangkulisse während der Unterrichtszeiten und Pausen, sondern die außerschulische Nutzung des Geländes. Anfangs habe das Problem darin bestanden, dass das Gelände nicht eingezäunt und so jederzeit öffentlich zugänglich war. In der Zwischenzeit seien weitere Ärgernisse hinzugekommen: Manche Bürger würden den neuen Parkplatz als Hunde-Übungsplatz nutzen, andere dort Drohnen aufsteigen und durch die Gegend fliegen lassen. Spätabends und nachts würden dort Partys gefeiert – oftmals Saufgelage mit unappetitlichen Hinterlassenschaften. „So etwas zu verhindern, ist auch im Sinne der Schule und der Kreisverwaltung als Schulträger. Die wollen doch ebenso wenig, dass ihre Schüler morgens durch Erbrochenes waten müssen. Da ziehen wir ja sogar an einem Strang“, findet die Nachbarin. Und ergänzt, dass nicht ständig die Polizei anrücken könne. „Was wir möchten, schränkt den Schulbetrieb und damit die Schüler überhaupt nicht ein“, hebt die Frau hervor. „Wir sind permanent im Gespräch mit den Anwohnern, um eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung zu finden“, erklärt Kreissprecher Stefan Kopf auf RHEINPFALZ-Nachfrage. So eindeutig wie von der einen Nachbarin geschildert, stelle sich die Gemengelage insgesamt allerdings nicht dar. „Es gibt tatsächlich solche Nachbarn, die wirklich nur die außerschulische Nutzung stört. Andere dagegen stört bereits der Schulsport. Da gibt es widerstreitende Interessen“, sagt er. Nach der Sanierung des alten Sportplatzes und der Einweihung der rundum erneuerten Anlage am 23. Juli 2015 sei die Kreisverwaltung zunächst offen dafür gewesen, dass das Gelände bis 18 Uhr für Sport genutzt werden darf. „Die erste Beschwerde der Nachbarn erreichte uns unmittelbar nach der Einweihung am 27. Juli 2015. Danach erfolgten laufend Mitteilungen über Lärmbelästigungen auch außerhalb der Schulzeiten bis in die späten Abendstunden.“ Deshalb habe die Kreisverwaltung eine Reihe an Gegenmaßnahmen ergriffen. So wurden für 350 Euro rund um den Sportplatz Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass er ausschließlich von der Schule und während der Schulzeiten benutzt werden darf. Die Aufgaben des Hausmeisters wurden abends durch einen Schließdienst ergänzt. In den Ferien wurde zusätzlich ein Sicherheitsdienst für rund 9600 Euro beauftragt. In Absprache mit der Gemeinde Mutterstadt werde das Gelände den örtlichen Vereinen in den Abendstunden nicht zur Verfügung gestellt. Damit keine Bälle auf die benachbarten Grundstücke fliegen, werde hinter dem zweiten Tor ein Ballfangnetz aufgestellt. Kosten: rund 8200 Euro. Außerdem soll der Parkplatz mit einem Tor versehen werden, das der Hausmeister zum Unterrichtsbeginn um 7.30 Uhr auf- und nach Schulschluss um 16 Uhr wieder zuschließt. Dieses Tor schlägt mit 5500 Euro zu Buche und soll im Januar geliefert werden. Die Polizeiinspektion Schifferstadt bestätigt, dass nach der Modernisierung des IGS-Sportplatzes Ende Juli/Anfang August 2015 vermehrt Meldungen eingingen. Die Beamten hätten vor Ort meist Kinder angetroffen, die Fußball oder Basketball spielten und sie des Platzes verwiesen. „Am 26. Dezember vergangenen Jahres wurden wir über laute Musik verständigt“, berichtet Marc Klenk. Die letzte Meldung datiere vom 28. Juli. Die Uhrzeiten, zu denen die Beschwerden verzeichnet wurden, bewegten sich zwischen 17.40 und 20.45 Uhr. „Wir haben jeweils die Gemeinde- und die Kreisverwaltung über die Vorfälle informiert“, sagt er. Über nächtliche Partys sei der Polizei nichts bekannt. „Es kann aber sein, dass sich die Leute nicht an uns, sondern direkt an die Gemeinde oder die Kreisverwaltung gewandt haben.“

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