Waldsee
Großer Zuspruch beim Tag der Feuerwehr
Leon ist eines von zig Kindern, die sich am Sonntag beim Tag der Feuerwehr rund um die Waldseer Sommerfesthalle austoben. „Die Autos gefallen mir am besten“, verrät der Junge aus Otterstadt, der mit seinen Eltern mit dem Rad in die Nachbargemeinde gekommen ist. Gespannt ist er auf die Schauvorführung der Jugendfeuerwehr. „Da würde ich auch gerne mitmachen“, lässt Leon wissen. Zwei Jahre muss der Junge dafür noch warten. Ab zehn ist der Einstieg bei der Jugendfeuerwehr möglich. 14 Jungs und Mädels sind aktuell dabei. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen intensiv auf den Tag heute vorbereitet“, berichtet der Waldseer Jugendwart Nicolai Nicke. Die Jugend sei top in Form. Trotzdem ist die Aufregung gestern groß, denn: „Die Vorführung bestreiten wir mit einer kompletten Neubesetzung.“
Angst vor der eigenen Courage haben die kleinen Floriansjünger nicht. Zwei Trupps werden gebildet. Während die einen damit beginnen, den Angriff aufzubauen, kümmern sich die anderen um die Wasserversorgung. Ein Standard-Löschangriff soll demonstriert werden, sagt Wehrführer Peter Klauß. „Der wird nach der Feuerwehrdienstvorschrift drei durchgeführt“, verweist Nicke auf das Regelwerk, das die angehenden Feuerwehrleute bereits verinnerlichen.
Waldseer schätzen ihre Wehr
Zur Vorführung am Sonntag haben die Jugendlichen ein Holzhaus gebaut, das in Brand gesteckt wird. Die Handgriffe zum erfolgreichen Löschen sitzen. Das gleiche gilt für die Helfer hinter den Ausgabestellen. Rund 100 Ehrenamtliche hat Klauß auf seiner Liste für Samstag und Sonntag vermerkt. Er freut sich über die Besucherfrequenz an den Veranstaltungstagen. „Wir haben mit vielen Leuten gerechnet, aber unsere Vorstellungen wurden übertroffen“, gibt der Wehrführer zu. Wer die Fahrzeugschau begutachtet, entdeckt ein Novum: ein Tanklöschfahrzeug 3000, das der Otterstadter Wehreinheit gehört. „Es ist noch nicht in Dienst gestellt“, informiert Klauß und fügt an: „Die Kollegen werden derzeit geschult. Dann wird das alte Fahrzeug aussortiert.“
Der Wehrführer kann positiv über die zurückliegenden Jahre berichten, was das Personal angeht. „Wir haben 14 neue Kameraden verpflichtet“, sagt er. Einige seien von der Jugendfeuerwehr gekommen, einige hätten den Weg zurück gefunden, andere seien Quereinsteiger gewesen. Dass die Waldseer Bevölkerung hinter ihrer Wehr steht, ist durch den Zuspruch deutlich zu sehen. Auch wenn die Gewalt gegen Hilfskräfte laut Klauß immer noch eine Rolle spielt, hat die Pandemie auf der anderen Seite eines bewirkt: „Die Leute schätzen wieder wert, was wir tun.“ Und der Nachwuchs eifert den großen Vorbildern nach.