Dudenhofen / Schwegenheim / Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Hexennacht: Streiche zum Schmunzeln

Am Dudenhofener Ortseingang von Harthausen kommend: das Hatzenbühler Ortsschild.
Am Dudenhofener Ortseingang von Harthausen kommend: das Hatzenbühler Ortsschild.

In der Hexennacht wurden unter anderem in Dudenhofen und Schwegenheim Ortsschilder ausgetauscht. In Römerberg tauchen Plakate mit Botschaften auf.

Unbekannte haben sich in der Hexennacht offensichtlich einen Scherz erlaubt und in Gemeinden im Kreis Germersheim sowie in Dudenhofen Ortsschilder ausgetauscht. Die Schwegenheimer hatten ein Neupotzer Ortsschild und die Dudenhofener eines aus Hatzenbühl. Das Schwegenheimer Ortsschild wurde in Hatzenbühl entdeckt und das Dudenhofener in Kandel. Betroffen war auch die Gemeinde Freisbach, in der das Ortsschild von Kandel aufgestellt worden war. Das Freisbacher Ortsschild tauchte in Neupotz auf. Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar. Die Polizei in Speyer und Germersheim erfuhr am Sonntagvormittag erst durch RHEINPFALZ-Anfrage beziehungsweise aus den Medien von der Aktion.

In den sozialen Netzwerken war die „kreative Idee der Hexen“ dagegen bereits am Samstag ein großes Thema, als sich manch ein Dudenhofener bei der Einfahrt in seinen Ort in Hatzenbühl und manch ein Schwegenheimer in Neupotz wähnte. Schwegenheims Ortsbürgermeister Bodo Lutzke (FWG) weiß nicht, wer hinter der Aktion steckt. „Es müssen aber mehrere gewesen sein, weil eine gewisse Logistik dahintersteckt“, vermutet er. Lutzke zufolge stehen die betroffenen Ortschefs in Kontakt. Es gebe nun den Vorschlag, alle Ortsschilder nach Rülzheim zu bringen, weil dieser Ort mit Blick auf die betroffenen Gemeinden zentral liege, und die Schilder dort auszutauschen. „Sonst müssten unsere Bauhof-Mitarbeiter nach Hatzenbühl fahren, um unser Ortsschild wieder zu bekommen, und nach Neupotz, um deren Ortsschild dort wieder abzugeben“, sagt Lutzke. Sein Amtskollege aus Dudenhofen, Jürgen Hook (SPD), hat auch keinen Schimmer, wer hinter der Aktion steckt. Nach seinen Angaben hat der zuständige Beigeordnete Reinhard Burck (Grüne) die Kreisverwaltung und den Landesbetrieb Mobilität (LBM) kontaktiert, da diese Behörden für die Landesstraße, an der das Schild ausgetauscht wurde, zuständig sind.

Es handelt sich übrigens um das Schild, um das es in den vergangenen Wochen wegen der Versetzung und der damit verbundenen Erhöhung des Tempolimits im Bereich der Ein- und Ausfahrt ins Gewerbegebiet von 50 auf 70 Kilometer pro Stunde öffentliche Diskussionen gab. Das Schild war Ende vergangener Woche trotz Protesten des Ortsvereins und der FDP-Fraktion vom LBM auf Anweisung der Kreisverwaltung versetzt worden.

Geld und Grün gefordert

In Römerberg waren es keine Schilder, die Aufmerksamkeit erregten, sondern Plakate mit Botschaften, die in Berghausen auftauchten. Am Weiberbratenbrunnen trugen die Figuren Mundschutz, und davor stand ein Schild mit der Aufschrift „Vermasselt Corona unsere diesjährige Jubiläumsfeier? Dann wollen wir Weiber aber trotzdem das ,Bratengeld’ von der Stadt Speyer“.

Hintergrund ist, dass dieses Jahr im Juni eigentlich wieder eine Scheck-Übergabe vorgesehen war, die an ein Unglück vor mehr als 300 Jahren erinnert, aus dem die Weiberbratenvereinigung hervorging. Damals waren Berghausener Frauen nach Speyer auf den Markt unterwegs, um Milch zu verkaufen. In Höhe der heutigen Stadtgärtnerei stand damals das Speyerer Gutleuthaus, in dem ein Feuer ausgebrochen war. Die Berghausener Frauen löschten den Brand mit ihrer Milch und retteten damit vielen Bewohnern das Leben. Für diese Tat werden sie in regelmäßigen Abständen früher mit einem Braten und heute mit einem Scheck aus Speyer belohnt.

Eine weitere Botschaft war auf der geschotterten Verkehrsinsel am Berghausener Ortseingang von Speyer kommend zu lesen: „Diese Steingärten – so ein Scheiß! Für Menschen & Bienen keinen Schweiß!“ Darunter saß eine Puppe in Gärtnerkleidung auf einem Stuhl. Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) sagt im RHEINPFALZ-Gespräch, dass diese Verkehrsinsel auch bald umgestaltet werde. Nachdem dies mit den Inseln an der Ortseinfahrt von Dudenhofen kommend und am Edeka in Heiligenstein bereits geschehen sei, werde dieses Jahr die Querungsfläche am Netto und nächstes Jahr die bei der Hexennacht-Aktion thematisierte grüner gestaltet, verspricht der Ortsbürgermeister, der nicht weiß, wer hinter den Aktionen in Römerberg steckt.

Insgesamt sind sich jedoch alle einig: Diese Streiche – sowohl mit den Ortsschildern als auch den Plakaten – sind gelungen, weil sie Menschen zum Schmunzeln bringen, keinem einen Schaden zufügen und kein Sachschaden verursacht wurde.

Steht in Schwegenheim nahe des Schützenhauses: das Ortsschild von Neupotz.
Steht in Schwegenheim nahe des Schützenhauses: das Ortsschild von Neupotz.
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