Beindersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Grundwasserproblem: Gemeinde lässt Schutzkonzept erstellen

Felder müssen hin und wieder beregnet werden. Dafür kann man mittels Brunnen Grundwasser nehmen oder mittels langer Leitungen ei
Felder müssen hin und wieder beregnet werden. Dafür kann man mittels Brunnen Grundwasser nehmen oder mittels langer Leitungen ein Gewässer anzapfen.

Fünf Jahre nachdem in der Ortsgemeinde Beindersheim erstmals ein Grund- und Hochwasserausschuss gebildet wurde, kann jetzt die Erarbeitung eines Schutzkonzepts in Auftrag gegeben werden.

Seit klar ist, dass der Wasser- und Bodenverband zur Beregnung der Vorderpfalz sein Leitungsnetz auf den Norden des Rhein-Pfalz-Kreises ausdehnen wird, geht in Beindersheim die Angst vor nassen Gebäuden um. Denn das Grundwasser steht in der Gemarkung bereits hoch und könnte um bis zu 25 Zentimeter weiter ansteigen, wenn wie vorgesehen die Brunnen stillgelegt und die Felder stattdessen mit Altrheinwasser bewässert werden.

Über Jahre ist die Ortsgemeinde Beindersheim in der Abschätzung des Risikos für ihre Einwohner nicht richtig vorangekommen, obwohl 2019 eigens ein Fachausschuss gebildet wurde, der sich allerdings auch mit dem Thema Hochwasser beschäftigen sollte. Seit der Gemeinderatswahl im Juni dieses Jahres heißt das Gremium nun Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt, Grund- und Hochwasserschutz.

Ein Ingenieurbüro legte vor einem Jahr die Leistungsbeschreibung für eine Gefährdungsanalyse vor. Das heißt: Das Büro legte dar, was eine Firma, die so eine Analyse erstellen will, konkret zu tun hat. Denn nur so können sich Fachbüros richtig auf die Ausschreibung des Auftrags bewerben. Der erste Schritt besteht demnach in der Prüfung von Gutachten, die der Beregnungsverband für die mutmaßliche Entwicklung der Grundwasserstände vorgelegt hat. Danach sollen die Bereiche ermittelt und betrachtet werden, die von oberflächennahem Grundwasserstand betroffen sein werden, wenn der Anschluss an die Zentralberegnung erfolgt. Und schließlich soll das Fachbüro zusammen mit der Ortsgemeinde Maßnahmen zur Lösung des Problems vorschlagen. Eine noch zu erstellende Informationsbroschüre soll Bürger für die Eigenvorsorge sensibilisieren.

Zuschuss von 70 Prozent

Jetzt ist die Kommune einen Schritt weiter, denn zwei Unternehmen haben auf diese Leistungsbeschreibung hin Angebote vorgelegt, und der Ausschuss hat empfohlen, dass der Gemeinderat die Ingenieurgesellschaft Prof. Kobus und Partner aus Leinfelden-Echterdingen auswählen soll. Ihr Angebot beläuft sich auf 31.100 Euro brutto. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd will das Grundwasserschutzkonzept nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung mit 21.800 Euro bezuschussen, das sind 70 Prozent der Kosten.

Wann das Konzept vorliegt, ist unklar. Nach Angaben des Ausschussvorsitzenden und Beigeordneten Andreas Richter (SPD) hat die Ingenieurgesellschaft in Aussicht gestellt, dass das Gutachten – wenn alle Daten vorliegen – innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt wird. „Welche Daten von welchen Behörden und Landesämtern der Gutachter im Einzelnen braucht und wie lange die Beschaffung dauert, lässt sich allerdings nicht einschätzen“, so Richter.

Zum Schutz vor Hochwasser bei Starkregen werde unter Umständen ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, berichtet der Beigeordnete. „Hier ist es für die Förderung der Maßnahme notwendig, dass sich alle Ortsgemeinden der VG daran beteiligen. Dieses Thema soll in den Fraktionen vorbesprochen und in einer der nächsten Sitzungen entschieden werden.“

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