Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kastrationswochen beginnen am Montag

Die Kastrationswochen beginnen.
Die Kastrationswochen beginnen.

„Verantwortungsvolle Katzenhalter lassen ihre Tiere kastrieren“ sagt Karin Fischer vom Tierschutzverein Schifferstadt. Zusammen mit den Partnervereinen in Haßloch und Speyer veranstaltet der Verein vom 18. bis 30. Januar die Kastrationswochen für Katzen und Kater. Teilnehmende Tierärzte geben 20 Prozent Ermäßigung für den kleinen Eingriff. Neben den Kosten sind es vor allem Vorurteile und Unwissen, die Katzenhalter von Kastrationen abhalten.

Erst kürzlich habe eine alte Dame beim Schifferstadter Tierschutzverein angerufen. Sie schaffe es nicht mehr, ihre 20 Katzen zu versorgen. „Hätte sie ihre ersten Katzen gleich kastrieren lassen, wäre es nicht so weit gekommen“, sagt Karin Fischer, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins 1985 Schifferstadt und Umgebung. In einem anderen Fall habe ein Bauer um Hilfe gebeten. Er habe den Nachwuchs der Hofkatzen früher „uffgebatscht“, sei aber jetzt zu alt dafür. In einem weiteren Fall meldete eine Spaziergängerin, auf einem Gartengrundstück Richtung Mutterstadt gebe es eine verletzte Katze. Die Tierschützer fanden dort 18 Katzen, teils in erbärmlichem Zustand.

Kastrierte Kater setzen keine Duftmarken

Eines der Vorurteile sagt, eine Katze müsse einmal geworfen haben, bevor sie kastriert werde. „Das ist kompletter Unfug, Katzen können kastriert werden, wenn sie ein halbes Jahr alt sind“, erklärt Fischer, die sich seit 30 Jahren um Katzen kümmert. Und auch die Vorstellung, dass Kater dick und faul werden, sei unsinnig. „Alle kastrierten Kater, die ich kenne haben immer noch Mäuse gefangen“, sagt Fischer. Aber die kastrierten Kater vermeiden eher Revierkämpfe oder den Kampf um Weibchen. Und für Halter wünschenswert: Sie setzen keine Duftmarken mehr. Auch die weibliche Katze fühlt sich wohler, weil sie nicht mehr ständig rollig ist und nach Begattung sucht.

Bei der Kastration werden den Tieren die Keimdrüsen entfernt, beim Kater die Hoden, bei der weiblichen Katze die Eierstöcke. Das findet unter Vollnarkose statt und ist für das Tier keine Belastung. Die Wunde wird mit auflösenden Fäden vernäht, ein zweiter Besuch beim Tierarzt ist nicht nötig. Nach dem Eingriff sollte das Tier an einem warmen geschützten Ort etwas Ruhe haben, spätestens am nächsten Tag sind die Katzen wieder voll da.

Ärzte geben Preisnachlass

Tierärzte aus Schifferstadt, Böhl-Iggelheim, Haßloch, Mutterstadt und Speyer nehmen an der Aktion teil und gewähren während der Kastrationswochen 20 Prozent Preisnachlass. Die Halter bringen ihre Tiere zu einem vereinbarten Termin, bezahlen zunächst den vollen Betrag und legen die Rechnung dem Tierschutzverein vor, der dann den Rabatt auszahlt. Dies ist möglich, weil die teilnehmenden Tierärzte auf diesen Teil des Honorars verzichten, die Vereine geben das vollständig an die Halter weiter.

„Die Aktionen der vergangenen Jahre hatten unterschiedlich viele Teilnehmer, im Schnitt ein Dutzend“ sagt Fischer. Wichtig sei, dass durch die Kastrationen viel Leid vermieden werde, es müssten keine Tiere getötet werden und es gebe weniger halbverhungerte und kranke Streuner.

Noch Fragen?

Auskunft und die Liste der teilnehmenden Tierärzte gibt es über die Website www.tierschutzverein-schifferstadt.de unter „Aktuelles“, oder beim 1. Tierschutzverein Haßloch, Telefon 06324/4944, E-Mail tierschutzverein.hassloch@t-online.de; Tierschutzverein Speyer, Telefon 06232/3339, E-Mail buero@tierschutzverein-speyer.de, Tierschutzverein Schifferstadt, Telefon 06235/1202, 06231/7920, oder E-Mail tierschutz@tierschutzverein-schifferstadt.de.
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