Rhein-Pfalz Kreis „Ich habe die Musik zuerst im Kopf“

Mutterstadt. Aus dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ hat Sabine Stoll mit ihrem Spielkreis der Musikschule des Rhein-Pfalz-Kreises ein Musical gemacht. Kleine und große Kinder singen und spielen. Die heutige Vorstellung ist ausverkauft, für den morgigen Mittwoch, 18 Uhr, im Mutterstadter Palatinum gibt es noch Restkarten. Wir sprachen mit Sabine Stoll, die für Text, Musik und Regie verantwortlich ist.
Es sind wie jedes Jahr 90 Kinder, die singen, spielen und musizieren. Und es waren wieder einige Ehemalige zu Besuch bei den Proben auf der Starkenburg. Sie bearbeiten „Die Bremer Stadtmusikanten“. Meist machen Sie die Stücke kinderfreundlicher. Auch dieses Mal? Das Märchen ist ja eigentlich recht kurz. Ich habe deshalb die Räuberszenen ein bisschen ausgebaut. Es gibt jetzt auch eine „Räuber-Schule“. Die Katze lebte an einem Königshof und ist eine ziemliche Tussi. Sie muss weg, weil ein junges Kätzchen kommt. Und die Räuber drücken die Schulbank? Der Räuberboss versucht, Italienisch zu sprechen, das findet er cool. Das führt dann auch zu lustigen Missverständnissen mit den anderen Räubern. In der Schule sollen die Räuber lesen, rechnen und schreiben lernen, aber das geht schief, weil sie nicht den nötigen Ernst haben. Und die Räuber-Lehrerin Tusnelda verzweifelt, weil die Räuber lieber raufen. Da spielen Kinder mit ganz unterschiedlichem Können. Wie wirkt sich das beim Komponieren aus? Das ist mein „Heimvorteil“, dass ich weiß, wie wir besetzt sind. So kann ich für die Kleineren eine Stimme schreiben, die sie gut bewältigen, aber auch etwas für die Größeren, was etwas mehr verlangt. Damit sind alle so gefordert, dass niemand denkt, er müsse gar nicht üben – aber andererseits können auch die Kleinen mit ihren wenigen Tönen sich in einem tollen Gesamtklang mitbewegen. Wann fangen Sie zu komponieren an? Ich schreibe das immer in meiner Sommerpause in Oberjoch im Allgäu. Das ist ein ganz kleiner Ort. Dort habe ich die Musik zuerst im Kopf, dann setze ich mich hin und schreibe es auf. Ich kann da ganz meinen Ideen nachgehen. Wenn ich nachts um Vier mit einer Melodie aufwache, kann ich sie aufschreiben und dafür mittags ein bisschen schlafen. Haben Sie dort ein Klavier? Nein, ich schreibe alles am Schreibtisch. Ich höre die Musik im Kopf und notiere sie dann mit der Hand. Was machen die Tiere, die eine Band gründen wollen? Die Katze meint, sie könnte bei „Deutschland sucht den Superstar“ mitmachen, Hund und Esel wollen zuerst einen tollen Bandnamen finden. Wenn sie die Räuber vertreiben wollen, singen sie laut und falsch, aber da gibt es Missverständnisse. Und dann ziehen sie als Band weiter? Nein, das ist wie im Original: Da sind die Bremer Stadtmusikanten ja witzigerweise auch nie bis nach Bremen gekommen. Die bleiben auch in dem Haus.