Heuchelheim Heimatmuseum wieder geöffnet
Vor Ausbruch der Corona-Pandemie waren immer wieder Schulklassen aus der Region Frankenthal und dem Leiningerland zu Gast in dem Gebäude, das als Heimatmuseum der früheren Verbandsgemeinde Heßheim fungiert. Denn gerade für die Jugend wurde einiges geboten, zum Beispiel Riech- und Fühlstationen. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt auf dem ländlichen Leben vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sowie auf dem Zuckerrübenanbau und der Zuckerherstellung.
Neu sind Stiche aus dem 18. Jahrhundert, auf denen verschiedene Arten von Feldarbeit dargestellt sind. Die Vitrinen im religiösen Zimmer sind etwas zusammengerückt worden, um das Thema jüdisches Erbe zu integrieren, das der Historiker Mathias Hüther noch ausbauen möchte. Ideen dazu hat er viele. Gerne hätte er auch ein paar Leihgaben aus dem Heßheimer Grabungsfund, bei dem vor einigen Jahren Grabbeigaben aus dem 6. Jahrhundert ans Tageslicht kamen. Aber da müsse die Ortsgemeinde erst mal beim Archäologischen Landesamt anfragen, so Hüther.
Wasserschaden behoben
Jedes Exponat ist sehenswert und liebevoll in Szene gesetzt, ob in Schlafraum, Küche, Schuhmacherei, Handarbeitsraum oder Schulzimmer. Im Raum zur Geschichte der Zuckerrübenverwertung gibt der neue Bodenbelag einen Hinweis auf den Wasserschaden im vergangenen Jahr. Ursache war laut Hüther ein nicht richtig montierter Schlauch, über den Kondenswasser abgeleitet werden sollte. Entdeckt wurde der Fehler erst nach Wochen, dennoch seien nur wenige Exponate beschädigt worden. Die Versicherung hat laut Hüther den Schaden reguliert.
Neu ist eine Präsenzbibliothek mit Schwerpunkt Pfalz und Rheinland-Pfalz, gestiftet vom ehemaligen Frankenthaler Stadtarchivar Günther Nestler und dem ehemaligen Großniedesheimer Ortsbürgermeister Hugo Klöß. Und im Eingangsbereich schlägt Mathias Hüther auf einer Schautafel den Bogen vom aktuell so beliebten Stadtradeln zur Historie des Fahrrads.
Öffnungszeiten
Das Heimatmuseum im Alten Rathaus Heuchelheim, Hauptstraße 9, kann an jedem dritten Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr besichtigt werden.