Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Hauptstraße soll Tempo-30-Bereich bekommen

Die Kita St. Maximilian ist das zentrale Argument, um in der Maxdorfer Hauptstraße Tempo 30 durchzusetzen – zumindest in diesem
Die Kita St. Maximilian ist das zentrale Argument, um in der Maxdorfer Hauptstraße Tempo 30 durchzusetzen – zumindest in diesem Bereich.

Die Verkehrssituation in der Maxdorfer Hauptstraße stört viele. Wegen der vielen Autos, die dort unterwegs sind – und weil Anwohner und Beobachter die erlaubten 50 Kilometer pro Stunde als zu schnell empfinden. Die Kommune würde gerne Tempo 30 anordnen. Das Problem: Die Hauptstraße ist eine Landesstraße. Doch es gibt Hoffnung.

Nicht erst einmal hat sich Maxdorfs Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) eine blutige Nase geholt, als er beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer vorgesprochen hat. „Das haben sie süffisant weggelächelt“, sagt er beispielsweise über den Vorschlag, in der Hauptstraße Tempo 30 auszuweisen – und zwar zwischen dem Westring und der Lambsheimer Straße. Dieser Abschnitt deckt einen Großteil der stark befahrenen Ortsdurchfahrt ab. Baumann betont stets, dass die Hauptstraße Fluch und Segen zugleich für Maxdorf ist. Weil dort viele Geschäfte angesiedelt sind, weil das aber eben auch viele Autos mit sich bringt, die hier unterwegs sind – Lärm und Abgase inklusive. Zudem ist die Hauptstraße zugleich die Landesstraße 527. Das heißt, der Gestaltungsspielraum für die Kommune ist begrenzt, die Hoheit liegt beim LBM. Aber: „Die Nachbarn haben es auch hinbekommen, teilweise Tempo 30 durchzusetzen“, sagt Baumann. Er meint Dannstadt-Schauernheim, dort wurden entsprechende Abschnitte auf viel befahrenen Straßen eingerichtet. Gibt es also eine Möglichkeit?

In Deutschland gilt innerhalb von Ortschaften eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern, stellt auch Stadtplaner Stephan Morgenbrodt klar. „Alles andere sind Ausnahmen, etwa wenn eine Gefahrenlage besteht“, sagt er. Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Nolte vom Büro Modus Consult hat sich Morgenbrodt die Hauptstraße näher angeschaut – und geprüft, wie man sie verändern könnte. Ihre Ideen haben beide bereits dem Maxdorfer Verkehrsausschuss vorgestellt. Neben Tempo 30 sind auch Fahrradschutzstreifen ein Thema. Ziel ist es, dem Verkehrschaos Herr zu werden. „Die Hauptstraße ist eine sehr breite Straße, die manchmal noch nicht ausreicht“, sagt der Planer. Laut einer Zählung von 2019 sind hier durchschnittlich 10.200 Kraftfahrzeuge pro Tag unterwegs.

Die Kita liegt direkt an der Hauptstraße

„Es gibt vier Möglichkeiten für Fußgänger, die Hauptstraße sicher zu überqueren“, sagt Morgenbrodt, etwa an Fußgängerampeln oder über einen Zebrastreifen. „Die liegen jedoch alle weit auseinander.“ Ein niedrigeres Tempolimit soll den Verkehr zusätzlich einbremsen. „30 Stundenkilometer sind dort möglich, wo schwache Verkehrsteilnehmer geschützt werden sollen“, sagt Morgenbrodt, beispielsweise an Kitas, Schulen oder Seniorenheimen. Vom LBM hat Baumann die Vorgabe erhalten, die Strecke so kurz wie möglich zu halten.

Passenderweise liegt die Kita St. Maximilian direkt an der Hauptstraße, das könnte sich nun als Glücksfall erweisen, findet auch Morgenbrodt: „Die Kita ist eine Hauptsschutzzone.“ Sein Vorschlag: Zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und und dem Zebrastreifen an der Fußgönheimer Straße könnte ein Tempo-30-Abschnitt entstehen. „Damit hätten wir die 300 Meter, die möglich sind, fast ausgereizt“, sagt Morgenbrodt, „es sind 275 Meter.“ Ortsbürgermeister Baumann sieht in diesem 30er-Abschnitt eine gute Möglichkeit, den Verkehr zu beruhigen – und die Geschwindigkeit der Autos auch nachts zu reduzieren.

Die Entscheidung liegt letztlich aber weiterhin beim LBM. Wichtig: Die Kita ist das zentrale Argument, das der Behörde vorgelegt werden sollte. „Es geht nur über die Kita“, sagt Morgenbrodt. Zwar gibt es in diesem Bereich auch Geschäfte, genauso wie Bäckereien und Apotheken. Aber der Planer macht ganz deutlich: „Den Einzelhandel können wir nicht in die Waagschale werfen.“

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