Rhein-Pfalz Kreis „Jeder kann etwas tun“

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Auch in Gemeinden mit dörflicher Struktur können Menschen einsam werden und nicht richtig in die Sozialstrukturen eingebunden sein. In Beindersheim soll dem entgegengewirkt werden. Sonja Welz und Tanja Körner wollen mit Unterstützung von Ortsbürgermeister Thomas Wey (CDU) den Verein Nachbarschaftliche Hilfe Beindersheim auf den Weg bringen. Eine Informationsveranstaltung ist für Freitag, 15. Januar, um 19 Uhr in der Seniorenstube terminiert.

Die 62-jährige Sonja Welz lebt erst seit gut zwei Jahren in Beindersheim, geht aber aktiv auf Menschen zu. In ihrer bayerischen Heimat hat sie Erfahrungen mit einem Nachbarschaftsnetzwerk gemacht und es für gut befunden. Sie ist die treibende Kraft für den neuen Verein. Ortsbürgermeister Thomas Wey sei sofort begeistert gewesen, erzählt sie. Er habe ein solches Netzwerk in seinem Wahlprogramm als eines seiner Ziele genannt. Wey will das Projekt morgen beim Neujahrsempfang vorstellen. Auch in Beindersheim gebe es Menschen, die aus den unterschiedlichen Gründen nicht mehr gut in die Gemeinschaft eingebunden seien, sagt Welz. Sie wieder ein Stück zurückzuholen, ist Tanja Körner und Sonja Welz wichtig. Die beiden Frauen haben eine Fortbildungsveranstaltung des Landes in Bad Ems besucht, bei der es um die Bildung solcher Netzwerke ging mit dem langfristigen Ziel, Menschen mit akutem Hilfebedarf über alle Altersgrenzen hinweg beizuspringen. Eine Vernetzung mit bestehenden Gruppen wie den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern und dem Seniorenkreis sei denkbar, sagt Welz. Vermeiden will sie aber eine Anlehnung an bestimmte Institutionen oder Organisationen, denn ihr ist daran gelegen, einen möglichst großen Kreis von Menschen anzusprechen und für die Mitarbeit beziehungsweise die Annahme der Hilfen zu gewinnen. Die Aktivitäten könnten vom Blumengießen während der Urlaubszeit über handwerkliche Hilfe in Haus und Garten bis hin zur privaten Pflege und der Kinderbetreuung reichen. Unterstützung könnten Menschen zum Beispiel nach der Trennung oder dem Tod des langjährigen Partners gebrauchen. „Jeder kann etwas tun“, meint Welz. Wie die Vereinsarbeit letztlich ausgestaltet werde, komme ganz auf die Menschen an, die sich in dem Verein engagieren, der voraussichtlich im Februar oder März gegründet wird. Da sich viele Menschen ihrer Erfahrung nach schwer damit tun, Hilfe anzunehmen, oder sogar misstrauisch seien, sei auf alle Fälle Sensibilität gefragt. Bekannt gemacht wurde die Idee auf dem Beindersheimer Weihnachtsmarkt, und kürzlich gab es ein erstes informelles Treffen beim MTSV. Da seien rund 15 Beindersheimer gekommen, die sich vorstellen können, ihre unterschiedlichen Fähigkeiten bei der Nachbarschaftlichen Hilfe Beindersheim einzubringen. Zu den Aktivitäten sollen später nach Vorstellung von Sonja Welz auch Vorträge von Experten, beispielsweise zum Thema Patientenverfügung, hinzukommen. Bürgermeister Thomas Wey sieht den Bedarf an einem solchen Verein, unterstützt ihn nach Kräften: „Ich komme ja viel rum und sehe oft, dass es an einfachen Dingen mangelt.“ Ziel sei es, Strukturen für diese Art von Unterstützung zu schaffen. „Wir wollen aber auf keinen Fall wirtschaftlich tätig werden, auch nicht in Konkurrenz zu Sozialstationen treten“, betont Wey. Es gehe vielmehr um die kleinen Hilfestellungen vor Ort. Bei so einem örtlichen Verein sei vielleicht die Hemmschwelle nicht so groß, Hilfe anzunehmen, hofft der Dorfchef. Bei dem Treffen am kommenden Freitag könnten selbstverständlich auch Menschen kommen, die Bedarf an Hilfeleistungen haben. Termin Vorstellung der Idee „Nachbarschaftliche Hilfe Beindersheim“ am Freitag, 15. Januar, 19 Uhr, in der Seniorenstube.

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