Rhein-Pfalz Kreis Hüpfen, springen, stoßen

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Schifferstadt. Im Stadion, in der Wilfried-Dietrich-Halle und im Schwimmbad haben Fleißige am Samstag ihr Sportabzeichen gemacht. 47 haben es geschafft. Trotzdem: Dem Veranstalter ist die Resonanz zu gering. Der Schifferstadter Sportabzeichen-Tag soll eingestellt werden.

„Turne bis zur Urne“, ist der Wahlspruch von Luzia Schlosser. Die Schifferstadterin ist 71 Jahre alt, hat zum 48. Mal alle Disziplinen ihres Sportabzeichens in Gold abgelegt und gönnt sich jetzt eine Zigarette. Ihr gegenüber am Rand des Schifferstadter Sportstadions sitzt bei Kaffee und Kuchen Alice Johann, sie ist 85 Jahre alt und hat 34 mal ihr Sportabzeichen gemacht. „Irgendwie gehört das Sportabzeichen einfach dazu“, sagt Luzia Schlosser. Vor 60 Jahren habe sie beim Turnverein angefangen, Sport zu machen und sei dabei geblieben. Für Alice Johann ist der Sport „einfach Lebenselixier.“ Auch Kinder und Jugendliche treten am Samstag an. Dass Jung und Alt gemeinsam aktiv sind, ist eines der Ziele des Sportabzeichen-Tages. Das andere Ziel war, Sportvereine zu interessieren. Da sei die Resonanz allerdings fast Null, sagt der Schifferstadter Beauftragte für das Sportabzeichen Martin Kriesamer. Dabei sei die Teilnahme an diesem Tag eine einfache Möglichkeit, etwas Geld in die Vereinskasse zu bringen. Denn die Sparkasse Vorderpfalz zahle für jeden Teilnehmer eines Vereins oder einer Schule fünf Euro an die jeweilige Einrichtung. Für Kriesamer war das ein Hauptgrund, den Sportabzeichen-Tag einzurichten. An diesem Tag kann man alle erforderlichen Disziplinen auf einen Schlag ablegen. Doch Teilnehmer strömen nicht in Scharen ins Stadion. An diesem Samstag sind es nach gut zwei Stunden erst 30 Leute. Weil nun im dritten Jahr dieses Angebot wenig genutzt wird, will Kriesamer diesen Tag einstellen. „Es ist einfach nicht sinnvoll, den hohen Aufwand zu treiben, freiwillige Helfer zu gewinnen, Werbung zu machen, wenn dann am Ende so wenig Leute kommen“, erklärt der Initiator. Im vergangenen Jahr haben in Schifferstadt 205 Freizeitsportler das Sportabzeichen versucht – aber nur 30 davon am Sportabzeichen-Tag. Alle anderen haben alternative Möglichkeiten genutzt. Der Sportabzeichen-Treff findet von Anfang Mai bis Ende September jeden Mittwoch im Stadion statt. Hier kann jeder Interessierte unter der Aufsicht von Übungsleitern Leichtathletik-Disziplinen für das Abzeichen üben oder die Prüfungen ablegen. Es gibt im Mai und im Oktober die Möglichkeit, die Schwimmdisziplinen im Hallenbad zu absolvieren und im Mai, Juni und September bietet Kriesamer die Radtouren an. Die Turndisziplinen können in Absprache mit dem Turnverein geleistet werden. „Wer will, kann das Sportabzeichen jederzeit ablegen, man kann zum Beispiel alle Disziplinen an einem Mittwochabend schaffen“, sagt Kriesamer. Künftig will er Alternativen zum Sportabzeichen-Tag anbieten. Einzelheiten seien noch nicht spruchreif, aber ein Ziel werde sein, noch einmal die Vereine gezielt anzusprechen. Während sich Kriesamer Gedanken macht, wird im Stadion viel geleistet. Seit es die Klassen Bronze, Silber und Gold gibt, wird bei machen der Ehrgeiz gekitzelt, noch etwas mehr zu machen. Zu denen gehört Luzia Schlosser. Im Weitsprung hat sie nur Silber. Das reicht zwar für ein Goldenes Abzeichen, da sie in den Kategorien Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer schon Gold hat – aber damit ist sie nicht zufrieden. Deshalb ersetzt sie den Weitsprung durch Hochsprung und sie erreichte ihr Ziel: Gold, überall!

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