Bobenheim-Roxheim
Interview: Schausteller blicken mit Sorge auf den Winter
Herr Bauer, wie war der Sommer 2022 für Sie und ihr Beachbar-Team am Bobenheim-Roxheimer Silbersee und wie geht’s weiter?
Es war ein guter Sommer, auch wenn deutlich zu spüren war, dass die Menschen noch viele andere Freizeitmöglichkeiten hatten als im Corona-Jahr 2021. Damals war es an den Badeseen ja sehr voll. Jetzt sind viele auch wieder in den Urlaub gefahren. Also deshalb waren die Gäste in dieser Saison nicht mehr so angespannt, die Grundstimmung war sehr, sehr gut. Unser Vertrag mit der Gemeinde ist jetzt ein unbefristeter, allerdings gilt die Genehmigung für die Container, also für die Toiletten und die Essensausgabe an der Beachbar, nur drei Jahre. Die Kreisverwaltung prüft in der Zeit, ob das alles so bleiben darf, wie es jetzt ist. Fürs nächste Jahr sind Verbesserungen am Spielplatz geplant und neue Liegen. Die jetzigen sind schon ziemlich mitgenommen.
Was steht für Ihren Betrieb Bauer Reisegastronomie im letzten Quartal 2022 noch auf dem Programm?
Nach dem Wurstmarkt kommt für uns immer noch das Cannstatter Volksfest, wo wir gerade sind und bis 9. Oktober bleiben. Dann kommt der Hochheimer Markt, bevor es so langsam mit den Weihnachtsmärkten losgeht. Unsere große Familie betreibt dann jeweils zwei Geschäfte in Bad Wimpfen und Heidelberg und eins in Worms. Danach geht’s in die Winterpause. Bis März.
Stichwort Weihnachtsmärkte: Die werden vermutlich wegen der Energiekrise unter keinem guten Stern stehen. Besorgt Sie das?
Die Schausteller haben bei der Beleuchtung schon vor Jahrzehnten auf LED umgestellt, insofern hält sich der Stromverbrauch an und in den Ständen in Grenzen. Aber der Betrieb von Eisbahnen wird gerade kontrovers diskutiert, das bereitet uns Bauchweh. Und man hat ja bei Corona gesehen, wie schnell Feste abgesagt werden können. Sorge bereitet uns aber natürlich auch die Teuerung. Auf dem Cannstatter Wasen kostet die Maß 13,80 und ein halbes Grillhähnchen über elf Euro. So etwas können sich viele bald nicht mehr leisten. Auch wir müssen die gestiegenen Kosten für Standgebühr, Strom, Personal et cetera knapp berechnet an unsere Kunden weitergeben. Wir gehen mit Bauchschmerzen in die Wintersaison und hoffen, dass es nächstes Jahr besser wird.