Rhein-Pfalz Kreis Keine Eile geboten
Mutterstadt. Wie sollen der Platz vor der Neuen Pforte und der Innenhof zwischen dem Café Elisabeth und dem Haus der Vereine gestaltet werden? Darüber sollte sich die Verwaltung dringend Gedanken machen, meinen CDU, FWG und Grüne und haben in der Sitzung des Gemeinderats eine Planung beantragt. Doch dazu gibt es bereits Ratsbeschlüsse.
Aus diesem Grund sah Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) keine Eile in der Sache. Der Rat einigte sich, mit Entscheidungen zur konkreten Gestaltung noch abzuwarten. Die drei Fraktionen monierten in ihrem Antrag, dass bisher bei dem Millionen-Euro-Projekt im Zentrum Mutterstadts überwiegend Pläne für die Kreuzung und die Straßen einschließlich der Fuß- und Radwege sowie der Parkplätze behandelt wurden. Um die Ortsmitte zu beleben, solle das Augenmerk beizeiten stärker auf die Gestaltung der freien Plätze gelegt werden. Vor der Neuen Pforte etwa sollten attraktivere Aufenthaltsräume geschaffen werden, die zum Verweilen einladen und die Begegnung fördern. Als Beispiel wurden Sitzgruppen, Bänke und gegebenenfalls Tische sowie Brunnen, Wasser- oder Windspiel genannt. Auch ein Café im Eckbereich des früheren Drogeriemarkts könnte ein Anziehungspunkt werden. Außerdem sollten die Platanen erhalten und die Verbindung zwischen dem Vorplatz sowie dem Herbert-Maurer-Platz (Brunnenplatz) verbessert werden. Gedanken hatten sich die drei Fraktionen auch über den Bereich zwischen Speyerer und Schulstraße gemacht, also vom Café Elisabeth bis zum Haus der Vereine: Hier könnte ein kultureller Treffpunkt entstehen, etwa mit Gastronomie – Café, Eisdiele, Weinstube oder Biergarten – sowie mit einer kleinen Bühne für Konzerte, Public Viewing oder Open-Air-Kino. Vorstellen konnten sie sich zudem schattige Sitzgelegenheiten, WLAN-Hotspots, einen Kinderspielplatz mit Klettergerüst, Schaukel und Trampolinmatte sowie eine sanitäre Anlage. Die Fraktionen betonten aber auch, dass dies nur erste Ideen seien. Die Dringlichkeit des Antrags widerlegte Schneider in der Ratssitzung. Einen Auftrag zur Gestaltung der freien Flächen einschließlich des Platzes vor der Neuen Pforte habe der Gemeinderat schon am 11. November 2014 vergeben und der sei bereits in Arbeit. „Die Gestaltungsideen können wir voraussichtlich im Herbst vorlegen. Baubeginn ist außerdem erst nach den Straßenbauarbeiten, also frühestens im zweiten Halbjahr 2017 oder Anfang 2018“, erläutert der Bürgermeister. Denn: Das Projekt müsse mit der 1250-Jahr-Feier, die im kommenden Jahr stattfindet, abgestimmt werden. Auch zum zweiten Teil des Gemeinschaftsantrags habe der Rat bereits einen Beschluss gefasst – und zwar am 12. Mai 2015, informierte der Bürgermeister. Das Büro Werk-Plan habe für das Areal hinter dem Café Elisabeth daraufhin fünf Alternativen erarbeitet. Eine davon entspricht laut Schneider dem Antrag der drei Fraktionen. Eine der anderen Varianten habe dort auch einen Einkaufsmarkt vorgesehen. Diese habe der Gemeinderat damals favorisiert. „Der Rat hat meine Ausführungen zur Kenntnis genommen, und wir sind so verblieben, dass wir die Entwicklung westlich der Speyerer Straße abwarten und dann auf der Grundlage dessen entscheiden, was da hinkommt“, informiert Schneider. Mit „westlich der Speyerer Straße“ sind das Grundstück an der Ecke Speyerer Straße/Neustadter Straße und das Grundstück der VR Bank Rhein-Neckar an der Speyerer Straße gemeint. Auf dem Eckgrundstück, das die Kommune erworben hat, war zuletzt ein Teppichhändler. Zurzeit wird das Objekt abgerissen. |mamü