BOBENHEIM-ROXHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Pfadfinderchef stolz auf Spendenaktion

Eine Schülerin in Nairobi. So wie diese Schule hat auch das dortige Projekt „Schwester Damiana“ unter der Pandemie gelitten.
Eine Schülerin in Nairobi. So wie diese Schule hat auch das dortige Projekt »Schwester Damiana« unter der Pandemie gelitten.

Seit 25 Jahren unterstützt die Pfadfinderschaft St. Georg Bobenheim-Roxheim eine Schwesternstation in Kenia, die Straßenkindern und Aids-Waisen Essenund Kleidung gibt sowie Zugang zu Bildung verschafft. Seitdem haben die hiesigen Kinder und Jugendlichen in vielen Aktionen 200.000 Euro an Spenden gesammelt. Wir haben Stammesleiter Norbert Uhl gefragt, wie es in Zeiten von Corona mit der Patenschaft läuft.

Herr Uhl, das Patenprojekt „Schwester Damiana“ in Nairobi benötigt finanzielle Kontinuität. Haben die Bobenheim-Roxheimer Pfadfinder das im vergangenen Pandemiejahr gewährleisten können?
Das Spendenaufkommen hat sich 2020 leicht reduziert. Wegen Corona mussten wir einige Veranstaltungen und Aktionen absagen, zum Beispiel unseren Stammestag, der allein schon einen Erlös von rund 2000 Euro bringt. Unsere Bilanz für 2020 weist ziemlich genau 6000 Euro an Spenden aus, 2019 waren es 7419 Euro. Der Rückgang ist also nicht so dramatisch. Für 2021 erwarten wir mehr Spenden, weil schon die Weihnachtsbaum-Sammelaktion im Januar 6000 Euro gebracht hat. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 4350 Euro. Grundsätzlich war es wegen der Auflagen schwierig, neue Ideen umzusetzen. Wie alle Vereine und Jugendverbände hoffen wir auf eine baldige Rückkehr zur wie auch immer gearteten Normalität. Wir sind mit 200 Mitgliedern der größte Jugendverband in Bobenheim-Roxheim, und unsere Kinder und Jugendlichen wollen sich wieder treffen und zusammen sein.

Welche Probleme wegen Corona hatte denn die Missionsstation in Riruta bei Nairobi?
Nach Angaben der Provinzoberin befindet sich Kenia in der dritten Welle der Pandemie, und die Menschen suchen medizinische Versorgung in Krankenhäusern, die von der Regierung eingerichtet wurden und subventioniert werden. Impfstoff werde zuerst Personen mit höherem Risiko verabreicht: unter anderem an medizinisches Personal, Lehrer und Sicherheitsbeamte. Es sei nicht genug Impfstoff da, aber die Regierung arbeite daran. Die Schulen waren der Oberin zufolge fast ein Jahr geschlossen. Sie wurden im Januar wieder geöffnet, damit Prüfungen abgelegt werden konnten. Seit 19. März sind sie wieder geschlossen. Von den Ausgangssperren und Beschränkungen war die Mehrheit der Armen betroffen, da sie ihre Arbeitsplätze und Geschäfte verloren haben. Innerhalb unseres Patenprojekts in Riruta haben einige Schwestern Covid-19 durchgestanden, unter den Schülern ist kein Fall bekannt.

Das Patenprojekt kennt in Bobenheim-Roxheim fast jeder, und die Spendenbereitschaft ist seit 25 Jahren ungebrochen groß. Was ist das Erfolgsrezept?
Ein Rezept haben wir nicht. Ich denke, der Erfolg steht auf zwei Säulen: Zum einen ist es die große Motivation unserer Pfadfinder, die sich mit Leidenschaft und Engagement einbringen, zum anderen zählt der Faktor Vertrauen. Viele Bürger, die mir eine Spende in die Hand drücken, sagen: „Bei euch weiß ich, dass die Spenden wirklich ankommen.“ Das liegt wohl auch daran, dass wir die Öffentlichkeit über unser Projekt und die Arbeit der Schwestern informieren. Schwester Damiana und ihre Nachfolgerin waren schon hier bei uns, und Pfadfinder waren schon in Nairobi. Auch jetzt, da die Station erstmals von kenianischen Ordensschwestern geleitet wird, haben wir intensiven Kontakt. Die Kinder haben uns gerade wieder selbst gemalte Bilder geschickt und sich bedankt.

Kontakt

Wer das Patenprojekt unterstützen möchte, findet im Internet unter www.dpsg-bobenheim-roxheim.de nähere Infos oder wendet sich unter Telefon 06239 7094 an Norbert Uhl.

Norbert Uhl.
Norbert Uhl.
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