Rhein-Pfalz Kreis Im Wasser mit einem „Phantom“

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SCHIFFERSTADT. Spannung und Aufregung hat am Samstagmittag im Kreishallenbad Schifferstadt geherrscht. Dort hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Vorderpfalz ihre Bezirksmeisterschaften ausgetragen. 25 Mannschaften mit je vier bis fünf Schwimmern ab neun Jahren aus dem kompletten Bezirk nahmen teil.

Für die Kinder und Jugendlichen bedeutete dies, immer wieder ins Becken zu springen und in verschiedenen Staffel-Disziplinen ihr Bestes zu geben. Am Vormittag hatten die Älteren bereits ihr Können in Herz-Lungen-Wiederbelebung unter Beweis gestellt. Vor dem ersten Startpfiff mussten die Helfer ein wenig improvisieren, denn es gab keine Möglichkeit, die Hindernisse an einem Seil direkt unter der Wasseroberfläche zu befestigen. Als Ersatz mussten kurzerhand Rettungsstangen und einige Schwimmnudeln herhalten. Mit ein wenig Verspätung durften dann die Jüngsten als erste antreten und in der Bahnmitte unter den Hindernissen durchschwimmen. In sechs Altersklassen und entweder nach Geschlechtern getrennt oder gemischt trat der Rettungsschwimmer-Nachwuchs an. Die Geburtsjahrgänge 2003 bis 2005 starteten gemeinsam, dann folgten die Altersklassen 13/14 Jahre, 15/16Jahre, 17/18 Jahre und die offene Klasse ab 19 Jahren. „Die Teilnahme ist rein freiwillig, damit man seine Rettungstauglichkeit testen kann“, erklärte Kerstin Schassner, stellvertretende Vorsitzende der DLRG Schifferstadt, und fügte hinzu: „Mit den Disziplinen werden Ernstfälle simuliert.“ In der Schwimmhalle hatte man nicht den Eindruck, dass die DLRG Nachwuchssorgen plagen. „Es machen tatsächlich mehr mit, als man so mitbekommt“, bestätigte die Bezirksjugendvorsitzende Corinna Wilhelm. Gerade in einem Bezirk mit vielen Baggerseen und großen Rheinabschnitten sei das auch wichtig, findet der Vizepräsident des DLRG-Landesverbands, Andreas Back: „Immer weniger Jugendliche haben richtig schwimmen gelernt, weil es im Schulsport weniger berücksichtigt wird.“ Wenn dann noch der Faktor Alkohol dazukomme, könne der Badeausflug schnell in einer lebensgefährlichen Situation enden. Zumindest dort, wo die Rettungsschwimmer im Einsatz sind, können Badende beruhigt sein. Denn der Nachwuchs zeigte bei den Meisterschaften, dass er die Techniken bestens beherrscht. Konzentriert und schnell glitten die Jüngsten die Bahnen entlang. Und vom Beckenrand ertönten die ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufe der Mitstreiter. „Zieh! Zieh! Zieh!“, schrie da eine Schwimmerin ihre Freundin regelrecht an. Sie dürfte am Sonntag zwar heiser gewesen sein, doch das Ergebnis gab ihr Recht – ihr Team trug in diesem Lauf den Sieg davon. Nach dem Hindernis-Schwimmen und zwei Runden Rückenlage ohne Arme waren schließlich die Disziplinen an der Reihe, mit denen eine tatsächliche Rettung nachgestellt wird. Mit Wasser gefüllt wurden die orangefarbenen Puppen – auch Phantome genannt – an den Beckenrand gelegt. Die „Ertrinkenden“ brachten gut 50 Kilo auf die Waage und stellten eine echte Herausforderung dar. In der Gurtretterstaffel mussten die Jungen und Mädchen mit den umgeschnallten Auftriebselementen schwimmen, die im Ernstfall an größeren Seen und Fließgewässern zum Einsatz kommen. Und in der abschließenden Rettungsstaffel wurden verschiedene Elemente miteinander kombiniert. Rettungsschwimmer arbeiten ehrenamtlich. Und auch bei den Bezirksmeisterschaften zeigte sich, dass die Einsatzbereitschaft bei der DLRG groß ist. Knapp 50 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf, von den Kampfrichtern bis zum Kuchenverkauf. Und mit den Mannschaften waren jede Menge Betreuer gekommen, die ihren Schützlingen mit Rat und Tat – und wenn nötig beruhigenden Worten – zur Seite standen. Für die Landesmeisterschaften in Kastellaun im Mai qualifizierten sich jeweils die Sieger und punktbesten Zweiten in den Altersklassen.

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