Rückblick2021 RHEINPFALZ Plus Artikel Impfen und testen – endlich geht’s voran

Der Impfbus erleichtert es vielen, sich und andere gegen Covid-19 zu schützen.
Der Impfbus erleichtert es vielen, sich und andere gegen Covid-19 zu schützen.

Kampf des Jahres: Man kann das Wort nicht mehr hören, und dennoch: Würde in einem Jahresrückblick gleich welcher Art das Stichwort Corona fehlen, wäre das seltsam. Außerdem: Der Unterschied zum Pandemiejahr 2020 ist, dass gegen die Krankheit Covid-19 geimpft werden kann. Das sorgt im Frankenthaler Umland für Dynamik.

Nachdem zum Jahresende schon in Pflegeheimen geimpft wurde, sind zu Beginn des Jahres 2021 hauptsächlich die Senioren dran, die sich selbst auf den Weg zum Impfstoff machen können. Zu diesem Zweck werden im ganzen Land Impfzentren eingerichtet und Termine vergeben. Als ein Problem stellt sich bald heraus, dass die Bürger das Zentrum aufsuchen müssen, dem sie vom Wohnort her zugeordnet sind. Für die Einwohner von Bobenheim-Roxheim und der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim heißt das: Sie dürfen ihren Piks nicht im nahen Frankenthal bekommen, sondern müssen nach Schifferstadt zum Impfzentrum des Rhein-Pfalz-Kreises.

Das ist für etliche alten Leute eine Strapaze, deshalb helfen ihnen die Kommunen. In der VG zum Beispiel wird der Bürgerbus für den Transfer eingesetzt. Landrat Clemens Körner (CDU) meint, mit einem von der BASF geliehenen Impfbus eine gute Lösung gefunden zu haben. Der soll Dörfer anfahren, die weit weg von Schifferstadt liegen. „Aber dann müssen wir für alles drumherum sorgen“, beschwert sich sinngemäß der Bürgermeister von Bobenheim-Roxheim.

Wie gut, dass gerade Landtagswahlkampf ist, denn in so einer Zeit legen sich die Direktkandidaten für ihren Wahlkreis besonders stark ins Zeug. Martin Haller (SPD) fordert im März medienwirksam, das Land solle für den nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis die Impfzentrumszuordnung aufheben und seine Wähler nach Frankenthal gehen lassen. Das Land sagt: „Kein Problem, aber das müssen Kreis und Stadt auch wollen.“ Und das scheinen deren Oberhäupter nicht zu wollen. Sie befürchten Nachteile bei der Zuteilung von Impfstoff. Es dauert anderthalb Monate und braucht viele Stupser, bis die Kuh vom Eis ist und Landrat und Oberbürgermeister zulassen, dass Bewohner des Kreisnordens Impftermine für Frankenthal ausmachen können. Nach und nach dürfen sich auch die Jüngeren ihre Dosis abholen.

Unterdessen werden allerorten die Schnelltestkapazitäten ausgeweitet. Das Land ruft die Kampagne „kostenlose Bürgertests“ ins Leben und verfügt, dass Schüler mehrmals die Woche auf eine Corona-Infektion hin überprüft werden beziehungsweise sich selbst testen.

Das ist der Moment, in dem Michael Reith (SPD) zu beschließen scheint, noch mehr Gas zu geben in seinem persönlichen Kampf gegen das gemeine Virus. Gemeinsam mit dem Lambsheimer Roten Kreuz zieht der Bürgermeister der VG Lambsheim-Heßheim eine Infrastruktur auf, die im ländlichen Umkreis ihresgleichen sucht.

Reith ist nicht knausrig, was die Aufwandsentschädigung betrifft, und die DRK-Helfer wickeln Antigentests in Massen nicht nur in Schulen und Kitas ab, sondern auch in den kommunalen Testzentren der VG. Zum Jahresende gibt es in vier der sechs Ortsgemeinden und alles in allem an jedem Wochentag ein Testangebot. Das nutzen nicht nur VG-Bürger. Vorläufiger Höhepunkt der Reith’schen Anti-Corona-Kampagne ist im Dezember das Impfangebot der VG in der Großniedesheimer Sporthalle.

Der Bürgermeister erhält dafür viel Lob, was ihn sichtlich freut. Wer weiß, was er noch alles vorhat? Der 6. März, wenn er sich für das Amt des VG-Bürgermeisters zur Wiederwahl stellt, ist nicht mehr weit weg.

Michael Reith
Michael Reith
x