DUDENHOFEN
Hufschmied im Einsatz: Hoch die Hufe
„Wir sind keine reinen Handwerker, eher handwerklich und medizinisch ausgebildete Orthopäden“, erklärt Dreßler. Rund dreieinhalb Jahre gesetzlich geregelte Ausbildung hat er hinter sich, damit er seinem Beruf nachgehen kann. Der wird offiziell wie folgt beschrieben: Ein Hufschmied ist ein Spezialist für die Pflege, das heißt das Ausschneiden (Raspeln) und das Beschlagen von Tierhufen mit Hufeisen oder anderen Materialien. Hufeisen und Hufnägel stellt er im Schmiedeprozess selbst her und passt die Eisen der Form des Hufes an. Seine Arbeit beinhaltet auch die Behandlung verletzter und kranker Hufe.
Weil Shari nur als sogenanntes Freizeitpferd bewegt wird und nicht wie Galopp- und Springpferde mitunter stark beansprucht ist, „behuft“ ihn Matthias Dreßler nur an den Vorderbeinen und macht sich an dem hinteren Beinpaar lediglich mit einer Raspel zu schaffen. Beide Vorgänge nimmt der Wallach mit der Gelassenheit seines Alters hin. Wäre es in diesem Zusammenhang nicht unpassend, könnte es heißen „geduldig wie ein Lamm“. Vielleicht hält ihn außer der gleichermaßen zupackend wie lässigen Vorgehensweise des Hufschmieds auch die Anwesenheit von Ina Baust ruhig. Die junge Frau ist ihm schließlich vertraut. Sie sei die „Reitbeteiligte“ an Shari, sagt sie. Das bedeute, dass sie sich finanziell und auf betreuende Weise engagiert hat. Besitzerin ist Sandra Ohmer.
Bis zu neun Pferde am Tag
„Pferde sind wie Kinder“, weiß Hufschmied Dreßler. „Sie wollen sehen, was mit ihnen passiert“, sagt der 26-Jährige. Er erklärt damit, warum er dem mit einem dunkelbraunen und einem hellblauen Auge in die Welt blickenden Shari gerade ein neues Hufeisen samt alten Hornhaut-Raspeln vorgezeigt hat. Der Wallach gibt offenbar sein Okay, der Hufschmied kann weitermachen. Bis zu neun Pferde „bearbeitet“ Dreßler an jedem Wochentag, je nach Hufanzahl ist er pro Ross bis zu eineinhalb Stunden beschäftigt. 80 Euro je Pferd beträgt sein Lohn, vor der Steuer.