Maxdorf / Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Heidespaß: Leere Becken und Warten auf die Technik

Nach einem Wasserschaden Ende Januar 2025 ist das Kreisbad Heidespaß zwischen Maxdorf und Lambsheim gesperrt. Es ist kein Wasser
Nach einem Wasserschaden Ende Januar 2025 ist das Kreisbad Heidespaß zwischen Maxdorf und Lambsheim gesperrt. Es ist kein Wasser im Schwimmbecken. Der Kreis nutzt die Zeit und hat die Revision vorgezogen.

Ein Wasserschaden hat die Technik im Kreisbad Heidespaß zerstört. Die Reparaturarbeiten laufen. Im Juni soll das Bad geöffnet werden. Mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Ein Schwimmbad ohne Wasser sieht irgendwie komisch aus. Einmal im Jahr wird das turnusmäßig gemacht. Für die Revision. Doch die steht im Heidespaß zwischen Maxdorf und Lambsheim eigentlich erst im September an, wie Pascal Forgerit, Referatsleiter Bäder bei der Kreisverwaltung, erläutert. Jetzt wurde sie zwangsweise vorgezogen. Ein Wasserschaden hat Ende Januar die Technik lahmgelegt und dafür gesorgt, dass das Bad bis auf Weiteres geschlossen werden musste.

Ein Wasserschaden im Schwimmbad, ja, das klingt irgendwie merkwürdig. Und auch Pascal Forgerit gesteht bei dem Ortstermin im Heidespaß, dass er sich ab und an ein Grinsen nicht habe verkneifen können, wenn er darauf angesprochen wurde. Es war gewiss Galgenhumor. Denn lustig war das alles nicht, was vor gut zwei Monaten in dem Kreisbad passiert ist.

Neuer Mitarbeiter gibt Alarm

Ein Mitarbeiter sei morgens ins Bad gekommen und habe den Schaden entdeckt. „Der Mitarbeiter“, das war Maximilian Panczyk. Er ist Fachangestellter für Bäderbetrieb im Heidespaß. Er hat die Stelle am 1. Januar dieses Jahres angetreten. Einen Monat später musste er Alarm geben.

„Ich war kurz vor 6 Uhr im Bad und habe gleich ein Problem wahrgenommen“, erzählt er im RHEINPFALZ-Gespräch. Es sei ihm sofort aufgefallen, dass etwas nicht stimmen könne. Das Problem sei die Stille gewesen. Normalerweise sei immer ein gewisses Rauschen zu hören. „Dann habe ich sofort alle alarmiert“, sagt Panczyk. Die Feuerwehr ist gekommen und hat das Wasser aus dem Keller gepumpt, weil es die hauseigene Pumpe nicht geschafft hat, berichtet Pascal Forgerit.

Technikraum unter Wasser

Der gesamte Technikraum im Keller habe unter Wasser gestanden, sagt Forgerit weiter. Zur Verdeutlichung zeigt er beim Abstieg in den Keller über die Wendeltreppe auf die braunen Flecken an der weißen Wand. „Bis hierher stand das Wasser“, sagt er. Wahnsinn. Die Wand werde zu einem späteren Zeitpunkt neu gestrichen.

Pascal Forgerit hätte gerne eine Übergangslösung gehabt, sodass der Badbetrieb notdürftig hätte weitergeführt werden können. „Ich hatte gehofft, dass wir die Pumpen einfach weiterlaufen lassen können. Doch das war nicht möglich. Die Technik war so zerstört, dass alles rausgerissen werden musste“, verdeutlicht er. Und auch noch rausgerissen werden muss. Denn die Arbeiten sind noch in vollem Gang.

Lange Schadensliste

Die Liste der beschädigten Teile ist lange: Steuerung Hubboden, Schaltschrank für die Unterverteilung, sechs Umwälzpumpen, sechs Frequenzumrichter, zehn Ventilantriebe, Gebläse sowie Lüftungsrohre und Verteilerdosen müssen ersetzt werden. Alleine der neue Schaltschrank für die Aufbereitungsanlage kostet nach offiziellen Angaben des Kreises knapp 50.000 Euro. Wenn dieser geliefert werde, muss die Wendeltreppe herausgenommen werden, damit der Schrank, der eigens angefertigt wird, auch ins Untergeschoss kommt. Unterm Strich liegt der Schaden laut Kreisverwaltung bei knapp 192.000 Euro. Diese Kosten sind über die Versicherung gedeckt. Nicht gedeckt ist der Verlust, der dem Kreis als Betreiber durch die fehlenden Eintrittsgelder entsteht. Bis das Bad wieder öffnet, werde dieser sich auf gut 60.000 Euro summieren, schätzt Forgerit.

Woran es am Ende gelegen hat? „Eine Verbindung ist abgebrochen“, sagt Pascal Forgerit und zeigt auf ein kleines Plastikteil in der linken hinteren Ecke des Technikraums im Keller. Kleine Muffe, große Wirkung, sozusagen. Was am Ende die Ursache war, ob zum Beispiel Materialermüdung oder ein Fabrikationsfehler, das könne man unmöglich sagen.

Technik wird erneuert

Wir sind auf dem Rückweg nach oben. Forgerit macht nach ein paar Stufen auf der Wendeltreppe kurz Halt und deutet in einen Kriechgang. Dort ist der Schaltschrank für den Hubboden. Auch der muss ausgetauscht werden. In dieser Woche kommt die Spezialfirma aus den Niederlanden und nimmt sich der Sache an.

Dabei wird in dem 2013 eröffneten Heidespaß nicht einfach nur ausgetauscht. Landrat Clemens Körner (CDU) betont, dass man aus der Situation das Positive herausziehe und die Technik auf den neuesten Stand bringe. Auch wenn die ja noch nicht wirklich alt sei.

Schulen und Vereine betroffen

Erfreulich ist die ganze Situation selbstverständlich für niemanden. „Elf Schulen und sechs Vereine sind von der Schließung betroffen“, erläutert Pascal Forgerit. Die Vereine haben im vergangenen Jahr über 7300, die Schulen über 12.000 der insgesamt laut Kreisverwaltung gut 55.000 Besucher im Heidespaß ausgemacht. Die Schwimmzeiten der Vereine habe man über andere Bäder abdecken können, sagt Forgerit. Und auch die Schwimmstunden von einigen Schulen fänden jetzt in anderen Bädern statt. Manch eine Schule habe sich aber auch dazu entschlossen, den Schwimmunterricht auszusetzen.

Besucher sind auch heute im Bad. Allerdings nicht in der Schwimmhalle. Sie gehen allesamt schnurstracks in die Sauna. Diese hat nämlich geöffnet. Sie war lediglich nur einige Tage geschlossen, wurde Mitte Februar wieder für den Publikumsverkehr freigegeben. „Das Wasser hat einen Kurzschluss ausgelöst. Dadurch war die Lüftung ausgefallen, weshalb die Sauna kurzzeitig zu war“, erläutert Forgerit.

Forgerit: Wiedereröffnung Mitte Juni

Für den Leiter des Bäderreferats bei der Kreisverwaltung war es der schlimmste Schaden in seiner beruflichen Laufbahn, wie er sagt. Sein vorsichtiger Plan: „Wiedereröffnung Mitte Juni.“ Die Bauteile seien alle bestellt. Aber der Schaltschrank sei eben kein Teil von der Stange und müsse eigens verkabelt werden.

Der Rundgang durch das verwaiste Kreisbad Heidespaß ist fast vorbei. „Es wird noch mehr Sicherheit eingebaut“, erklärt Pascal Forgerit zum Schluss. Wassermelder würden noch installiert werden, die dann direkt mit einer Rufbereitschaft verbunden seien. Und ja, solche Vorrichtungen werde man auch in den anderen drei Kreisbädern in Mutterstadt, Schifferstadt und Römerberg installieren.

Pascal Forgerit, Leiter des Bäderreferats bei der Kreisverwaltung, zeigt, bis wohin das Wasser gestanden war.
Pascal Forgerit, Leiter des Bäderreferats bei der Kreisverwaltung, zeigt, bis wohin das Wasser gestanden war.
Wassertiefe: null Zentimeter. Die Anzeige im Hallenbad funktioniert.
Wassertiefe: null Zentimeter. Die Anzeige im Hallenbad funktioniert.
Im Technikraum im Keller ist der Schaltschrank unbrauchbar geworden und muss ausgetauscht werden.
Im Technikraum im Keller ist der Schaltschrank unbrauchbar geworden und muss ausgetauscht werden.
In diesem Kriechgang ist der Schaltschrank für den Hubboden. Eine Spezialfirma aus den Niederlanden kommt und tauscht die Techni
In diesem Kriechgang ist der Schaltschrank für den Hubboden. Eine Spezialfirma aus den Niederlanden kommt und tauscht die Technik aus.
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