Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Jeder Döner hilft Erdbebenopfern

Viel zu tun: Mehmet Kandil (links) gibt Marco Laubersheimer seine Bestellung. Mit den Einnahmen werden Erdbebenopfer unterstützt
Viel zu tun: Mehmet Kandil (links) gibt Marco Laubersheimer seine Bestellung. Mit den Einnahmen werden Erdbebenopfer unterstützt.

Nicht nur der Hunger, sondern der Wunsch, Menschen zu helfen, eint am Montag viele Menschen, die vor einem Döner-Imbiss in Römerberg Schlange stehen.

Die Schlange vor dem Mamili-Döner-Imbiss in Heiligenstein am Montagmittag ist beeindruckend. Ivonne Posehn ist mit ihrem 17-jährigen Sohn Silas extra aus Waldsee nach Römerberg gekommen. Sie hatte die RHEINPFALZ-Meldung gesehen, dass der Römerberger Mehmet Kandil seinen Döner-Imbiss am Montag außerplanmäßig öffnet und die gesamten Tageseinnahmen zur Unterstützung der Erdbebenopfer in der Türkei verwenden will. Das menschliche Leid durch die Naturkatastrophe bewegt sie: „Es wird ja immer schlimmer von den Opferzahlen“, sagt die Waldseerin, die auch schon per Überweisung an eine Hilfsorganisation gespendet hat.

Rund 200 Menschen seien bis 13.30 Uhr schon dagewesen, um sich Döner, Pizza oder anderes zu bestellen und so die Menschen in der Türkei zu unterstützen, schätzt Evin Kandil. Die 19-jährige Studentin packt am Montag zusammen mit einer Handvoll weiteren Bekannten mit an, um ihren Vater zu unterstützen, den Ansturm zu bewältigen. Der bedeutet zwar Stress für die Familie, aber positiver: „Um 11 Uhr war schon der erste da“, berichtet die junge Frau. „Viele geben noch extra was in die Spendenbox dazu.“ Zum Glück hat die Familie genügend Lebensmittel eingekauft, um die Hungrigen vor dem Imbiss in der Heiligensteiner Straße zu versorgen.

Die lassen sich von der Wartezeit derweil nicht abschrecken. Marcel Cappel steht mit seinem drei Jahre alten Sohn Noah in der Schlange. Der Berghausener hat am Montag frei und die Gelegenheit genutzt, die Spendenaktion von Mehmet Kandil zu unterstützen. Er hat über soziale Netzwerke davon erfahren. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele da sind“, sagt er. Ein paar Minuten anzustehen, macht ihm aber nichts aus. „Ich unterstütze das gerne“, sagt Cappel.

Mehmet Kandil reicht derweil einen Döner nach dem anderen über den Tresen. Der Imbiss-Betreiber, der aus der Region stammt, die besonders schlimm vom Erdbeben getroffen wurde, will in Kürze in die Türkei fliegen. Dort plant er, mit dem eingenommenen und gespendeten Geld Hilfsgüter für die notleidende Bevölkerung zu kaufen und direkt vor Ort zu verteilen. Dank Römerberger Unterstützung dürfte dabei einiges zusammenkommen.

Spenden

Über eine weitere Römerberger Spendenaktion für die Erdbebenopfer informiert Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne). Der Verein Süd-West-Sonne für die Ukraine habe ein Spendenkonto eingerichtet. Bankverbindung: Süd-West Sonne für die Ukraine e.V., Volksbank Kur-und Rheinpfalz, Iban: DE57 5479 0000 0001 6772 68, BIC: GENODE61SPE, Verwendungszweck: Erdbebenhilfe Türkei. Für Spendenquittung Name und Anschrift im Verwendungszweck eintragen.

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