VG Lambsheim-Heßheim RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Kommunales Corona-Impfzentrum bleibt vorerst erhalten

Die Corona-Impfung ist aus den Schlagzeilen verschwunden, aber es gibt sie noch. Zum Beispiel in Großniedesheim.
Die Corona-Impfung ist aus den Schlagzeilen verschwunden, aber es gibt sie noch. Zum Beispiel in Großniedesheim.

Warum hält die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim daran fest, dass in Großniedesheim einmal im Monat eine Corona-Impfaktion stattfindet? Das haben wir Bürgermeister Michael Reith (SPD) gefragt.

Herr Reith, Rheinland-Pfalz hat seine Impfzentren längst geschlossen und geht davon aus, dass der Bedarf an Erst- oder Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 von den niedergelassenen Ärzten gedeckt werden kann. Wozu braucht es dann noch diese kommunale Impfaktion in der Eckbachhalle?
Das Virus ist noch da und bleibt auch da, und es gibt immer noch Menschen, die unser Angebot schätzen. Gerade beim letzten Mal Ende Januar war ich beeindruckt davon, wie dankbar sich die Teilnehmer von uns verabschiedet haben. „Toll, dass ihr das beibehaltet“, hieß es.

Können Sie den Aufwand der Verwaltung und Ehrenamtlichen pro Termin beschreiben?
Es gibt weder einen finanziellen noch einen nennenswerten personellen Aufwand für die Verbandsgemeinde. Wir rechnen den Impfstoffeinsatz ja mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab, und diese Rechnung sieht auch eine Aufwandsentschädigung für die Helfer vor. Aktuell benötigen wir einen Arzt und zwei medizinische Fachangestellte, außerdem müssen der Check-in und der Check-out besetzt sein. Das läuft komplett über die Ehrenamtsfamilie, wie ich diese eingeschworene Gemeinschaft gern nenne. Und bei der ich mich ganz herzlich bedanke. Ortsbürgermeister Michael Walther und ich sind auch immer dabei, weil es uns Spaß macht. Wir nehmen selbstverständlich keine Aufwandsentschädigung.

Die Anzahl der Impflinge ist seit Monaten überschaubar und trotzdem unwägbar, wie sich am 28. Januar gezeigt hat. 18 Anmeldungen lagen vor, 30 Impfdosen standen bereit und von den spontan erschienenen Personen mussten sieben wieder weggeschickt werden, weil der Impfstoff nicht reichte. Obwohl ausdrücklich für Spontanbesuche geworben worden war. Welche Konsequenz ziehen Sie daraus?
Früher, als wir die Vakzine vom Landesimpfzentrum besorgt und übrig Gebliebenes am selben Tag zurückgebracht haben, war das alles kein Problem. Jetzt müssen wir genauer planen, zumal wir den Impfstoff anderthalb Wochen vor dem Termin bestellen müssen, wenn die Anmeldephase noch läuft. Und es gilt ja immer noch, dass eine Ampulle sechs Impfdosen enthält und leer werden sollte. Aus dem jüngsten Impftermin haben wir gelernt, dass Spontanbesuche problematisch sind. Deshalb bitten wir jetzt um verbindliche Anmeldung.

Interview: Waltraud Werdelis

Termin

Die nächsten Gelegenheiten, sich in der Großniedesheimer Eckbachhalle (In den Moltersgärten 16) eine Coronavirus-Schutzimpfung verabreichen zu lassen, sind am Samstag, 18. Februar und 4. März, zwischen 10 und 12 Uhr. Beide Male ist eine Anmeldung erforderlich: im Internet unter www.lambsheim-hessheim.de oder telefonisch unter 06233 3791-215. Geimpft wird mit dem Biontech-Vakzin für die Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5.

Michael Reith in Rotkreuzjacke bei einer Impfaktion vor einem Jahr. „Das macht mir Spaß“, sagt er.
Michael Reith in Rotkreuzjacke bei einer Impfaktion vor einem Jahr. »Das macht mir Spaß«, sagt er.
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