Bobenheim-Roxheim
Interview: Umweltbeauftragte Nicole Born sucht Austausch mit Bürgern
Frau Born, mit welcher Motivation und Erfahrung gehen Sie Ihr neues Amt als Beauftragte für Umwelt und Landwirtschaft an?
Ich war schon länger auf der Suche nach einem Ehrenamt, das zu mir passt. Da ich mich bei meiner Arbeit in der Ganztagsbetreuung in der Rheinschule vor allem der Umweltbildung widme, haben mich die Bobenheim-Roxheimer Grünen, bei denen ich Mitglied bin, für das Amt der Umweltbeauftragten vorgeschlagen. Mir war zunächst nicht ganz klar, was es beinhaltet, doch im Gespräch darüber wurde mir schnell bewusst, dass ich mich mit dieser Aufgabe voll identifizieren kann. Mit vielen der derzeit relevanten Umweltthemen, zum Beispiel Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt, beschäftige ich mich seit längerer Zeit. Da stehen wir vor Problemen und Herausforderungen, die jeden etwas angehen. Ich habe parteipolitisch null Erfahrung, aber ich denke, darum geht es bei dem Amt auch gar nicht. Vielmehr geht es um Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung. Ich möchte den direkten Kontakt und das Gespräch mit den Bürgern suchen und bin über mein Diensthandy erreichbar. Ich habe zu diesem Amt gerne Ja gesagt und gehe unbefangen auf meine neue Aufgabe zu.
Bei Ihrer Wahl im Gemeinderat hat die SPD-Fraktion dieses Amt für verzichtbar angesehen. Wie sehen Sie das ?
Ich halte es auf jeden Fall für notwendig. Die brennenden Umweltprobleme unserer Zeit lassen sich weder im Großen noch im Kleinen einfach so wegdiskutieren. Es erscheint mir allerdings extrem wichtig, mit Einzelnen ins Gespräch zu kommen. Die Themen liegen ja oft vor der Haustür. Ich denke da beispielsweise an Biodiversität oder Bürger als Baumpaten. Es geht um Austausch und Information. Man kann den Bürgern beispielsweise aufzeigen, dass es gute Alternativen zum Schottervorgarten gibt. Ich könnte noch einige andere Beispiele nennen. Ich denke, dass das Amt der Umweltbeauftragten Brücken zwischen Bürgern, Verwaltung und Gemeinderat bauen kann und soll.
Haben Sie schon einen Fahrplan oder konkrete Ziele und Initiativen im Visier?
Ja, durchaus. Ich möchte einen monatlichen Umweltspaziergang ins Leben rufen und dabei mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Wenn man mit offenen Augen durch die Natur geht, sieht man so manches. Wir erleben jetzt schon das dritte Trockenjahr in Folge und sehen, dass das negative Auswirkungen auf die Natur hat. Auch hier müssen wir nach Lösungen Ausschau halten. Beim Thema Müll möchte ich ebenfalls konkret werden, weil die Ablagerungen in unserer Landschaft zugenommen haben. Gemeinsam mit dem Naturschutz- und Heimatpflegeverein würde ich außerdem gerne das Projekt Naturlehrpfad voranbringen. Alles gleichzeitig geht sicher nicht. Aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt, und auf diesen Weg möchte ich möglichst viele Menschen mitnehmen.