Römerberg
Irritation um Förderschul-Pläne
In Ludwigshafen-Oggersheim stößt die Mosaik-Förderschule, die von Kindern mit Behinderung besucht wird, an ihre räumlichen Grenzen. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es an dem Standort kaum noch, weshalb der zuständige Zweckverband als Schulträger sich auf die Suche nach einem Standort für eine weitere Förderschule in der Vorderpfalz machte. Vor wenigen Wochen hatte die Sozialdezernentin und Vorsitzende der Zweckverbände Mosaikschule und Kinderzentrum Beate Steeg informiert, dass ein geeigneter Standort gefunden wurde: Das Gebäude der ehemaligen Realschule plus in Berghausen, das vorübergehend von der Speyerer Pestalozzischule als Ausweichquartier genutzt wird.
Jürgen Schall, Grünen-Fraktionssprecher im Römerberger Rat, fand Steegs Darstellung, man sei sich quasi schon handelseinig, missverständlich. Grundsätzlich bewertete er es als „sehr positiv“, dass sich der Zweckverband für den Standort Römerberg ausspricht. Allerdings müsse auch die Gemeinde sagen, was sie genau wolle und klären, welche Konsequenzen – zum Beispiel im Hinblick auf den Verkehr – die Ansiedlung einer solchen Schule habe.
Laut Bürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) hat der Rhein-Pfalz-Kreis angefragt, welche Kommune ein Schulgelände ab 5000 Quadratmeter anbieten könne. Die ehemalige Realschule plus verfüge über 8000 Quadratmeter. In den Sommerferien sei eine Delegation des Zweckverbands in Römerberg gewesen und habe sich das Schulgebäude angeschaut. Der RHEINPFALZ-Artikel, in dem der Zweckverband den Erfolg bei der Standortsuche verkündete, habe ihn überrascht. Es habe noch keine offiziellen Verhandlungen gegeben.
Erster Beigeordneter Wilfried Röther (CDU) ergänzte, dass CDU und SPD im Ort die Kreistagsmitglieder ihrer jeweiligen Parteien beauftragt hätten anzustoßen, dass das Schulgebäude künftig wieder dauerhaft genutzt wird. Kurz darauf habe es die Anfrage der Mosaikschule gegeben. „Es wäre eine Sünde, wenn das Schulgebäude leer stände“, sagte Röther.
In der möglichen Ansiedlung einer Förderschule sehen einige Römerberger Kommunalpolitiker auch die Chance, den lange gehegten Wunsch nach einer weiteren Sporthalle zu verwirklichen. Dem Zweckverband habe man mitgeteilt, dass sich Römerberg eine Sporthalle hinter der Schule wünsche, sagte Röther. Und SPD-Sprecher Herbert Martin Kälberer machte deutlich: „Wir haben die klare Erwartungshaltung, dass hintendran eine Halle gebaut wird und Römerberg diese nicht bezahlt.“
Der Rat beauftragte auf Antrag der Grünen den Bürgermeister, klärende Gespräche über das weitere Vorgehen mit dem Zweckverband zu führen.