Rhein-Pfalz Kreis Ich wollte dir nur mal eben sagen

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Schifferstadt/Limburgerhof. Am morgigen Sonntag ist der Welt-Komplimente-Tag. Wir haben uns auf dem Burgunder Platz in Limburgerhof und dem Schillerplatz in Schifferstadt umgehört, wem die Menschen bei dieser Gelegenheit verbale Streicheleinheiten zukommen lassen möchten und aus welchem Grund. Der Aktionstag wurde erstmals 2003 in den Niederlanden begangen. Ziel ist, durch Wertschätzung der Mitmenschen den 1. März zum „positivsten Tag der Welt“ zu machen – nur mit der Kraft der Worte und nicht mit Geschenken.

Jutta Brill

muss nicht lange überlegen, wer sich ein großes Kompliment verdient hat: ihr Mann. „Er war vergangenes Jahr einige Male im Krankenhaus und immer sehr tapfer“, erläutert die 64-Jährige aus Böhl-Iggelheim ihre Wahl. Sibylle Hauff (52) aus Limburgerhof geht die Sache etwas allgemeiner an. Sie spricht allen Menschen rund um den Erdball ein Kompliment aus, und zwar nicht nur, weil es ja auch Welt-Komplimente-Tag heißt, sondern weil „in jedem Menschen etwas Positives steckt“, findet sie. Theo Magin aus Mutterstadt überrascht die Frage am frühen Morgen zunächst, war er mit den Gedanken doch gerade bei den anstehenden Einkäufen. Lange grübeln muss er dennoch nicht. Sein Kompliment geht an seine verehrte Gattin. Weshalb? Ganz klar: „Da sie immer so fantastisch und gerne kocht“, verrät der 62-Jährige, womit sich seine Gemahlin das Dankeschön in Form eines Kompliments erworben hat. Mit einem einzigen Lobeswort kommt Udo Keilhauer (72) aus Limburgerhof nicht aus. Macht nichts, denn in der offiziellen Bezeichnung des Tags steckt die Mehrzahl ja schon drin. An wen seine freundlichen und dankbaren Worte gerichtet sind? Zunächst einmal an seine bessere Hälfte: „Meine Frau bringt und hält immer alles in Ordnung“, schildert er seine Beweggründe. Und kommt zu Komplimente-Empfängerin Nummer zwei: seiner Tochter. „Weil sie mein Geschäft in meinem Sinne weiterführt“, lobt er, ist mit der Anerkennung aber noch nicht am Ende angelangt. Ein Kompliment gebühre auch seinen Enkeln. „Denn sie haben im Berufsleben einen geraden Weg eingeschlagen und sind erfolgreich. Da ist man als Opa natürlich stolz“, erklärt Keilhauer. Die Wertschätzung für den Nachwuchs teilt Pero Dreznjak aus Limburgerhof. „Unsere Kinder sind beruflich erfolgreich und stehen auf eigenen Füßen. Das freut meine Frau und mich selbstverständlich“, sagt der 65-Jährige. Mit diesen Leistungen haben seine beiden Söhne sich nicht nur ein Kompliment verdient. Sie lassen ihren Herrn Papa den Ruhestand damit auch noch ein bisschen mehr genießen. „Denn ab Montag bin ich offiziell in Rente“, verrät Dreznjak. Bernhard Oberhauser (50) aus Dannstadt-Schauernheim – die Betonung liege auf dem Ortsteil Dannstadt – beweist, dass keine herausragenden Leistungen oder besonderen Verdienste Voraussetzung für wohlwollende Worte sind. „Ich mache meiner Frau ein Kompliment, einfach weil sie meine Frau ist“, erklärt er. Ähnlich pragmatisch nähert sich Sabine Kepes aus Limburgerhof dem Tag der Komplimente. Der glückliche Empfänger ist ihr Mann. Warum ausgerechnet er? „Weil er so verständnisvoll ist, ganz im Gegensatz zu mir“, schildert sie die Grundlage für das Kompliment. Das sie Augenblicke später noch mit einer kleinen Ergänzung verstärkt. „Wäre mein Mann so wie ich, hätte ich wohl schon längst die Flucht ergriffen“, gesteht die 49-Jährige lachend. Svetlana Bosak (52) aus Limburgerhof legt hingegen Wert auf gute Manieren. Deswegen gilt ihr Kompliment allen Menschen, die nett, höflich und respektvoll sind. „Denn das ist heutzutage leider eine Seltenheit“, findet sie. Voll des Lobes für ihre Eltern ist Astrid Kornek (44) aus Schifferstadt. „Sie sind einfach großartige Leute, auf die man sich immer verlassen kann“, kleidet sie ihr Kompliment in Worte. In dieselbe Richtung zielt die Anerkennung von Sigrid Harth aus Haßloch. Die 56-Jährige spricht ihrer Mutter ein herzliches Kompliment dafür aus, „dass sie die ganzen Jahre für mich da war“. Ruth Müller (54) aus Schifferstadt dagegen ist gerade aus dem Südafrika-Urlaub zurückgekehrt. Dort sei sie beim Restaurantbesuch von den Gastronomen förmlich umgarnt worden. Eine derart zuvorkommende Behandlung kenne sie aus Deutschland nicht. Deshalb spricht sie den südafrikanischen Wirtsleuten ein großes Kompliment aus, die sich so kompetent um ihre Gäste bemühen. Kurt Schwind aus Schifferstadt wählt einen anderen Ansatzpunkt. Sein Kompliment gilt Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Wenn es ihnen gelingt, die Ukraine-Krise in 20 Jahren zu lösen, bin ich zufrieden“, sagt der 77-Jährige. Peter Deller (58) aus Haßloch adressiert seine freundlichen Worte an die gesamte Bundesregierung. Denn Deutschland sei in der Welt noch immer gefragt. „Trotz aller Kritik läuft es doch“, beschreibt er seine Überlegung. Else Batzler aus Schifferstadt macht ihrer Friseurin Doris Kolb ein Kompliment. Mit deren Arbeit ist die 81-Jährige nämlich hochzufrieden. „Ich gehe seit 32 Jahren zu ihr, und sie macht mich immer schön.“

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