Rhein-Pfalz Kreis Hundekot und viele Flaschen
Maxdorf. Insgesamt zwölf Kubikmeter Müll, den ihre Mitmenschen achtlos in die Gegend warfen, haben die Teilnehmer bei der Aktionswoche „Saubere Umwelt“ in der Verbandsgemeinde Maxdorf eingesammelt. Erstmals mit am Start war die Justus-von-Liebig-Realschule plus, deren Schüler und Lehrer allein ein Drittel des Abfalls weggeräumt haben.
Viel los ist am Freitagvormittag auf dem Schulhof der Maxdorfer Realschule plus. Den letzten Schultag vor den Osterferien nutzen die 530 Fünft- bis Zehntklässler sowie 50 Lehrkräfte, um beim Großreinemachen im Dorf mitzuwirken. „Ich habe das vorgeschlagen, und die Klassensprecher waren dafür“, erzählt Felicitas Klodt, die als SV-Lehrerin Ansprechpartnerin für jene Jungen und Mädchen ist, die die Interessen ihrer Mitschüler vertreten. Zusammen mit Annette Keller hat Klodt die Teilnahme an der Umweltaktion organisiert. Früh am Morgen sind die einzelnen Klassen ausgeschwärmt, um vor allem im Umfeld der Schule, aber auch bis zur Gemeindegrenze in Richtung Fußgönheim und Lambsheim Müll aufzulesen. Inzwischen kehren die ersten Gruppen schon wieder zurück, auf dem Rücken schleppen die Schüler gut gefüllte Abfallsäcke. Die werden zentral abgestellt und später von Mitarbeitern der Gemeinde fachgerecht entsorgt. Ist Müll sammeln besser als Unterricht? „Am Anfang waren sie etwas mürrisch, aber dann hat es allen Spaß gemacht“, schildert Schülersprecherin Lili Kurz ihre Eindrücke. Die 15-Jährige hat selbst fleißig mit angepackt und könnte sich vorstellen, auch mal in ihrer Freizeit bei den Aktionstagen mitzumachen. „Tüten, Verpackungen und viele Taschentücher“, fassen Tim (15) und Marvin (16) ihre Funde zusammen. Sie finden die Müllsammelaktion „schon sinnvoll“. Richtig begeistert ist hingegen Fünftklässlerin Savanna. „Ich fand es sehr cool. Ich habe auch Hundekot eingesammelt“, erzählt das Mädchen. Klodts Augenbrauen heben sich, umstehende Mitschüler verziehen angewidert die Gesichter. „Keine Sorge, das war in einer Plastiktüte“, ergänzt Savanna, als sie die Reaktionen mitbekommt. Von weiteren Entdeckungen berichten Patrick und Chantal: Brezeln, Zigaretten, Dosen, Styropor und Verpackungen von Süßigkeiten. Im Hintergrund ziehen einige ältere Realschüler gerade einen großen Drahtzaun auf den Schulhof, den sie aus den Büschen geholt haben. Die Motivation der Jugendlichen scheint hoch, die Stimmung gut. Klodt beobachtet ihre Schützlinge zufrieden. Vier Kubikmeter Müll haben sie am Ende zusammengetragen. Als kleines Dankeschön bekommen die Schüler bei der großen Abschlussversammlung auf dem Schulhof jeweils einen Osterhasen. Außerdem spendete die Gemeinde Brezeln und Apfelsaft. Neben der Realschule plus haben laut Matthias Wünstel von der Umweltabteilung des Maxdorfer Bauamts die Haidwaldschule, zehn Vertreter des Netzwerks Hilfe einschließlich einiger Asylbewerber, 30 Aktivisten der Umwelt-AG und 20 weitere Personen mitgemacht. Sie haben die Natur vor allem von Verpackungen befreit. „Aber auch viele Altreifen und Flaschen wurden gefunden“, informiert er. Von der gesamten Müllmenge machten allein die Flaschen bereits einen Kubikmeter aus. Spektakuläre Funde hat es dem Experten zufolge dieses Mal aber nicht gegeben. Ein Gartenstuhl und ein Kinderfahrrad aus Kunststoff seien dabei gewesen. Die Schwerpunkte des illegal abgelagerten Mülls befinden sich seinen Erfahrungen zufolge im Gewerbegebiet „Im Reff“, an den Brücken über die A 61 und A 65 sowie entlang der Waldwege.