Mutterstadt
Integrierte Gesamtschule muss fast 100 künftigen Fünftklässlern absagen
Wie jedes Jahr liegt an der IGS Mutterstadt die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze für die fünfte Jahrgangsstufe fix bei 112. Nach Angaben der Schulaufsicht (ADD) gab es jedoch 208 Aufnahmewünsche, sodass 96 Kindern eine Absage ins Haus flatterte. „Da wir die Plätze aufgrund der hohen Nachfrage verlosen müssen, lagen auch dieses Mal große Freude und großes Drama sehr eng beieinander“, bedauert Schulleiter Jens Pellkofer. „Auch wir als Lehrkräfte leiden mit, wenn Kinder im Losverfahren den Kürzeren ziehen und nicht jene Schullaufbahn einschlagen können, die sie sich eigentlich gewünscht hätten.“ Gleichwohl freue es das Kollegium, dass dessen pädagogische Arbeit so gut angenommen werde. „Denn natürlich zeigen die guten Anmeldezahlen, dass viele Eltern unsere Arbeit schätzen“, sagt Pellkofer im RHEINPFALZ-Gespräch.
Grundsätzlich funktioniert das Losverfahren an Integrierten Gesamtschulen wie folgt: Um angemessene Anteile leistungsstärkerer und leistungsschwächerer Kinder zu erreichen, werden die Schülerinnen und Schüler drei Leistungsgruppen zugeteilt – die Basis dafür bilden die Noten des Halbjahreszeugnisses der vierten Klasse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. Ergibt sich aus der Addition dieser Noten die Summe drei bis sieben, werden die Kinder beim Losverfahren der Leistungsgruppe 1 zugeteilt, bei einer Notensumme von acht und neun befindet sich ihr Name im Lostopf für die Gruppe 2 sowie bei einer Notensumme von 10 und mehr im Topf für Gruppe 3. „Weil Integrierte Gesamtschulen in der Regel eine gymnasiale Oberstufe umfassen, stehen für die Leistungsgruppe 1 die Hälfte der zu vergebenden Plätze zur Verfügung, für die Leistungsgruppen 2 und 3 sind es jeweils 25 Prozent“, erläutert Jens Pellkofer.
Fast schon traditionell gibt es nach Angaben des Schulleiters für die IGS Mutterstadt einen großen Anteil an Aufnahmewünschen von Kindern mit Gymnasialempfehlung. Auch die diesjährigen Anmeldezahlen bestätigen dies. In der Leistungsgruppe 1 konnten nach Angaben der ADD insgesamt 56 Kinder aufgenommen werden, eine Absage erhielten 51 Schülerinnen und Schüler. In der Leistungsgruppe 2 haben 28 Kinder eine Zusage bekommen (bei 29 Absagen), in der Leistungsgruppe 3 sind ebenfalls 28 Kinder angenommen worden (bei 16 Absagen). „Grundsätzlich werden für die Anmeldung an der IGS Mutterstadt nur jene Kinder berücksichtigt, die im Rhein-Pfalz-Kreis ihren Erstwohnsitz haben“, betont Pellkofer.