Rhein-Pfalz Kreis Immer dem Pfeil nach

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RÖMERBERG/DUDENHOFEN. Ich gestehe es gleich zu Anfang: Ich bin keine Radfahrerin. Das letzte Mal ist Jahre her, mein eigenes Mountainbike habe ich abgegeben, nachdem es einen Platten hatte und nur noch im Keller stand. Aber man lässt sich anstecken von so viel Fahrradfreude wie sie hier in der Umgebung sichtbar wird. Also: Rad leihen und losfahren. Leiten lasse ich mich von einer Fahrrouten-App: Der Rhein-Pfalz-Kreis hat eine kostenlose Anwendung mit zehn Radtouren entwickelt. GPS-gestützt soll sie so interessante Strecken wie „Vom Schloss zum Rhein“, „Durch den Gemüsegarten“ oder „Blau-grüne Landschaften“ befahrbar machen. Klingt zumindest spannend und mit einer Länge zwischen 14 und 70 Kilometern bietet sie auch für Einsteiger wie mich eine gute Möglichkeit, die alten Radfahrkünste wiederzubeleben. Damit sich der Muskelkater am nächsten Tag in Grenzen hält, wähle ich eine Tour von rund 26 Kilometern Länge. Es ist ein Rundweg, der Heiligenstein, Mechtersheim und Berghausen, dazu Dudenhofen und Harthausen umfasst. Der klangvolle Name: „Vom Rhein zum Spargel“. Die App gibt mir auf einer Landkarte die Route mit einer blauen Markierungslinie vor. Am Heiligensteiner Bahnhof starte ich. In die jeweilige Tour einsteigen kann man an jedem beliebigen Streckenort. Die GPS-Ortung zeigt einem dann, in welche Richtung man unterwegs ist und ob man auf der vorgegebenen Strecke radelt. Das GPS funktioniert erstaunlich gut, fast metergenau klappt die Übertragung der eigenen Koordinaten an die App. Doch eine Frage bleibt trotz allem technischen Fortschritt: Wohin mit dem Smartphone, wenn man auf dem Rad unterwegs ist und gleichzeitig einen Blick auf die eingezeichnete Wegmarkierung werfen will? Als jahrelanger Fahrradabstinenzler habe ich selbstverständlich auch kein Zubehör: Handytaschen mit Haltevorrichtung für den Lenker sind mir fremd. Also bleibt nur eins: öfter einfach mal anhalten. Die nächste Frage: Wie teilt man sich seine Kräfte ein, wenn man gar nicht weiß, wie anstrengend die Strecke wird? Ich rolle mit gemütlichen 18 Stundenkilometern durch das Naturschutzgebiet rund um die „Mechtersheimer Tongruben“, vorbei an Feldern. Da fragt man sich gleich noch einmal, wie die Radprofis das machen: Selbst bei steilsten Anstiegen jagen sie noch mit 20 Stundenkilometern hinauf auf das Plateau. Mir fällt auf, dass so eine Radtour nicht nur die Beine fordert, man hat auch Zeit und kann seinen Gedanken nachhängen. Diese macht man sich spätestens, wenn hinter den Ausläufern des Naturschutzgebiets in Mechtersheim die beiden Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg auftauchen. „Ganz schön nah“, schießt es mir durch den Kopf. Dabei ist dies ja hinlänglich bekannt, doch so direkt inmitten von Natur und Vogelgezwitscher ist es dennoch ein komisches Bild. Nur wenige Meter weiter ist das Werk hinter einer dichten „Baumwand“ endgültig verschwunden, die Blätter rascheln, Vögel zwitschern. Eine linke Kehre noch, dann habe ich es fast nach Berghausen geschafft. Vorbei am Zehnthaus und Bahnhof geht es Richtung Dudenhofen. Dort angekommen, mache ich auf Höhe der Kapelle in der Berghauser Straße eine kurze Rast. Zwei große Schlucke Wasser müssen erst mal reichen, dann geht es wieder auf den Drahtesel und weiter auf das letzte Teilstück nach Harthausen. Dort geht es schnurstracks am Tabakschuppen vorbei, weiter nach Heiligenstein. Langsam werde ich müde und mein ständiger Begleiter – ein strammer Fahrtwind, meist von vorne – macht die letzten Kilometer auch nicht einfacher. Trotzdem: in Heiligenstein angekommen, fällt mein Fazit zu App und Radfahren positiv aus. Noch Fragen? Die App des Rhein-Pfalz-Kreises kann man im Google Play-Store oder im App-Store von Apple kostenlos herunterladen. Dies geht am einfachsten über folgenden Link: www.radtourenapp.de/

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