Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschulen haben zu wenige Tablets zum Verleihen

Viele Aufgaben müssen die Schüler während der Schulschließungen zu Hause am Tablet oder am PC erledigen.
Viele Aufgaben müssen die Schüler während der Schulschließungen zu Hause am Tablet oder am PC erledigen.

Die Schulen sind zu, der Unterricht geht weiter – zunehmend digital. Für Kinder aus einkommensschwachen Familien, die keine Computer oder Tablets haben, ist das ein Problem. Das Bildungsministerium schlägt vor, ihnen Tablets zu leihen. Doch das sei kaum möglich, sagen die Rektoren der beiden Bobenheim-Roxheimer Grundschulen.

In einem Elternbrief, den das rheinland-pfälzische Bildungsministerium vor Kurzem verschickt hatte, stand, dass Schüler im Fall der Fälle ein passendes Endgerät aus der Schule ausleihen könnten. „Wir haben schlicht zu wenig Tablets, die wir zur Verfügung stellen können“, erklärt Rektor Andreas Mock von der Rheinschule. Zwar sei die Schule im Dezember im Rahmen des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule“ mit 20 Tablets ausgestattet worden. Diese würden aktuell allerdings von den Lehrern genutzt. Nur so könnten sie Arbeiten der Schüler online schnell und einfach korrigieren oder virtuelle Klassenzimmer einrichten. Weitere Geräte seien zwar bereits bestellt, ein Liefertermin aber noch offen.

Unterstützen möchte Mock trotzdem so gut er kann: „Wenn Familien sich bei uns melden, versuchen wir eine Lösung zu finden“, versichert der Schulleiter. Ein kleine Notfallreserve an Geräten stehe zur Verfügung, unter anderem sein eigenes Arbeitstablet. Alle notwendigen Apps seien für die Kinder schon vorinstalliert. Anspruch hätten aber nur Familien, die tatsächlich keine anderen Möglichkeiten nutzen könnten. Noch in dieser Woche möchte er zunächst über die Elternvertreter den Bedarf ermitteln. Mit konkreten Zahlen könne er an den richtigen Stellen vielleicht schneller etwas bewegen und zum Beispiel die Lieferung der weiteren Schülertablets beschleunigen.

Eltern können schnell leer ausgehen

Die Pestalozzi-Grundschule scheint auf den ersten Blick besser ausgestattet zu sein. Interaktive Whiteboards und iPads sind schon länger Teil des Schulalltags, genauso wie Apps zur Förderung der Lese- und Rechenkompetenz. Doch Schulleiter Martin Lubojanski sieht nicht, dass die ansonsten im Unterricht genutzten Tablets nun einfach von Schülern daheim verwenden werden können. „Es ist auch eine Frage der Haftung. Was geschieht, wenn Geräte beschädigt werden?“, so Lubojanski.

Ihm wäre es lieber, Betroffene würden zunächst andere Möglichkeiten nutzen – beispielsweise das Medienzentrum in Ludwigshafen. Der Haken hierbei: Auch diese Einrichtung besitzt nur sehr wenige Leihgeräte. Fragen zu viele Eltern an, gehen einige leer aus. Lubojanski hofft, dass die meisten Familien auch so zurechtkommen. „Ich glaube, die Eltern sind gut ausgestattet. Bisher hat mich noch keine konkrete Anfrage erreicht“, sagt er.

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