Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: CDU-Mann Michael Remmele macht sich für Carsharing stark

In Bad Dürkheim stehen die beiden Leihautos am Bahnhof. In Bobenheim-Roxheim wäre der Platz vor dem Rathaus denkbar.
In Bad Dürkheim stehen die beiden Leihautos am Bahnhof. In Bobenheim-Roxheim wäre der Platz vor dem Rathaus denkbar.

In Bobenheim-Roxheim soll ein stationsbasiertes Carsharing eingeführt werden. Das wünschen sich die Fraktionen von CDU, Grüne und FWG, die eine Koalition bilden. Wir haben mit Michael Remmele (51), der den Antrag an die Gemeinde ausgearbeitet hat, über die Hintergründe gesprochen.

Herr Remmele, Sie sind bekannt als ein Christdemokrat, der Klimaschutz und Energiesparen sehr ernst nimmt und sich in Sachen Elektromobilität viel Fachwissen angeeignet hat. Jetzt machen Sie einen weiteren Vorstoß, um das Carsharing, also die organisierte gemeinschaftliche Nutzung von Autos in Ihrem Wohnort zu etablieren. Warum?
Die Motivation dazu hatte ich schon vor drei, vier Jahren. Da habe ich beim Anbieter Stadtmobil Rhein-Neckar angefragt, aber die sahen damals nach ihrem Engagement in Worms für die nächsten Jahre finanziell keine Chance, linksrheinisch noch Orte anzubinden. Den Grünen ging es bei ihren Versuchen ähnlich. Vor einem Jahr bin ich noch mal aktiv geworden und habe recherchiert. Auch weil die nicht gerade große Stadt Bad Dürkheim zusammen mit Stadtmobil Carsharing auf Bestellung eingeführt hat. Ich habe verschiedene Anbieter verglichen und CDU-intern eine Präsentation gemacht.

Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass zwei Fahrzeuge entweder von Stadtmobil oder dem Anbieter Deer – am besten als Elektroautos – an einer oder zwei Stationen stehen könnten. Tagsüber könnten sie der Gemeindeverwaltung über ein festes Mietverhältnis als Dienstfahrzeuge dienen. Abends, eventuell in der Mittagspause und am Wochenende könnten Privat- oder auch Geschäftsleute die Wagen benutzen. Zum Beispiel für Einkäufe, Transporte oder einen Ausflug. Glauben Sie wirklich, dass es im ländlich geprägten Bobenheim-Roxheim dafür eine Nachfrage gibt?
Ja, wenn ich sehe, dass auch junge Leute auf dem Land und nicht nur in der Großstadt zunehmend aufs eigene Auto verzichten. Und es gibt viele, die oft mit dem Rad oder dem Zug zur Arbeit pendeln. Für die wäre das Abschaffen ihres Autos oder des Zweitwagens zugunsten von Carsharing vielleicht eine Option. Gemeinde und Bürger können moderne, schadstoffarme Fahrzeuge nutzen, Versicherungs-, Service- und Treibstoffkosten sind im Mietpreis enthalten. Es geht ja im Moment auch vor allem darum, die Leute in diese Art der Mobilität reinschnuppern zu lassen. Die Anbieter wissen, dass ein kostendeckender Betrieb erst nach ein paar Jahren zu erwarten ist. Meiner Berechnung zufolge hätte die Gemeinde im ersten Jahr Fixkosten von rund 30.000 Euro. In dieser Summe sind bei einem Anbieter noch weitere E-Ladesäulen im Ortsgebiet enthalten. Die enthaltenen Ankermietpreise entsprechen in etwa dem, was die Gemeinde für ihre derzeitigen Leasingfahrzeuge ausgibt. Carsharing hat sich in Gemeinden und kleineren Städten auch im ländlichen Raum etabliert.

Käme das Carsharing denn auch für Sie und ihre Familie infrage?
Wir haben in unserer Familie nächstes Jahr vier Fahrer. Deswegen werden wir unsere Fahrräder, das Erdgas- und das E-Auto behalten. Dann gibt es da noch aus Liebhaberei einen 21 Jahre alten Opel Tigra. Der läuft selten, und den könnten wir nach Einführung von Carsharing infrage stellen.

Familienvater Michael Remmele setzt daheim auf erneuerbare Energien.
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