Schifferstadt
Jugendstadtrat: Fynn-Luca und Emily engagieren sich als Jugendbürgermeister für Schifferstadt
Fynn-Luca Rudek wurde am 14. Mai 2009 in Bocholt im Westmünsterland geboren. „Ich rede zwar kein Pfälzisch, aber ich verstehe alles“, sagt er und lacht. Er, der zum Jugendbürgermeister gewählt wurde, besucht die Johann-Joachim-Becher-Schule in Speyer, eine Berufsbildende Schule, an der er seinen Realschulabschluss nachholt. Danach erwägt er ein Freiwilliges Soziales Jahr, möglicherweise in einem Krankenhaus. Ein Praktikum in einem Altenheim hat er bereits absolviert. Beruflich ist sein Vater ein Vorbild, der bei der Deutschen Bahn Cargo, dem Frachtgeschäft der Eisenbahn, als Disponent arbeitet. „Ich weiß nicht, ob das aufgrund meiner Einschränkung möglich ist“, meint er und erklärt, dass er eine Form des Autismus habe. „Ich nehme Dinge anders wahr“, sagt er, sieht sich jedoch als „normal mit besonderen Fähigkeiten“. Eines seiner Hobbys, das er mit seinem Vater teilt, ist die Modelleisenbahn. Fynn-Luca war bereits Mitglied des Jugendstadtrats. „Das war eine gute Erfahrung“, sagt er und ergänzt, dass Emily Börner und er ein gutes Team bilden.
Emily Börner wurde am 31. März 2008 in Speyer geboren und wuchs in Schifferstadt auf. Sie besucht derzeit die elfte Klasse am Gymnasium im Paul-von-Denis-Schulzentrum. Ihre Leistungskurse sind Deutsch, Biologie und Sport. Sport treibt sie in der Leichtathletik-Abteilung der TG 04 Limburgerhof. Als berufliche Perspektive könnte sie sich vorstellen, eine Laufbahn bei der Polizei zu beginnen. In ihrer Familie gebe es schon Polizisten.
Auf die Frage, warum sie Jugendbürgermeisterin werden wollte, muss sie nicht lange überlegen. „Ich habe mich immer schon sehr gerne für andere engagiert. Seit der dritten Klasse in der Grundschule bin ich durchgängig Klassensprecherin“, erklärt sie. Auch in der Schülermitverwaltung ihres Gymnasiums ist sie aktiv und hat daran viel Freude. Sich beim Jugendstadtrat und als Jugendbürgermeisterin zu engagieren, mache es möglich, sich für noch mehr Jugendliche einzusetzen und deren Wünsche und Bedürfnisse zu vertreten.
Fynn-Luca berichtet von seinen bisherigen Erfahrungen: Es habe bei der Gestaltung des Stadtparks auf dem ehemaligen Friedhof auch Pläne für Angebote an Jugendliche gegeben. „Wir haben das diskutiert und festgestellt, dass das eigentlich niemanden von uns anspricht“, sagt er. Jetzt wolle sich der Jugendstadtrat bei der Eröffnungsfeier des Stadtparks beteiligen. Ein weiterer Punkt ist die Gestaltung der Bolzplätze der Stadt.
Bald wird wieder Rettichfest gefeiert. Im vergangenen Jahr gab es erstmals ein Angebot für Jugendliche im Jugendtreff, das auch dieses Jahr wieder organisiert werden soll. „Es soll Waffeln und Eis geben – da müssen wir noch unser Budget dafür klären“, sagt Fynn-Luca. Dann müssen auch die Helfer eingeteilt werden, die Waffeln backen. „Wir wollen auch Flyer für diese Aktion machen“, sagt Emily. Zudem werde der Jugendstadtrat einen neuen Auftritt in sozialen Medien gestalten und dafür ein eigenes Logo entwickeln.
Für seine Arbeit wolle sich der Jugendstadtrat einmal im Monat treffen. Einen Jugendstadtrat gibt es in Schifferstadt seit 29 Jahren, der aktuelle ist das 14. Gremium seit dieser Zeit. Die Amtszeit dauert zwei Jahre. Derzeit sind es 17 Jugendliche, die den Jugendstadtrat bilden. Vorgesehen sind eigentlich 15, aber wie der zuständige Erste Beigeordnete Patrick Poss (CDU) bei der konstituierenden Sitzung sagte: „Wir schicken niemanden nach Hause.“ Als Beigeordneter mit dem Geschäftsbereich Generationen und Soziales ist er seitens der Stadt der erste Ansprechpartner für Anliegen des Jugendstadtrats. Um die Ideen selbst umzusetzen, hat der Jugendstadtrat ein Budget von 1000 Euro.