Altrip RHEINPFALZ Plus Artikel Handeln – und zwar vor dem nächsten Hochwasser

Am Deich bei Altrip. Idyllisch, aber bei Hochwasser kann es gefährlich werden.
Am Deich bei Altrip. Idyllisch, aber bei Hochwasser kann es gefährlich werden.

Altrip liegt tief und ist beim Hochwasserschutz besonders auf den Deich angewiesen. Daher hat der Ortsgemeinderat nun beantragt, dass die dafür zuständige Landesbehörde eine seit Jahren bekannte Schwachstelle endlich beseitigt.

Den Anstoß hierfür gab laut Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos) die SPD-Fraktion. Sie sieht in dem Bereich des Rentnerwegs bis zur Gaststätte Rheinblick eine „erhebliche Gefahr“ für die Sicherheit der Menschen im Ort, da der Deich hier deutlich niedriger als in den übrigen Abschnitten sei und bei einem Extremhochwasser hier am ehesten überflutet werden könnte. Und tatsächlich hätte der Deich schon längst auf die aktuelle Regelhöhe aufgestockt werden sollen. Zumindest wurde das immer wieder diskutiert. Nur getan hat sich dahingehend bisher nichts.

Das kritisierte SPD-Fraktionschef Markus Hofacker umso mehr, da eine kurzfristige Sicherung dieser kritischen Stelle durch die Feuerwehr nicht garantiert werden könne. Denn im Katastrophenfall würden nicht genügend Sand und Spundwände zur Verfügung stehen, argumentierte er. Da bei einer Überflutung der Deichkrone in kürzester Zeit das Ortsgebiet an vielen Stellen bis zu zwei Meter unter Wasser stehen würde, „ist hier kein weiterer Aufschub hinzunehmen und dringender Handlungsbedarf geboten“, erklärte der Sozialdemokrat in Richtung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd. Sie ist für die Deichertüchtigung zuständig.

An einer Stelle ist mehr SIcherheit

„Das war auch wieder bei der jüngsten Deichbegehung ein Thema“, berichtete Ortschef Mansky hinterher im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Jedem ist bewusst, dass es gemacht werden muss“, sagt er über das Erhöhen des Schutzbauwerks. Immer wieder macht im Dorf die Vermutung die Runde, dass die SGD mit den entsprechenden Arbeiten den Ausgang des Klageverfahrens gegen den geplanten Polder bei Altrip abwarten wolle. „Dabei warten wir noch immer auf den angestrebten Erörterungstermin. Die Deichertüchtigung sollte damit aber nichts zu tun haben, da es um die Sicherheit geht“, erklärt Mansky.

An anderer Stelle haben Kommune und SGD hingegen bereits die Sicherheit verbessert: Der Rat erlaubte der Deichmeisterei, einen drei Meter breiten Streifen am Fuß des Deichs hinter den Gebäuden des Kreiswohnungsverbands in der Richard-Wagner-Straße zu pflegen. Damit darf diese SGD-Abteilung ihn von Gehölz frei halten, dessen Wurzelwerk sonst im Untergrund die Deichsicherheit gefährden könnte.

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