Dannstadt-Schauernheim
Heizung an Kurpfalzschule: Teure Überraschung
Dabei hat das Gremium nur über die Arbeiten und Kosten für den Teil des Kurpfalzschulen-Komplexes entschieden, für den die Ortsgemeinde zuständig ist: die Kita Sonnenschein im früheren Hauptschultrakt und die Gymnastikhalle. Die Entscheidung über die zur Grundschule und den Hort gehörenden Gebäude wird noch der Verbandsgemeinderat treffen. Insgesamt schlägt der Austausch der Ventile und der Heizkörper mit etwas mehr als 71.000 Euro zu Buche. Davon entfallen rund 34.000 Euro auf die Ortsgemeinde, in deren Räumlichkeiten 48 Ventile und sieben Heizkörper neueren Exemplaren weichen müssen. „Außerdem müssen die Rohranschlüsse angepasst werden“, ergänzte Sachbearbeiter Roland Argus von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim. Der Austausch der Ventile sei wichtig, weil das neue Heizsystem, das aus einer Luft-Wasser-Wärme-Pumpe und einem Gas-Brennwertkessel für Spitzenlasten besteht, mit niedrigeren Temperaturen laufe. Um alle Räume ausreichend mit Wärme versorgen zu können, müsse der Wärmefluss gezielt gesteuert werden. Das könnten die alten Ventile nicht leisten. Da die Heizkörper in der Gymnastikhalle noch nicht einmal Ventile besäßen, müssten sie komplett ausgetauscht werden, erläuterte er. Die Kostenschätzung ging für diese Arbeiten von ungefähr 19.000 Euro aus, also deutlich weniger.
Deshalb fragte Marc Hauck (FDP), ob es sinnvoll wäre, den Austausch der Komponenten neu auszuschreiben, um eventuell bessere Angebote zu erhalten. Davon riet Argus ab. Es gebe keine Garantie, dass dabei ein günstigeres Angebot eingeht. „Es könnte sogar passieren, dass wir überhaupt keinen Anbieter mehr finden“, warnte er. Thomas Dell (CDU) pflichtete ihm bei. Der Betrag sei nicht schön, aber auch er befürchte, dass die Kommune keinen anderen Handwerker finden würde. „Die Nachfrage in der Branche ist einfach riesig“, sagte Dell, der selbst eine Handwerksfirma betreibt.
Verfahren hinkt Preissteigerungen hinterher
Daraufhin regte Hauck an, zumindest bei den Zuschussgebern nachzuhaken. Denn Zuschüsse würden sich stets auf die geschätzten Kosten beziehen, nicht auf die tatsächlichen. Wegen der drastischen Preissteigerungen gebe es hier inzwischen problematische Diskrepanzen. Sein Beispiel: Würden 20 Prozent Zuschuss gewährt, aber die Kosten erwiesen sich dann wie bei den Heizungsarbeiten als fast doppelt so hoch, würde der Zuschuss am Ende eigentlich nur zehn Prozent betragen.
Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, hob hervor, dieses Problem hätten aktuell alle Kommunen. Das übliche Verfahren – Kosten schätzen, Zuschuss beantragen, Genehmigung abwarten, Ausschreiben der Arbeiten, Auftragsvergabe – komme mit der rasanten Preisentwicklung nicht mit, da zwischen den einzelnen Schritten Monate vergehen. „Dafür gibt es zurzeit keine Lösung. Immerhin dürfen wir jetzt einen Nachantrag stellen und werde das auch tun, um wegen der deutlichen Unterschiede zu verhandeln“, sagte er.
„Was sagt denn das Fachbüro dazu, das uns bei der Auswahl der Heizung beraten hat?“, erkundigte sich Elmar Burkhardt (CDU). Die Experten empfehlen ebenfalls, das Angebot anzunehmen. Und so vergab der Ortsgemeinderat den Auftrag an Firma Schönholz aus Ludwigshafen.