Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Im alten Gemäuer Traum verwirklicht

„Wir haben praktisch nur die Außenmauern stehen lassen“, erinnert sich Hausherr Oliver Meyer an den Beginn der Spormühlensanieru
»Wir haben praktisch nur die Außenmauern stehen lassen«, erinnert sich Hausherr Oliver Meyer an den Beginn der Spormühlensanierung.

Vor dreieinhalb Jahren haben Oliver Meyer und seine Frau Sabrina Price-Meyer die alte Spormühle am Eckbach in Dirmstein gekauft und aufwendig saniert. Heute beherbergt das Anwesen ein Wohnhaus, Büros für Meyers Unternehmen Tailormade sowie einen Tagungsraum, der für Veranstaltungen gemietet werden kann.

„Aussichtsreich.“ So lautet der Name des Tagungsraums, der dort entstand, wo sich früher die Technik zum Betreiben des Mühlrads befand, und von dem man auf den Eckbach blickt. Das ehemalige Mühlengebäude erstrahlt in neuem Glanz, und dafür wurde „tabula rasa gemacht“, wie Oliver Meyer sagt. Als der Unternehmer die Spormühle 2015 kaufte, fand er auf den vier Ebenen des Anwesens noch die Gästezimmer und den Frühstücksraum des vormals dort betriebenen Landhotels vor. Es galt deshalb, Teppiche, Nasszellen und Rohre zu entfernen und auch die Kleinräumigkeit aufzulösen. Gemeinsam mit Freunden hätten sie das mit dem Vorschlaghammer selbst gemacht, sagt Oliver Meyer. Dabei seien auch verkohlte Balken freigelegt worden.

Denn mehrmals in ihrer Geschichte ist die Spormühle abgebrannt und wieder aufgebaut worden. „Auch wir haben praktisch nur die Außenmauern stehen lassen“, berichtet Meyer. Und selbst die habe man in zwei Fällen erneuern müssen. Das Außenmauerwerk sei stellenweise nicht ausreichend mit den Etagen verzahnt gewesen. Eine Herausforderung war auch das zweite Obergeschoss: Laut Arbeitsstättenrichtlinie sei es zu niedrig, erklärt der 42-Jährige, deshalb habe er ein Gefahrengutachten vorlegen müssen, um auf dieser Etage Büros genehmigt zu bekommen.

Bei der Restaurierung der Mühle setzten die Meyers auf eine Mischung aus Alt und Neu. So wurden zum Beispiel die Holzfenster in Richtung Innenhof nach den Vorgaben des Denkmalschutzes aufwendig aufgearbeitet, während das Treppenhaus nun im „Industrial Style“ gehalten ist. Auch bei der Innenraumgestaltung entschied sich das Paar dafür, gemasertes Holz mit moderner Betonoptik zu kombinieren. Nach zweieinhalb Jahren Sanierung bezogen am 1. November 2018 sechs Mitarbeiter, die zuvor in Mainz tätig waren, ihre Büros in Dirmstein.

Als Sponsoring- und Eventagentur mit 30 Mitarbeitern betreut Tailormade unter anderem den Hauptsponsor des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, sie arbeitet aber auch im Auftrag von Firmen wie der BASF oder dem Pumpenhersteller KSB. Stammsitz des Unternehmens sei Stuttgart, erklärt Meyer. Er selbst fahre einmal in der Woche dorthin und arbeite ansonsten von der Spormühle aus.

„So ein altes Gemäuer war schon immer mein Traum“, sagt der zweifache Vater mit Stolz. Tatsächlich seien er und seine Frau des Objekts wegen nach Dirmstein gekommen. Von Beginn an hätten sie sich wohl gefühlt und das Leben in Dirmstein lieben gelernt. „Für mich ist es Luxus, meine Kinder mit dem Fahrrad in drei Minuten in den Kindergarten bringen zu können“, erzählt Meyer, der aus Frankenthal kommt. Bereits 2015 zog er mit der Familie in den an die heutigen Büros angrenzenden Teil des Dirmsteiner Anwesens. „Zum Glück mussten wir das Wohnhaus damals nicht so aufwendig renovieren“, sagt Sabrina Price-Meyer (38) noch immer erleichtert. Nicht nur Dirmsteiner erinnern sich daran, dass es in der Spormühle bis in die 1990er-Jahre ein Restaurant gab. Der damalige Gastraum ist heute das Wohnzimmer.

Im Januar gab es in der Spormühle die Eventpremiere: Handballtrainer Ben Matschke von den Ludwigshafener Eulen war erster Gast einer von Tailormade ins Leben gerufenen Gesprächsreihe. Doch denkt Oliver Meyer denkt schon weiter und größer: Es gebe ja noch das Torhaus, die Remise und den Hochkeller. „Wir verfügen noch über so viel überbaute Fläche“, schwärmt er und hat Pläne für einen großen Tagungsbereich im Kopf. „Mindestens ein Jahr lang brauchen wir aber erst mal eine Verschnaufpause“, meint der Unternehmer, der sich auch sozial engagiert. Für Fabian Pozywio, der 2015 im Dirmsteiner Soccerpark Opfer einer Gewalttat wurde (wir berichteten), hat Oliver Meyer schon mehrere Benefizveranstaltungen mit dem Titel „Freiwurf für Fabi“ initiiert. Die Dirmsteiner Spormühle sei ein Ort, der die Seele auftanke, ist sich das Ehepaar Meyer einig. „Wir wollen uns nicht abschotten“, sagt Oliver Meyer und versichert, dass der Innenhof des historischen Anwesens durchaus besichtigt werden kann: „Wenn das Tor auf ist, darf man gerne reinschauen.“

Kontakt

Der Tagungsraum „Aussichtsreich“ der Spormühle Dirmstein bietet Platz für bis zu 30 Personen und kann für Veranstaltungen, Firmenseminare und Tagungen genutzt werden. Kontakt: Sabrina Price-Meyer, Telefon 0176 31006460 , oder per E-Mail an spormuehle@email.de.

Alt und Neu chic kombiniert: Eines der Büros der Firma Tailormade von Oliver Meyer.  Foto: Meyer/Frei
Alt und Neu chic kombiniert: Eines der Büros der Firma Tailormade von Oliver Meyer.
Wenn dieses Tor offen steht, dürfen Passanten eintreten und sich im Hof umschauen.  Foto: BOLTE
Wenn dieses Tor offen steht, dürfen Passanten eintreten und sich im Hof umschauen.
Oliver Meyer  Foto: BOLTE
Oliver Meyer
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