Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Jung und engagiert: Ehrenamtliche Helfer des Spargelfests

Helfen auf dem Spargelfest hinter der Cocktailbar bei Handballverein Dudenhofen (v.r.): Konrad Worf, Lorenz Worf, Jana Bäuerle u
Helfen auf dem Spargelfest hinter der Cocktailbar bei Handballverein Dudenhofen (v.r.): Konrad Worf, Lorenz Worf, Jana Bäuerle und Lena Löffelmann.

Das Ehrenamt stirbt aus? Mitnichten. Zumindest beim Spargelfest in Dudenhofen ist davon nichts zu spüren. Junge Menschen schenken ein, braten und spülen. Bei den Fußballern ist das Engagement gleichzeitig Pflicht und Verpflichtung.

Den Termin für das Traditionsfest, das seit einigen Jahren auf dem Waldfestplatz und damit direkt beim FV Dudenhofen (FVD) ausgerichtet wird, kennen die Mitglieder seit Monaten. Ergo: auch die Aktiven. Und die, das sagt der sportliche Leiter Florian Kober, der die Schichten einteilt, müssen parat stehen. Das tun die jungen Männer sogar gerne. Selbst Neuzugang Albert Jungblut, seit letztem Sommer in der Ersten Mannschaft beim FVD, hat sich schon in die Hierarchie eingefunden. „Ich bin Teil der Mannschaft und wenn Hilfe gebraucht wird, bin ich da“, bekennt er sich deutlich dazu, dass das Mitmachen beim Spargelfest selbstverständlich ist. Und das, obwohl er die Veranstaltung bis zum vergangenen Jahr noch nicht selbst erlebt hatte.

Sein Debüt gibt Jungblut als Springer rund um die FVD-Station mit Getränken und Speisen. Passend ausgewählt ist die Position, denn auf dem Feld ist diese ebenfalls nicht klar definiert. „Offensiv“, kommentiert Jungblut die Frage nach seiner Rolle im Team mit einem Lächeln.

Tom Handrich, wie Jungblut ebenfalls 22 Jahre jung, hat schon im vergangenen Jahr mit angepackt. Damals war er im Getümmel, hat Leute bedient und ausgeschenkt. „Drinnen ist ein bisschen mehr los“, kommentiert er seine in diesem Jahr eher ruhige Schicht. Die konzentriert sich auf den Spülautomaten im Freibereich. „Einräumen, reinschieben, Knopf drücken“, beschreibt Handrich grinsend seine Aufgabe.

Obgleich auch er automatisch von Kober eingeteilt wurde, steht für ihn außer Frage, sich beim Spargelfest einzubringen. „Das ist eine Sache, die dem Verein dient und da bin ich dabei“, stellt er heraus. So sieht das auch Jannik Styblo. Der 26-Jährige hat sich gerade umorientieren müssen. Zu viel Personal huschte in der Essensausgabe herum. Dafür fehlte jemand an der Pommes-Fritteuse. Klarer Fall: Styblo ist flexibel.

„Wir bekommen hier die Chance, in der Ober- oder Verbandsliga zu spielen. Da können wir dem Verein auch etwas zurückgeben“, untermauert der Aktive. Den Spaßfaktor sieht Cem Izgec bei der Unterstützung am Stand. Selbst nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden aus der Ersten Mannschaft des FVD legt er noch die Einweghandschuhe an, um Pommes zuzubereiten. „Für mich ist das kein Zwang, da man hier immer Leute trifft, die mit einem gemeinsam den Verein tragen“, macht er deutlich.

Ein klares Konzept hat Kober für die Einteilung der Schichten. Die Erste Mannschaft ist samstags bis 20.30 Uhr am Ball und wird dann von der Zweiten abgelöst. Die Jugend ist mit der Dritten Mannschaft sonntags an der Reihe. Da beginnt das Spargelfest schon früher mit einem Weißwurstfrühstück.

Aller guten Planung zum Trotz: Das Endspiel im DFB-Pokal macht allen beteiligten Vereinen beim Spargelfest diesmal das Leben schwer. „Das Spiel in Berlin wird uns das komplette Wochenende über Gäste kosten“, weiß Kober bereits am Samstag. Schon am Vorabend, nach der Eröffnung, sei bedeutend weniger auf dem Gelände los gewesen.

Lange Gesichter gibt’s dennoch nirgends. Weder bei den gut gelaunten Aktiven der HSG Dudenhofen-Schifferstadt, die Cocktails mixen, noch bei der Glückswerkstatt, die über eine mangelnde Helferschar ebenfalls nicht klagen kann. Eher Ü30 sind die Ehrenamtlichen dort. Ihr Netzwerk hat sich seit dem ersten Mitwirken vor drei Jahren jedoch deutlich vergrößert, wie Steffen Wüst berichtet.

Während Izgec die x-te Portion Pommes in der Fritteuse brutzeln lässt und Styblo im Wechsel mit Spielerkumpel Tolga Barin gebrauchte Gläser zur Generalreinigung bereit macht, finden sich doch einige Besucher auf dem Spargelfest ein. Dort hat man aus der Not eine Tugend gemacht: Der DFB-Pokal wird im Vereinsheim übertragen. Draußen unterhält derweil die Band Liquid die nicht-fußballaffinen. Ein Spargelfest für jeden Geschmack.

x