Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Helfen, Mut machen, Geschichte bewahren: Ehrenamtspreis vergeben

Macht auch selbst Einkäufe für kranke und alte Menschen: Andreas Ruhnke vom FV Berghausen.
Macht auch selbst Einkäufe für kranke und alte Menschen: Andreas Ruhnke vom FV Berghausen.

Fußball wird in Berghausen zwar auch noch gespielt, aber einen Volltreffer hat der FVB mit einem Projekt gelandet, das nicht direkt etwas mit Sport zu tun hat. Dafür gab es am Donnerstagabend den Ehrenamtspreis des Rhein-Pfalz-Kreises, mit dem auch noch zwei weitere Vereine bedacht wurden.

1500 Euro war der Jury das Projekt „Nachbarschaftshilfe in der Pandemie“, aus dem eine eigene Abteilung im Verein entstanden ist, wert. Das Vereinsheim der Fußballer aus Berghausen war auch Ausrichtungsstätte der Verleihung, die von Landrat Clemens Körner (CDU) vorgenommen wurde. „Wir wollen Projekte auszeichnen, die zielorientiert sind, auf Veränderungen Antwort geben und fördern“, stellte er heraus. Weitere Voraussetzung für die Auszeichnung: Die Aktivitäten müssen im Zeitraum zwischen der letzten Ehrung 2019 und heute gestartet worden sein.

Für den FVB gab die Corona-Pandemie den Anstoß, wie Vereinsvertreter Andreas Ruhnke den geladenen Gästen erklärte. Am 15. März 2020 schon war der Auftakt. Um die 100 Helfende sind seither im Einsatz, ebenso viele Aktionen konnten gestartet und tausenden von Menschen in der Gemeinde konnte damit geholfen werden. „Wir haben zur Physiotherapie gefahren, Räder repariert, Möbel transportiert und Hunde Gassi geführt“, nannte Ruhnke Beispiele für die Tätigkeiten, die die große Gemeinschaft im 600 Mitglieder fassenden Verein umgesetzt hat.

Hilfe vor Ort

Dabei hätten sich die Anfragen im Laufe der Zeit verändert. „Am Anfang ging es rein um Corona“, merkte Ruhnke an. „Und hier waren wir immer einen Schritt voraus.“ Der FVB habe Masken ausgeben können, als es woanders keine gab und habe Desinfektionsmittel organisiert, wo sonst keines mehr zu finden war. „Wir versuchen den Leuten dort zu helfen, wo es notwendig ist“, machte Ruhnke deutlich. Wie sehr der FVB auf Unterstützung vor Ort setzt, untermauerte er mit einem klaren Hinweis: „Wir fahren nicht ins Ahrtal und auch nicht in die Ukraine oder nach Polen: Wir wollen den Menschen bei uns helfen, denen es schlecht geht und die nicht mehr weiter wissen.“ Für das Engagement ist der Verein bereits mehrfach ausgezeichnet worden. „Für uns ist es wichtig, Werbung zu machen, damit die Leute die uns brauchen auch wissen, dass es uns gibt“, betonte Ruhnke.

Geschichte und Shirts

Während der FVB sich auf die Gegenwart fokussiert, setzt der Verein für Geschichte und Kultur in Maxdorf auf das Bewahren der Vergangenheit, was mit dem zweiten Preis und 1000 Euro belohnt wurde. 2010 gegründet, hat der 45 Mitglieder große Verein bereits einiges bewegt, was vom stellvertretenden Vorsitzenden Bernd Lupberger vorgetragen wurde. „Uns geht es darum, die Geschichte aufzuarbeiten“, fasste er zusammen. Daraus entstanden sind unter anderem ein örtliches Dokumenten- und Bilderarchiv, ortshistorische Wanderungen, ein Gedenkstein für einen 1989 im Flugzeug abgestürzten US-amerikanischen Piloten, Erinnerungstafeln für alte Gebäude und das Maxdorfer Dialektbuch. Eingebracht hat sich der Verein auch beim 200. Ortsjubiläum der Gemeinde 2019. „Ende des Jahres bekamen wir einen eigenen Raum und in den vergangenen beiden Jahren ist ein interaktiver Lageplan entstanden, der die Standorte von Kunstwerken markiert“, führte Lupberger aus.

500 Euro sind mit dem dritten Preis verbunden, der an den Verein „Wunderbar g.V.“ ging. Die stellvertretende Vorsitzende Sigrid Bär stellte die Aktion „Mutmach-Shirts für Kinder vor“. Über 3000 Shirts mit mutmachenden und motivierenden Sprüchen wurden in den vergangenen Jahren an Schulen, Kinderheime, -hospize und Fördervereine in ganz Deutschland kostenfrei verteilt.

Respekt für die Ausdauer zollte Körner allen Protagonisten in den drei ausgezeichneten Vereinen. Sieben Bewerbungen waren eingereicht worden. Zum Sieger sagte er: „Der FVB sitzt nicht im Loch und schaufelt, sondern schaut, wie er herauskommt.“ Gerade während der Corona-Pandemie hätten viele Vereine Mitglieder verloren. Umso bemerkenswerter sei, was die Preisträger geleistet haben.

Die Preisträger: (von links) Andreas Ruhnke (FVB), Sigrid Bär (Wunderbar), Hans Lebkücher und Bernd Lupberger (Verein für Geschi
Die Preisträger: (von links) Andreas Ruhnke (FVB), Sigrid Bär (Wunderbar), Hans Lebkücher und Bernd Lupberger (Verein für Geschichte und Kultur in Maxdorf )
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