Mutterstadt
Im Notfall: Wo sich Bürger aufwärmen können
Seit der Flutkatastrophe im Ahrtal, bei der die Bevölkerung offensichtlich unzureichend gewarnt und evakuiert worden ist, sind Kommunen wieder für das Thema Katastrophenschutzpläne sensibilisiert. „Aber ebenso die Gasmangellage und die Energiekrise sind der Grund, warum wir, auch in Absprache mit den anderen Kreiskommunen, in den Bereich investieren wollen“, erklärt Schneider. Man wolle so für möglichst alle Notfälle vorbereitet sein, „wenn es zum Beispiel in einem Hochhaus im Blockfeld brennt und plötzlich Hunderte von Menschen evakuiert werden müssen“.
Stab für Krisenfälle
Darum habe die Gemeinde entschieden, zusammen mit der Feuerwehr einen Verwaltungsstab für Krisenfälle zu bilden. Dieser soll erarbeiten, wie in Krisen- oder Katastrophen-Szenarien verfahren werden soll. Es soll zum Beispiel festgelegt werden, wer wann wie alarmiert wird, wer zum Einsatz kommt und was getan werden soll. Sitz des Verwaltungsstabs soll das Rathaus sein. In der Neuen Pforte nebenan soll im Obergeschoss eine sogenannte Wärmeinsel eingerichtet werden, in der in Not geratene Bürger unterkommen und versorgt werden.
Dazu müssen aber das Rathaus-Gebäude und die Neue Pforte autark sein. Gute Voraussetzung dafür sei, dass schon jetzt die Energieversorgung beider Gebäude – sowohl Heizung als auch Strom – vernetzt sei, meint Schneider. Mit der Erneuerung der Elektro-Anlage im Rathaus und in der Neuen Pforte sei zudem die Möglichkeit eingebaut worden, die Gebäude vom öffentlichen Stromnetz zu nehmen und auf die Versorgung über Notstromaggregate umzustellen. Mehrere davon möchte die Gemeinde im kommenden Jahr anschaffen, über die sollen dann beide Gebäude mit Energie versorgt werden. Außerdem sollen Wasser, Lebensmittel und andere Hilfsgüter angeschafft werden. Insgesamt möchte die Kommune in den kommenden zwei Jahren 250.000 Euro dafür investieren.