Rhein-Pfalz Kreis Im schmucken Oldie durch die Pfalz

Placeholder-Image

SCHIFFERSTADT. „Sehen und gesehen werden“ – das ist das Motto einer Oldtimer-Fahrt. 120 schmucke alte Autos sind am Samstag durch die Vorderpfalz unterwegs gewesen bei der neunten Oldtimer-Rallye „Goldener Hut“ des Motorsport- und Automobilclubs (MAC) Schifferstadt. Rund 125 Kilometer ging es durch 40 pfälzische Orte, bis am Nachmittag die Fahrer am Ziel vor der Waldfesthalle eintrafen.

Start war am Morgen in der Kirchenstraße am Alten Rathaus. Die Fahrer erlebten die schöne Landschaft und Sehenswürdigkeiten, die Zuschauer genossen den Anblick der historischen Fahrzeuge. Dafür machten die Fahrer einen Stopp in der Neustadter Fußgängerzone, wo Wolfgang Knobloch, der Vorsitzende der Schifferstadter Kultur- und Sportvereinigung die Fahrzeuge dem Publikum vorstellte. Aber auch für die Oldtimer-Fahrer gab es was zu gucken, wie der MAC-Vorsitzende Hans Schwind berichtet: Bei Grünstadt wurden die Fahrer von einem Autohaus erwartet, das einen Audi A 8 der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft präsentierte. Ursprünglich sollte auch ein Treffen mit den Fahrern dieses Rennwagens stattfinden, das habe aber nicht geklappt. Bei der Oldtimer-Rallye kommt es nicht auf Geschwindigkeit an. Zum einen müssen die Fahrer und ihre Co-Piloten sich anhand einer Streckenbeschreibung zurechtfinden, zum andern müssen sie verschiedene Geschicklichkeitsaufgaben lösen. Dazu gehörte zum Beispiel, eine bestimmte Strecke genau in einer vorgegebenen Zeit zurückzulegen. Das wurde mit Lichtschranken ganz genau gemessen. Eine Prüfung, bei denen die Fahrer eine Strecke zweimal in der exakt selben Zeit fahren sollten, sei organisatorisch etwas schwierig geworden, so die Rückmeldung bei Schwind. Für den Rundkurs haben die Planer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 Kilometern pro Stunde angesetzt. Auch die älteren und schwächer motorisierten Modelle sollen ja mithalten können. Als Erster traf der Lambsheimer Martin Spengler am Ziel ein. Er steuerte einen Chevrolet Master Deluxe Business Coupé aus dem Jahr 1938. Der mattschwarz lackierte Wagen ist eine imposante Erscheinung. Spengler war zum vierten Mal dabei und diesmal nicht ganz zufrieden mit der Streckenplanung. In Speyer sei er eine halbe Stunde zu früh, in Neustadt eine Stunde zu spät angekommen. Auch am Ziel kam er etwas zu früh an und wartete ab – denn wer zu früh ankommt, bekommt Strafpunkte. Dadurch soll vermieden werden, dass Teilnehmer zu schnell unterwegs sind. Auch etwas zu früh, aber sehr zufrieden mit der Organisation waren Armin Schwenda und Renate Schütz aus Seeheim-Jugenheim mit ihrem Mercedes Benz 170 V B aus dem Jahr 1936. Die Fahrt sei sehr schön gewesen, meinte Co-Pilotin Schütz und freute sich über das sonnige Wetter, das sie im offenen Wagen genießen konnte. „Das Auto hat gehalten, das ist ja bei dem Alter schon mal was“, lachte Fahrer Schwenda. Er ist Tischler und widmet sich in seiner Freizeit dem Oldtimer. Er habe den Wagen in schlimmem Zustand gekauft und dann in Eigenarbeit hergerichtet. Schon ein alter Hase ist der Neuhofener Hermann Unold, der mit seinem Enkel in einem Austin Healey Sprite von 1959 unterwegs war. Ein solches Modell sei sein erstes eigenes Fahrzeug gewesen, sodass er unbedingt wieder eines haben wollte, berichtete der 78-Jährige. Er sei fünf Jahre lang in der Formel Zwei und Drei Rennen gefahren, ebenso die Rallye Monte Carlo und Rallye Korsika. Seine Frau wünsche, dass er „etwas langsamer mache“ und so fahre er seit einiger Zeit bei gemütlicheren Rundfahrten mit. Schön sei das Zusammensein mit anderen Oldtimerfreunden. Natürlich schraubt Unold auch alles selber. „Bei den alten Autos kann man das ja noch“, sagt er. Das Fahrgefühl sei bei den Oldtimern etwas ganz anderes. Dagegen seien die heutigen Fahrzeuge mit Elektronik und vielerlei Assistenzsystem „wie Playstation spielen.“ Für die Qualität der Schifferstadter Oldtimer-Rallye spricht, dass 40 Prozent der Teilnehmer schon mehrfach dabei waren. Treuester Mitfahrer ist der Schifferstadter Peter Rosenstein mit seinem Fiat 850. Schwind bedankte sich bei seinen 60 Helfern, die sich viel Mühe gemacht hätten.

x