Rhein-Pfalz Kreis Große Ehre für großen Sportler

Schifferstadt. Zwei WM- und drei EM-Goldmedaillen sowie Olympiasilber 1980 in Moskau – das sind die wichtigsten Erinnerungsstücke an eine große Ringerkarriere. Ein Jahr lang dokumentiert eine am Samstag im Schifferstadter Ringermuseum eröffnete Ausstellung die sportliche Vita des ehemaligen Weltklasseringers für die damalige DDR, Uwe Neupert. Bei der Eröffnung erfuhren die rund 100 Gäste auch viel über den Menschen Uwe Neupert.
Mit den ehemaligen DDR-Freistilnationaltrainern Willi Tepper und Wolfgang Nitschke erinnerten zwei seiner langjährigen Wegbegleiter an die Zusammenarbeit mit dem Halbschwer- und Schwergewichtler. Tepper würdigte die Konstanz, mit der Neupert in den 13 Jahren seiner internationalen Laufbahn immer wieder Podestplätze erkämpfte. „Bis auf 1987, wo er verletzt war, hat er jedes Jahr eine internationale Medaille gewonnen“, verdeutlichte Tepper. Als Neupert bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau durch die umstrittene Niederlage gegen Sanassar Oganessian (Sowjetunion) die Goldmedaille verpasste, habe er nicht die Schuld bei den Kampfrichtern gesucht, sondern Selbstkritik geübt, erinnerte Tepper. Nach Niederlagen wieder aufzustehen und weiterzukämpfen, das habe Neupert ausgezeichnet. Gleichzeitig sei sein damaliger Schützling ein sensibler Sportler gewesen. Nachdem er bei der Weltmeisterschaft 1980 in Mexiko-Stadt seinen Auftaktkampf gegen den Westdeutschen Peter Neumair verloren habe, habe er „geheult wie ein kleines Kind“ – und dann trotzdem noch den Titel gewonnen, erinnerte sich Tepper. „Er war der unangefochtene Stolz des DDR-Freistilringens. Seine Ehrlichkeit und Offenheit waren beeindruckend“, sagte Teppers Nachfolger Wolfgang Nitschke. Der Freistil-Bundestrainer und Sportdirektor des Deutschen Ringer-Bundes erinnerte sich an die Olympischen Spiele 1988 in Seoul, wo sich Neupert nach langer Verletzungspause wieder zurückmeldete, die erhoffte Medaille aber durch die Niederlage gegen Leri Chabelow (UdSSR) verlor. Von den Sportfunktionären schon fast abgeschrieben, habe Neupert seine Laufbahn damals beenden wollen, aber bei einem gemeinsamen Urlaub habe er ihn zum Weitermachen überreden können. Seine Karriere beendete Neupert 1989 mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften im schweizerischen Martigny. „So geht ein Gigant von der Matte, habe ich damals gesagt“, erinnerte sich Nitschke. „Ich bin sehr gerührt und überrascht, welchen Zuspruch diese Ausstellung gefunden hat“, betonte Neupert und dankte besonders dem Leiter des Ringermuseums, Jürgen Fouquet, der die Ausstellung konzipiert hatte. Zu den Gästen zählten unter anderem der Präsident des Sportbundes Pfalz, Dieter Noppenberger, Ludwig Schacker, Präsident des Ringerverbandes Pfalz, Olympiasieger Pasquale Passarelli, der ehemalige Bundestrainer Heinz Ostermann und Ex-Weltmeister Roland Gehrke. Eine von Neuperts Trophäen fehlt allerdings in der Ausstellung: der Pokal, den ihm seine Tochter Kati mit den Worten „für den besten Papa der Welt“ überreicht hatte.