Rhein-Pfalz Kreis Heiß, heißer, Kerwe

91-88296571.jpg

Mutterstadt. Viel geschwitzt haben am Wochenende Besucher und Schausteller auf der Mutterstadter Kerwe. Bei Temperaturen bis zu 35 Grad blieb der Umsatz bei vielen Kerweständen hinter den Erwartungen zurück. Andere wiederum freuten sich besonders am Samstagabend über zahlreiche Gäste. Auch heute ist der Rummel noch einmal für Besucher geöffnet.

Ins Schwimmbad hat es vermutlich viele ihrer Altersgenossen am Wochenende gezogen. Doch der 16-jährige Fabian Becker und der 15-jährige Marco Janespan haben sich ganz bewusst für einen Treff auf der Mutterstadter Kerwe entschieden. „Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen“, erzählt Fabian. Die beiden Teenager stehen am Autoscooter und wollen warten bis es voller ist. „Weil es dann mehr Spaß macht“, weiß Marco. Wenn es voller ist, macht es auch Elisabeth Weißhaar am Süßwarenstand mehr Spaß. Da geht gerade nicht viel. An solche Temperaturen Ende August kann sich aber auch Thomas Herzberger vom Autoscooter nicht erinnern und wischt sich mit seinem Schweißtuch über die Stirn. Deshalb haben die Kerwestände auch später als geplant geöffnet. Herzberger ist sich sicher, dass an diesem Wochenende „nicht das Maximale laufen wird“. Neben der Hitze lockten einfach zu viele Feste in der Umgebung. Den heißesten Platz auf der Kerwe hat wohl Patricia Bakker-Brauch im Schlemmerhäusel hinter den Wurstgrills. Tapfer meint sie: „Wir halten das durch.“ Ein Schweißtuch braucht Beate Wittmann in der Fischangel-Bude hingegen nicht. Sie kann die Arme ins kalte Wasser hängen und wird von vielen dafür beneidet. Allerdings laufe das Geschäft bescheiden. Auch Wittmann kann sich an eine solche Hitze nicht erinnern. Bei so mancher Faschingsmesse habe sie aber auch schon eine dünne Eisschicht auf ihrem Wasserbecken gehabt. „Da hatte ich dann steif gefrorene Hände“, erzählt sie von dem andere Extrem. Das Schwimmbad sei für ihre Enkelinnen keine Alternative gewesen, meint Marianne Moll und hält die Tickets für den Flieger bereit, während die beiden Mädels auf die nächste Runde warten. Vom Sprung ins kühle Nass hingegen träumt sicher so mancher Akkordeonspieler auf der Bühne im Festzelt. Trotzdem hauen die Musiker beschwingt in die Tasten. An der Kasse sitzt Barbara Rödel von der Kerwegemeinschaft Mutterstadter Vereine. „Sonntags ist es eher ruhig, ab 18 Uhr kommen aber sicher mehr Gäste.“ Am Abend zuvor sei die Schlange meterlang gewesen. Am besten käme der „Schäbbe Sack“ an – eine Kombi aus Leberknödel und Bratwurst. Und natürlich Radler und Schorle. Genug Wasser brauchen auch die Ponys Blitz und Charly und ihr Führer Markus Walther vom Ponyhof „Bei Esther“. Entgegen aller Vermutungen haben sie viel zu tun. Für die motorisierten Pferdestärken interessieren sich dagegen Lena (19) und ihr Vater. Beide sind Motorradfahrer und die Oldtimerausstellung hält für sie einige Höhepunkte parat. Gleich gegenüber fängt gerade die Modenschau beim Modehaus Outfit an. Viele Zuschauer haben sich trotz Baustelle vorm Haus eingefunden. Beim Anblick des ersten Models mit Herbstjacke und Schal treten aber so manchem Zuschauer auch hier die Schweißperlen auf die Stirn. Der Hitze kann Gernot Magin auch Positives abgewinnen. „Wer heute trotzdem kommt, kommt gezielt und kauft auch was. Das ist besser, als wenn sich eine Menschenmenge durchschiebt“, sagt er. Auch zufrieden mit dem Besuch zeigt sich Eva-Maria Auer vom Historischen Verein. Trotz Baustelle hätten schon viele Gäste den Weg in die Ausstellung gefunden. Im Alten Rathaus konnten die Besucher Hildegard Schmitz bei ihrer Handarbeit mit Makramee-Häkelspitze über die Schulter schauen oder eine Tasse Kaffee aus dem Sammeltassen-Service genießen.

91-88296577.jpg
91-88296570.jpg
Mehr zum Thema
x