Rhein-Pfalz Kreis
Großniedesheim: Flächennutzungsplaner klärt Ausschuss über eventuelle Dorfentwicklung auf
0,6 Hektar darf Großniedesheim noch an Neubauflächen ausweisen. Das ist der vom Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) raumordnerisch vorgegebene Rahmen. Im neuen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim sollen nun aber sogar 0,7 Hektar ausgewiesen werden.
„Diese geringfügige Überschreitung sollte kein Problem sein“, berichtete Ulrich Villinger vom Ludwigshafener Planungsbüro Piske in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses der Ortsgemeinde. Das Büro war von der VG mit dem Entwurf des neuen Flächennutzungsplans beauftragt worden und hat deshalb alle Ortsgemeinden unter die Lupe genommen.
Der Raumordnungsverband sei gerade dabei, seinen verbindlichen Regionalplan aus dem Jahr 2014 fortzuschreiben, erklärte Villinger. Grundlage sei die bis 2030 prognostizierte Bevölkerungsentwicklung für jede einzelne Kommune. Priorität habe die Innenentwicklung. Erst sollten Baulücken und Leerflächen im Ortskern gefüllt werden, ehe neue Baugebiete erschlossen werden.
Dass man bei der Nachverdichtung jedoch schnell an Grenzen stoße, zeige sich auch in Großniedesheim. So gebe es beispielsweise nördlich und südlich der Rosenstraße größere Gärten. Eine Nachverdichtung sei an der Stelle jedoch praktisch kaum möglich, weil die Flächen nur über eine vorhandene Bebauung erschlossen werden könnten. Besser sehe es westlich der Rosenstraße aus. Fünf Parzellen mit einer Gesamtfläche von 1000 Quadratmetern böten sich für eine Bebauung an. Das Areal befinde sich jedoch in Privatbesitz.
Mögliches Neubaugebiet westlich des Weihergrabens
Ebenfalls als geplante Wohnbaufläche soll ein 0,3 Hektar großes Areal westlich des Weihergrabens in den neuen Plan aufgenommen werden. Die Fläche in der Nähe des ehemaligen Bürger- und Sportzentrums sei prädestiniert für eine Ortsabrundung, sagte Ortsbürgermeister Michael Walther (SPD).
Auch der Bestand wurde auf den neuesten Stand gebracht, wie Villinger erläuterte. Weil der letzte Flächennutzungsplan vor über 20 Jahren aufgestellt wurde, hat sich im Dorf einiges verändert. So sind die beiden Areale Moltersgärten I und II längst bebaut. Gleiches gilt für das Neubaugebiet Im Schenkel II, in dem es aber noch einige Lücken gibt.
Im neuen Flächennutzungsplan nicht mehr enthalten ist zum Beispiel eine Fläche westlich der Kleinniedesheimer Straße, die bislang als geplante Gewerbefläche vorgesehen war. „Dafür besteht kein Bedarf mehr“, betonte Villinger. Gleiches gilt für eine Fläche nördlich des ehemaligen Bürger- und Sportzentrums, die ursprünglich mal für einen zusätzlichen Sportplatz vorgesehen war. Aufgrund der neuen Bebauung an der Eckbachhalle komme man von öffentlichen Wegen aus gar nicht mehr auf das Grundstück, so Villinger. Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat, dem Entwurf des Flächennutzungsplans zuzustimmen.