Rhein-Pfalz Kreis Im Stangenlabyrinth

Nicht zügellos: Die Führklasse zeigt ihr Können.
Nicht zügellos: Die Führklasse zeigt ihr Können.

«Fussgönheim.» Trippel trappel Pony – Pferde-Action am Sonntag in Fußgönheim beim Pferdesport- und Zuchttreffen der Interessengemeinschaft (IG) Welsh: Auf dem Gelände des Fahr- und Reitvereins Fußgönheim waren die unterschiedlichsten Ponys sowie Klein- und Großpferde zusammengekommen. Die Welsh-Sektionen zeigten sich beim Zuchtwettbewerb. Ross und Reiter traten außerdem bei sechs Sportwettbewerben an – bei denen auch andere Rassen zugelassen waren.

Auf dem großen Reitplatz steht die geführte Gehorsamsprüfung an. Die Starter müssen neben dem Pferd eine Flagge tragen, einen Schirm öffnen, durch ein mit Flatterbändern behängtes Tor laufen, einen Slalom bewältigen, durch ein Stangenlabyrinth laufen, über eine blaue Plane und über einseitig erhöhte Stangen gehen. Bei den Stangen darf kein Huf klappernd dagegen schlagen – da ist also volle Aufmerksamkeit geboten. Die Plastikplane hingegen fordert Vertrauen zum Führer, da das Pferd nicht weiß, was sich darunter befindet. Die Isländerstute Bjarka zeigt sich am Zügel von Verena Trarbach total entspannt und läuft fleißig durch alle Aufgaben. Das Paar absolviert eine saubere Runde in der schnellsten Zeit von 1,47 Minuten und sichert sich damit den Sieg. „Das war eine absolut perfekte Vorstellung, ich hoffe, dass das Publikum jetzt nicht auf Isländer umschwenkt“, tönt es aus dem Richterturm, wo Linda Fellmann die Reitklassen bewertet. Unter den Platzierten finden sich dann auch einige Welsh-Ponys. Typischerweise sieht man auf den meisten Turnieren Dressuraufgaben und Springen. Doch die IG Welsh hat das klassische Programm um Welsh-typische Prüfungen erweitert. Ein Geschicklichkeitsspringen, eine Gehorsams- und eine Freizeitrittigkeitsprüfung sowie Sattelklasse mit Fremdreitertest sollen zeigen, was die Ponys alles drauf haben. Vor allem der „First Ridden“-Wettbewerb, der sich zwischen den Anfängern, die noch geführt werden, und den Reiterwettbewerben im Abteilungsreiten ansiedelt, ist etwas, das es sonst auf Turnieren nur selten gibt. In diesem Wettbewerb können Kinder bis zwölf Jahre starten und ihre ersten Turniererfahrungen sammeln. Auf dem Platz daneben begutachtet Zuchtrichterin Claudia Hoffarth die Stuten, Hengste, Wallache, Fohlen und Jungpferde aus den fünf Zuchtrichtungen. Unter dem Überbegriff Welsh versammeln sich eine Menge Pferde, die ein Außenstehender kaum derselben Rasse zuordnen würde. Was bei den Hunden der Terrier, ist bei den Pferden das Welsh. Schon bei der Größe gibt es große Unterschiede. Das Welsh-Mountain-Pony oder auch Welsh-A hat ein Stockmaß bis 1,22 Meter und ist daher ein ideales Kinderpony. Das Welsh-B kann mit bis zu 1,37 Meter schon größer werden und kann daher von Jugendlichen und leichteren Erwachsenen geritten werden. Deutlich muskulöser ist das Welsh-C, das durch Züchtungen zwischen Welsh-A und dem Cob-Typ entstand. Der Welsh-Cob sieht mit seiner etwas bulligen Statur etwas nach geschrumpftem Kaltblut aus. Es kann zum Teil auch über 1,50 Meter groß werden, eignet sich daher auch gut für Erwachsene, wie auch das Welsh-Partbred, ein großes etwas schlankeres Pferd, in das neben einer der Welsh-Sektionen noch andere Ponyrassen eingekreuzt wurden. Robustheit, Gutwilligkeit und Leistungsbereitschaft zeichnet alle Rassevertreter aus, was sie bei den Prüfungen in Fußgönheim auch unter Beweis stellen. Trippel trappel Pony ...

Auch eine Fohlenschau gehört zum Programm.
Auch eine Fohlenschau gehört zum Programm.
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