Rhein-Pfalz Kreis Hüpfen auf dem Spatenrand

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Mutterstadt. Als Beitrag für den Klimaschutz haben zwei dritte Klassen der Grundschule im Mandelgraben in Mutterstadt im Gemeindewald neue Bäume gepflanzt. 300 Euro haben sie so erarbeitet, die wiederum für Pflanzaktionen in Peru verwendet werden.

Im selbst gebauten Adlernest ist alles noch ganz entspannt. Die Kinder haben gerade gefrühstückt und hören nun zu, was Förster Volker Westermann über die Bedeutung des Waldes sagt. Der Experte erklärt den Drittklässlern von der Grundschule im Mandelgraben, warum auch im Mutterstadter Gemeindewald Bäume gefällt werden müssen und was mit dem Holz weiter passiert – vom Möbelstück bis zum Feuerholz. Und dass für gefällte Bäume hierzulande neue Bäume gepflanzt werden müssen, damit der Wald erhalten bleibt. „Das gilt auch für Peru“, sagt Westermann. Nur dass dort die Menschen zu arm seien, um neue Bäume pflanzen zu können. „Da kommt ihr ins Spiel“, spricht er die zwei Schulklassen an. „Ihr arbeitet heute im Wald und verdient Geld.“ Ein Raunen geht durch den Kreis, doch der Förster muss die Begeisterung bremsen: „Ihr sollt dieses Geld den Menschen in Peru geben.“ Hinter dieser einfachen Erklärung steckt ein Projekt, das vor fünf Jahren im internationalen Jahr der Wälder von der Rucksackschule des Forstamtes Pfälzer Rheinauen ins Leben gerufen worden ist. Seither haben Schüler rund 50 Mal im Forstbezirk neue Bäume gepflanzt und das von den Gemeinden dafür bezahlte Entgelt an Kimiriki, die peruanische Partnergemeinde des Forstamts, gespendet. Von diesem Geld werden dort neue Bäume gepflanzt und so ein wertvoller Beitrag für den globalen Klimaschutz geleistet. Nach einer kurzen Einweisung durch den Fachmann dürfen die Acht- und Neunjährigen in kleinen Gruppen loslegen. Angelina, Laura, Lina und Caroline bilden eines der Teams. Mit ihrer Hüpftechnik auf dem Spatenrand haben sie schnell ein kleines Loch ausgehoben. Doch dann geht es langsamer voran, weil die Mädchen jeden Regenwurm sorgsam aufheben und zur Seite legen. Nach einer Weile haben sie es dennoch geschafft und ihre kleine Eiche besteht den „Förstertest“ – Volker Westermann zieht dafür einmal kräftig an der Pflanze, die sich im Idealfall keinen Zentimeter aus der Erde bewegt. „Die Erde war irgendwie nicht so gut“, sagt Caroline. „Auf jeden Fall hat es mehr Spaß gemacht als Schule“, ergänzt Angelina. Ihre Lehrerin Kerstin Frömel hat diese Bemerkung zwar gehört, nimmt sie aber mit einem Schmunzeln hin. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Elena Busch, Referendar Alexander Uhl und Daniel Wydra, der ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Schule absolviert, leistet Frömel immer mal wieder Hilfestellung beim Graben. Sie hofft, dass den Kindern an diesem Tag bewusst wird, wie wichtig der Wald als Sauerstoffproduzent für die Menschen ist. „Manche Kinder haben wahrscheinlich in der Freizeit nicht so viel mit Wald zu tun“, vermutet sie. Zumindest Angelina hat sich aber vorgenommen, ihrem Vater bald die selbstgepflanzten Bäume zu zeigen. Und das sind am Ende eine ganze Menge. Rund 100 junge Eichen und Wildbirnen haben die Schüler gesetzt. Dafür gab es von der Beigeordneten Andrea Franz den wohlverdienten Scheck über 300 Euro. Und von Volker Westermann ein dickes Lob: „Das haben sie sehr gut gemacht.“ (sud)

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