Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Hobbyköchin räumt bei Küchenschlacht ab

Beim Kochen mit Moderator Nelson Müller: Elke Lickteig aus Dudenhofen.
Beim Kochen mit Moderator Nelson Müller: Elke Lickteig aus Dudenhofen.

Kochen ist für Elke Lickteig schon lange eine Leidenschaft und ein Ausgleich zum Beruf. Alleine wäre die Dudenhofenerin aber wohl nicht darauf gekommen, sich für die Teilnahme an einer Kochshow im Fernsehen zu bewerben. Doch vor einigen Tagen war sie in der ZDF-„Küchenschlacht“ zu sehen – und wird schon bald wieder als Kandidatin dabei sein.

„Meine Mutter hatte die Idee“, erzählt Elke Lickteig. Diese verfolgt nämlich regelmäßig die ZDF-Sendung „Küchenschlacht“, bei der jede Woche sechs Kandidaten in fünf Folgen um die Wette kochen, und rechnete ihrer Tochter dabei gute Chancen aus. Als die Dudenhofenerin dann vor einigen Monaten noch ein Radiointerview hörte, in dem es darum ging, mal etwas Ungewöhnliches außerhalb der eigenen Komfortzone zu wagen, beschloss die Finanzbeamtin kurzerhand, sich für die Sendung zu bewerben. Nachdem die 57-Jährige einen Online-Bewerbungsbogen ausgefüllt, telefonische Casting-Gespräche geführt und Fotos einiger von ihr gezauberter Gerichte verschickt hatte, stand schließlich fest: Elke Lickteig darf nach Hamburg reisen und sich in der Küche des Fernsehstudios mit fünf weiteren Kandidaten messen.

Aufgezeichnet wurden die fünf Sendungen, die vergangene Woche ausgestrahlt wurden, im April innerhalb von zweieinhalb Tagen. Am ersten Tag durften die Kandidaten ihr jeweiliges Leibgericht kochen, Elke Lickteig entschied sich für eine Couscous-Bowl. Nachdem sie zum Auftakt noch nicht so ganz den Geschmack der Jurorin getroffen hatte, ließ die Dudenhofenerin in den folgenden Sendungen ihre Konkurrenten hinter sich. „Zu meiner Überraschung habe ich jedes Mal den Tagessieg geschafft“, erzählt sie.

Wild im Finale

Mit ihrer Vorspeise „Spargel mit Erdbeer-Basilikum-Salsa und Jakobsmuscheln mit Weinschaumsauce und dreierlei Topping“ überzeugte Lickteig ebenso wie mit ihrem vegetarischen „fruchtigen Risotto mit Auberginen-Pakoras, karamellisierten Walnüssen und Zitronen-Öl“. Der dritte Tag stand unter dem Motto Urlaubserinnerungen: „Da wir Nordsee-Urlauber sind, habe ich knusprig gebackenen Kabeljau mit Sauce tartare, Kartoffelecken und Wildkräutersalat mit Himbeerdressing gemacht“, berichtet die Dudenhofenerin.

Im Finale mussten die beiden verbliebenen Kandidaten ein Rezept von Moderator Nelson Müller nachkochen: „Rehmedaillons mit Holundersauce, Pfifferling-Rösti und gebackenem Chicorée“. Das Rezept dafür hatte Lickteig bereits eine Woche zuvor bekommen, um es zu Hause auszuprobieren. An die Zutaten zu kommen sei gar nicht so leicht gewesen, sagt sie. Denn die Rezepte bei der Küchenschlacht orientieren sich saisonal am Ausstrahlungstermin. „Rehe hatte im April eigentlich Schonzeit“, erklärt die Hobbyköchin. Ein befreundeter Jäger habe zum Glück noch welches eingefroren gehabt. Auch bei den Pfifferlingen musste Lickteig auf Tiefkühlware zurückgreifen. In Hamburg gelang ihr das Gericht trotzdem perfekt. Juror Thomas Martin kürte die Dudenhofenerin zur Siegerin. Sie zieht damit in die „Champions-Week“ ein und darf sich mit anderen Wochensiegern messen. Im Juli wird gedreht, ab 12. August werden die Sendungen ausgestrahlt. Überzeugt Elke Lickteig auch da mit ihren Kochkünsten, steht sie im großen Jahresfinale, bei dem es 25.000 Euro zu gewinnen gibt.

Während der Sendungen sei sie wie im Tunnel gewesen, denn die Hobbyköche müssen ihre Gerichte in einer bestimmten Zeit abliefern. „35 Minuten gehen wahnsinnig schnell rum“, berichtet Lickteig. Und zwischendurch möchte natürlich auch der Moderator das ein oder andere Schwätzchen halten. „Nelson Müller hat da ein gutes Gespür“, erzählt die Dudenhofenerin. „Wenn er merkt, dass man einsilbig wird, weil man im Stress ist, geht er weiter zum nächsten Kandidaten.“ Überhaupt seien sowohl der Moderator als auch die Juroren sehr nett gewesen. Ihr Eindruck: „Die Sendung ist sehr wertschätzend, da wird keiner runtergemacht.“ Interessant war für Elke Lickteig, sich die Sendungen in der vergangenen Woche zum ersten Mal ansehen zu können. Wie ist das so, sich selbst im Fernsehen zu erleben? „Es ist komisch, aber besser als ich befürchtet habe“, sagt sie und lacht. Beim Zuschauen habe sie endlich auch richtig würdigen können, was ihre Konkurrenten gemacht haben. „Vor Ort beim Kochen kriegt man das gar nicht alles mit“, erzählt die 57-Jährige.

Auf Rezeptsuche

Doch nach der Show ist vor der Show und so hat Elke Lickteig schon mit den Vorbereitungen für die nächste Runde im Juli begonnen. Die drei Tagesmottos hat sie kürzlich vom ZDF mitgeteilt bekommen: An einem Tag dreht sich alles um Sandwiches, dann werden Gerichte rund um die Tomate gekocht und am dritten Tag müssen innerhalb von 35 Minuten sowohl Vor- als auch Hauptspeise zubereitet werden. Außerdem müssen die Kandidaten an einem Tag ein Gericht aus einem vorgegebenen Warenkorb improvisieren und im Finale steht wieder ein Rezept des moderierenden Kochs – in diesem Fall Mario Kotaska – als Herausforderung auf dem Plan. Für Elke Lickteig heißt es in den kommenden Wochen nun: Kochbücher wälzen und Kochseiten im Internet durchforsten, um mit den richtigen Rezepten nach Hamburg zu fahren. Denn: „Wenn man schon so weit gekommen ist, will man auch sehen, wie weit man noch kommen kann.“

Im Netz

Die Sendungen mit Elke Lickteig vom 3. bis 7. Juni gibt es in der ZDF-Mediathek unter www.zdf.de/show/die-kuechenschlacht zu sehen. Dort finden sich auch alle Rezepte aus den Sendungen.

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