Neustadt / Harthausen RHEINPFALZ Plus Artikel „In treuer Pflichterfüllung“ gefallen

Gedenkstein im Ordenswald: Der getötete Arthur Löffler stammte aus Harthausen.
Gedenkstein im Ordenswald: Der getötete Arthur Löffler stammte aus Harthausen.

Wilderei mag heute in der Vorderpfalz kaum noch ein Thema sein, vor einigen Jahrzehnten war dies anders, wie ein Gedenkstein zwischen Neustadt und Speyer im Ordenswald nahe Lachen-Speyerdorf zeigt. „In treuer Pflichterfüllung fiel hier im Kampf mit Wilderern am 13. August 1933 der Gendarmerie-Hauptwachtmeister Arthur Löffler.“ So steht es auf dem Denkmal, das an eine Nacht erinnert, in der ein aus Harthausen stammender Gendarm und ein Wilderer starben.

Der Neustadter Guts- und Bergwerksbesitzer Kommerzienrat Eugen Abresch hatte damals in seinem Jagdrevier im Ordenswald wiederholt Anzeichen für Wilderei ausgemacht. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1933 legten sich die Hauptwachtmeister Löffler und Heim, der Waldhüter Christoph Wenz und dessen Bruder Philipp, ein Weinkommissionär, in einem Gebüsch auf die Lauer. Sie sahen gegen 1.45 Uhr ein Lampenlicht auf sich zukommen. Auf Wiesenstücken wurde so offenbar Wild ausgeleuchtet. Als der Lichtschein nur noch etwa 15 Meter von ihnen entfernt war, hätten er und Löffler zwei mit Gewehren bewaffnete Gestalten ausgemacht, erzählte Heim später vor Gericht. „Wir haben ,Halt' gerufen.“ Da sei sofort auf ihn geschossen worden. Heim wurde dabei am Arm verletzt.

Daraufhin hätten auch seine Begleiter geschossen, worauf der am nächsten stehende Unbekannte zu Boden gegangen sei. Der andere vermeintliche Wilderer habe sich offenbar in einen Graben zurückgezogen, und von dort aus gefeuert, berichtete der Gendarm weiter. Ein Schuss habe seinen Kollegen Löffler getroffen, der kurz darauf gestorben sei. Die Schrotkörner waren in seinen rechten Lungenflügel eingedrungen. Der getötete Wilderer wurde wenig später als der Medizinstudent Fritz Popp identifiziert, der aus der Fronmühle bei Haßloch stammte. Neben seiner Leiche fand man ein Gewehr, in dem noch zwei Patronen steckten. Als Mittäter wurde Johann Klein, ein Landwirt aus Lachen, identifiziert. Der Staatsanwalt forderte die Todesstrafe, das Gericht erkannte auf lebenslängliche Haft „wegen eines Vergehens des Totschlags bei Begehen einer strafbaren Handlung“ sowie auf drei Jahre Zuchthaus wegen versuchten Totschlags.

Die Schießerei mit zwei Toten und der Prozess erregten damals großes Aufsehen. Zu der Beisetzung des erst 35 Jahre alten Arthur Löffler am 15. August 1933 in Neustadt und zu der Gerichtsverhandlung am 28. und 29. November desselben Jahres kamen Hunderte von Menschen. Der Gedenkstein zu Ehren des aus Harthausen stammenden, mit seiner Frau Berta in Offenbach/Queich lebenden und in Neustadt stationierten Gendarmen wurde ein Jahr nach der Tat, am 1. September 1934, eingeweiht.

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