Schifferstadt
Grundschulen: Mittagessen wird wohl teurer
Es ist noch nicht lange her, da haben sich die Mitglieder diverser Ausschüsse und des Stadtrats schon einmal die Köpfe heiß geredet über das Thema Mittagsverpflegung in den Grundschulen Süd und Nord. Denn erst im vergangenen Jahr mussten die Kosten für die Verpflegung der Kleinen neu kalkuliert werden. Nach Vorgaben der Kommunalaufsicht sollten im Elternbeitrag nicht nur der Preis des Caterers, sondern alle Kosten, etwa für Personal, Küchengeräte, Geschirr, Energie, Reinigung der Räume berücksichtigt werden. Allerdings sollen Eltern laut Schulgesetz nicht den vollen Preis bezahlen müssen, sondern im Falle Schifferstadts 80 Prozent der Kosten, den Rest trägt die Stadt. In der Folge war der Elternbeitrag pro Mittagessen von 3,80 Euro auf 4,90 Euro gestiegen.
Allerdings, so hat Beigeordneter Patrick Poss (CDU) am Donnerstag den Hauptausschuss informiert, hat das Cateringunternehmen mitgeteilt, dass aufgrund der allgemeinen Entwicklung der Kosten eine weitere Preiserhöhung erforderlich sei. Und die gilt nun auch schon seit 1. Januar. Für ein Essen verlangt der Mahlzeitenlieferant aus Heidelberg inzwischen 63 Cent mehr. Der Beitrag für die Verpflegung musste also neu kalkuliert werden.
Es gibt Beschwerden über die Qualität des Essens
Gespräche mit den Schulleitungen, den Schulelternbeiräten und dem Unternehmen hätten dazu stattgefunden. Außerdem seien die Eltern in einem Brief über die Preisentwicklung informiert worden.
Regulär würde ein Mittagessen für hungrige Kindermägen nun 6,75 Euro kosten, erläuterte Poss. Da Eltern „sozial angemessen“ beteiligt werden sollen und den Preis nicht voll bezahlen müssen, schlägt die Verwaltung wie bisher eine 80-prozentige Beteiligung der Eltern und damit 5,40 Euro pro Essen vor – ab dem kommenden Schuljahr, das im September beginnt.
Poss kündigte auch an, dass die Verpflegung neu ausgeschrieben werden soll, und zwar europaweit. Diese Ausschreibung solle doch erst einmal abgewartet werden, meinten Dieter Weißenmayer (FWG) und Thomas Lorch (SPD). Sie wollten einer Erhöhung nicht zustimmen, auch angesichts anderer Kostenfaktoren für die Bürger wie der höheren Grundsteuer etwa. „Wir muten da schon viel zu“, meinte Weißenmayer. Es gebe auch Beschwerden über Qualität und Menge des Essens, berichtete Simone Seng (Bürger für Schifferstadt).
„Eine Preiserhöhung macht doch keiner gerne“, versicherte Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne). Jedoch sei sie nicht zu vermeiden. „Wir merken ja alle selbst beim Einkaufen, wie sich die Kosten entwickeln.“ Patrick Poss dämpfte die Erwartungen an eine Neuausschreibung. Man habe schon mit möglichen Interessenten gesprochen. „Billiger wird es nicht“, fürchtete er. Und die weitere Preisentwicklung sei nicht absehbar, ergänzte er auf die Nachfrage, ob es eine Preisgarantie gebe.
Letztlich haben die Mitglieder des Hauptausschusses bei sieben Ja- und vier Nein-Stimmen dem Stadtrat empfohlen, die Kosten für die Mittagsverpflegung an den Schifferstadter Grundschulen ab September auf 5,40 Euro pro Essen festzulegen. Der hat nun am 25. Mai zu entscheiden.