Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Impfbus: Erst Testphase, dann geht’s auf Tour

Ein umgebauter Linienbus dient als mobile, dritte Impfstraße.
Ein umgebauter Linienbus dient als mobile, dritte Impfstraße.

Der Impfbus ist jetzt da, einsatzbereit, und er steht vor dem Schifferstadter Impfzentrum. Und da wird er zunächst auch bleiben. Für eine Testphase. Doch demnächst soll sich das Gefährt in Bewegung setzen und den Impfstoff zu den Bürgern bringen. An Bord hat er jedoch ausschließlich das Mittel von Astrazeneca.

Es gibt wieder Impfstoff und das Impfzentrum des Kreises laufe derzeit auf Volllast, sagte Landrat Clemens Körner (CDU) bei der Übergabe des Impfbusses. Der ist einst für die BASF umgebaut worden, die damit die jährliche Grippeimpfungen für ihre Mitarbeiter organisiert. Mit dem Bus sollen die Impfkapazitäten im Rhein-Pfalz-Kreis erweitert und quasi eine dritte, mobile Impfstraße geschaffen werden. Einstweilen bleibt er jedoch in Schifferstadt vor der neuen Kreissporthalle stehen. Als Testphase für das Impfen im Bus. Dann soll sich das Gefährt in Bewegung setzen und durch die Kreisgemeinden touren.

In dem Bus können laut Körner nur Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff angeboten werden, weil der weniger aufwendig gekühlt werden müsse. Geplant sei, dass der Bus an bestimmten Tagen in bestimmte Gemeinden rollt. Den Fahrplan lege der neue, zweite Impfkoordinator des Kreises, Lutz Bandekow, fest, der für den Betrieb des Impfbusses verantwortlich sei. Bandekow ist derzeit dabei, mit den Verantwortlichen in den Gemeinden die nötige Infrastruktur zu finden.

Mögliche Standorte: Bürgerhäuser und Gemeindezentren

„Im Bus selbst wird nur geimpft, alles weitere müssen die Orte bereitstellen“, erklärt Bandekow. Der Bus brauche Wasser und Strom von außen, ferner würden Räume benötigt – für den Empfang und die Erfassung der Impflinge, die Beratung im Vorfeld und die Viertelstunde Ruhephase nach der Impfung. Und natürlich müssten sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen. Mögliche Standorte wären daher Bürgerhäuser und Gemeindezentren, die bereits über die nötige Infrastruktur verfügen – und die derzeit möglicherweise ohnehin zu Schnelltestzentren umfunktioniert werden. „Da können Synergieeffekte geschaffen werden“, hatte Körner schon vor ein paar Tagen gesagt.

Die Terminvergabe für das Impfen im Bus erfolgt wie bisher auch für das Impfzentrum in Schifferstadt zentral über einen Anruf bei der Landeshotline oder das Onlineformular. Für die Busstationen vor Ort sollen Gruppen Impfwilliger, die impfberechtigt sind, aus den jeweiligen Gemeinden zusammengefasst werden. Auch für den Bus gilt: Geimpft wird nur mit Berechtigung und mit Termin.

Ursprünglich ein Linienbus

In der zweiwöchigen Testphase vor dem Impfzentrum in Schifferstadt gelte es, Erfahrungen zu sammeln: Wichtig zu wissen sei, wie viele Impfdosen darin pro Stunde verabreicht werden können, um entsprechend planen zu können. Dann wird Impfkoordinator Bandekow die Tour planen. Zunächst sollen die großen Gemeinden und Verbandsgemeinden besucht werden. Mit Waldsee und Dudenhofen seien die Voraussetzungen schon geklärt, auch Bobenheim-Roxheim sei bereits in der Planung, weitere Orte sollen folgen. Angedacht ist, dass der Bus an festen Wochentagen in den Gemeinden hält.

Der Bus war ursprünglich ein Linienbus und gehört der Firma Richter, die in Erpolzheim sitzt. Der Landkreis hat den Bus jetzt für drei Monate angemietet, den Preis nennt Körner mit „unter 300“ pro Tag, getragen werden die Kosten von Bund und Land. Es gebe eine Option auf Verlängerung. Voraussichtlich im September wolle die BASF nach jetzigem Stand ihre Grippeimpfungen wieder anbieten.

Einbahnstraße im Bus

Der Bus ist absenkbar und hat eine Rampe für einen barrierefreien Zugang. Drinnen sind die Impfabteile durch Plastikvorhänge voneinander getrennt. Spender mit Desinfektionsmitteln sind montiert. Mit einem Ein- und einem Ausgang lasse sich ein begegnungsfreier Einbahnstraßenverkehr organisieren. In den Impfkabinen werde medizinisches Personal die Impfungen setzen, sagte Bandekow. Dass der Bus hygienisch und medizinisch alle Voraussetzungen erfülle, sei mit dem medizinischen Dienst der BASF und dem Gesundheitsministerium des Landes abgeklärt, sagte Landrat Körner.

Fahrer für den Bus stellen die Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises. „Wir haben bis jetzt vier ehrenamtliche Fahrer aus verschiedenen Wehren, das können bei Bedarf noch mehr werden“, sagte Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Schädlich.

Der Impfbus hat Platz für drei Impfkabinen.
Der Impfbus hat Platz für drei Impfkabinen.
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