Bobenheim-Roxheim
Im Porträt: Junger Zeichner mit Liebe zur Heimat
Mathias Hollunder zeichnet und malt, was in Bobenheim-Roxheim eigentlich jeder kennt. Die Auswahl wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär: die Kirchen, den „Keschdebaam“, das Kapellchen am Rathaus, die alte Schleuse. Dazwischen aber auch immer wieder Motive aus der Südpfalz und dem Pfälzerwald, beispielsweise bekannte Burgen, Schlösser und Ruinen. Ohne Zweifel, er hat Talent.
Der 31-Jährige aus dem Ortsteil Roxheim wirkt, als könne ihn so schnell nichts aus der Fassung bringen. Bei seinem Hobby geht er akribisch vor, denn es ist ihm wichtig, dass bis ins Detail alles stimmt. „Ich verwerfe sehr viel“, verrät er. „Das erste Blatt fliegt fast immer weg.“ Vor Augen hat er ein weltberühmtes künstlerisches Vorbild: Albrecht Dürer. „Dürers Präzision und Authentizität finde ich einfach genial“, sagt Hollunder.
Erster Impuls: ein Heimatband
Kreativ und künstlerisch interessiert war Hollunder schon in seiner Jugend. Einen ersten Impuls erhielt er durch einen Bobenheim-Roxheimer Heimatbildband älteren Datums. Die darin enthaltenen Fotos machten Eindruck auf ihn. Mathias Hollunder, der auch ein leidenschaftlicher Fotograf ist, machte sich daran, eigene Bilder zu gestalten. Er hat zudem ein Faible für Musik, vor allem für Rock und Heavy Metal. Deshalb macht er gerne Zeichnungen für Plattencover.
Andere Länder und Kulturen wecken ebenfalls seine Neugier. Er hat schon einige spannende Reisen unternommen, war etwa im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien, in Sri Lanka und in Osteuropa unterwegs. Freiheit und ein weltoffenes Lebensgefühl, das sind Dinge, die der 31-Jährige schätzt. Immer wieder zieht es ihn in die Natur. In letzter Zeit zunehmend mit Zeichenblock und Tuschestift.
Großvater war letzter Korbmacher im Ort
Die starke Bindung zu seinem Heimatort liegt dem jungen Mann vermutlich in den Genen. Hans Graber, sein Großvater, war der letzte Roxheimer Korbmacher und hatte seine Werkstatt in der Karpfengasse. Über Jahrhunderte ernährten sich die Familien im Dorf vom Fischfang und den Erträgen aus der Korbflechterei. Reich wurden sie damit nicht, aber sie lebten damals mit und von der Natur.
Dem fühlt sich Mathias Hollunder noch verbunden. Obwohl er mittlerweile in Frankenthal lebt, schlägt sein Herz noch immer für Bobenheim-Roxheim – dort ist er aufgewachsen und zur Schule gegangen, dort leben seine Familie und Freunde. Und es ist höchstwahrscheinlich, dass er dorthin zurückkehrt. „Ich bin froh und dankbar, dass ich in dieser Gemeinde großgeworden bin“, sagt er. „Die schöne Landschaft, das Gondelfest, die weltoffenen und freundlichen Menschen ...“
Heimat mit eigenen Bildern ehren
Beruflich hat Hollunder mittlerweile umgesattelt. Zunächst hatte er nach der Schule das Friseurhandwerk erlernt. Nun ist der 31-Jährige als Umweltschutz- und Messtechniker tätig. In seinem Job kommt er weit herum und hoch hinauf, wie er berichtet. Nicht selten klettert er in seiner Arbeitszeit auf 50 Meter hohe Industriekamine. Seine Freizeit gehört jedoch der Kunst.
Die Veröffentlichung seiner Zeichnungen und Bilder zielt allerdings nicht auf Gewinn ab. Auch wenn sich schon Kaufinteressenten bei ihm gemeldet haben: „Ich habe nicht vor, einen Beruf daraus zu machen, dann macht es vielleicht keinen Spaß mehr“, erklärt er. Gut vorstellen kann sich Mathias Hollunder aber eine Ausstellung, vielleicht im Rathaus oder im Heimatmuseum. „Ich will Bobenheim-Roxheim mit meinen Bildern ehren.“