RÖMERBERG RHEINPFALZ Plus Artikel Heiligensteiner Kinder bald in Berghausener Grundschule?

Künftig wohl durchgehend zweizügig: die Heiligensteiner Grundschule.
Künftig wohl durchgehend zweizügig: die Heiligensteiner Grundschule.

Der Römerberger Ortsteil Heiligenstein wächst und wächst. Das verstärkt die Raumnot in der örtlichen Grundschule. Wenn dann womöglich in einigen Jahren noch ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz hinzukommt, muss sich in der Römerberger Schullandschaft einiges ändern.

Beim Blick auf die Geburtenstatistik und auf die Neubaugebiete W3 und W4 sei davon auszugehen, dass es in der Heiligensteiner Grundschule ab dem Schuljahr 2022/23 pro Jahrgang zwei Klassen geben muss. Das schreibt die CDU-Fraktion in einem Antrag im Ortsgemeinderat, in dem sie fordert, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, ob die nötigen Räume dafür zur Verfügung stehen. Denn zurzeit gebe es im Schulgebäude neun Klassenräume, wobei allerdings zwei Säle als Medien- und Computerraum genutzt werden. Der Antrag habe das Ziel, rechtzeitig eine Lösung zu finden, sagte Käthe Maier (CDU) in der jüngsten Ratssitzung. Unter Umständen wäre auch zu prüfen, „ob und in welchem Umfang eine Änderung der Schulbezirke Heiligenstein und Berghausen das Problem lösen kann“.

Wo Römerberger Kinder zur Schule gehen, das richtet sich bislang im Prinzip nach der Grenze der Ortsteile. Allerdings stößt eben die Heiligensteiner Grundschule auf diese Weise an ihre Kapazitätsgrenze, während es in Berghausen noch Platz gäbe – zumal es auf dem dortigen Schulgelände ja noch das Gebäude des vor vier Jahren aufgegebenen Realschul-Standorts gibt. Würden also Heiligensteiner Kinder aus dem Grenzgebiet zu Berghausen in die Schule des Nachbar-Ortsteils geschickt, so würde das die Heiligensteiner Grundschule entlasten.

Zweite Ganztagsschule?

Eine weitere Änderung in der Römerberger Grundschul-Landschaft könnte durch die Einrichtung einer zweiten Ganztagsschule neben der Grundschule Berghausen kommen. Die Grünen im Rat haben den Antrag gestellt, dass die Verwaltung die Modalitäten prüft, damit zum Schuljahr 2023/24 eine weitere Ganztagsschule an den Start gehen könnte.

Der Hintergrund: Insbesondere in Heiligenstein ist die Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung für Grundschüler sehr groß. Rund 70 von 100 Schülern seien für diese angemeldet, in Mechtersheim seien es nur rund 30 von 100, hieß es im Rat. In Heiligenstein werde somit „faktisch bereits aus den Ressourcen der Ortsgemeinde eine Ganztagsbetreuung“ angeboten, sagte Jürgen Schall (Grüne). Und die Gruppe der Kinder, die an allen Wochentagen eine Ganztagsbetreuung brauchen, wachse. Die Ortsgemeinde kosten die Nachmittagsbetreuungsangebote an den Schulen mittlerweile mehr als 70.000 Euro im Jahr. In einer Ganztagsschule würde das Land diese Kosten übernehmen. Und mit einem Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung sei in einigen Jahren ohnehin zu rechnen, so Schall.

„Die Schulbezirke werden sicher angepasst“, sagte Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) zur Frage, ob auch Heiligensteiner Kinder künftig auf die Berghausener Grundschule gehen sollen. Eine Prüfung finde durch die Aufsichtsbehörde ADD bereits statt. So sei es möglich, dass das neue Baugebiet W4 der Berghausener Grundschule zugeschlagen wird, obwohl es auf Heiligensteiner Gemarkung liegt.

Auch was die Einrichtung einer zweiten Ganztagsschule angeht, gibt es laut Schall schon positive Signale der ADD. Denn angesichts des möglichen künftigen Rechtsanspruchs unterstütze die Behörde Kommunen, die bereits jetzt einen Schritt in diese Richtung gehen wollten. Für Mathias Müller (CDU) ist es wichtig, Elternvertretungen und Schulleitungen bei dem Prozess mit ins Boot zu holen. Außerdem hätte er gerne eine Gegenüberstellung der Kosten von Ganztagsschule und betreuender Grundschule.

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