Rhein-Pfalz Kreis Goldenen Hut wieder populär gemacht

Schifferstadt/Ludwigshafen. Außergewöhnliche ehrenamtliche Leistungen im kulturellen Bereich würdigt die Kulturstiftung der ehemaligen Kreissparkasse Rhein-Pfalz jährlich mit einem Kulturförderpreis. Die mit 5000 Euro dotierte Anerkennung hat nun Oskar Schmidt im Alten Rathaus in Schifferstadt entgegennehmen können.
Der pensionierte Biologe und Hobby-Historiker sei mit dem Preis bedacht worden, weil er mit dem Schifferstadter Verein für Heimatpflege zusammen den Goldenen Hut wieder populär gemacht habe, teilte die Sparkasse Vorderpfalz mit. Mit seinem langjährigen Engagement habe er dazu beigetragen, dass das Historische Museum in Speyer, wo das 1835 entdeckte Original ausgestellt ist, demnächst bei der Unesco beantragt, das bedeutsame Artefakt aus der Bronzezeit als Weltdokumentenerbe anzuerkennen. „Ihre Initiative wollten wir nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützen“, erklärte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Landrat Clemens Körner (CDU). Die Jury habe den Preisträger 2015 aus sechs Vorschlägen ausgewählt. „Die Mitteilung hat mich völlig überrascht“, verriet Schmidt bescheiden. Er fühle sich geehrt und werde sich bemühen, die in seine Arbeit gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Zugleich hob er hervor, dass die Kulturstiftung ihm die Auszeichnung stellvertretend für alle verliehen habe, die sich in den vergangenen Jahrzehnten wissenschaftlich mit dem Goldenen Hut beschäftigten. Damit werde das Engagement einer nahezu unüberschaubaren Anzahl von Personen gewürdigt, die sich um das Artefakt und den Fundort verdient machten. Der 66-Jährige dankte den Vorsitzenden des Arbeitskreises II, Günter Klutinius und Karsten Möller, die ihn vorgeschlagen hatten. Der Arbeitskreis habe sich mit der Stadtverwaltung viele Jahre für die Aufwertung des Goldenen Huts eingesetzt. Darüber hinaus gab Schmidt zu bedenken, dass der Fundort in einer europaweit hochrangigen archäologischen Fläche liegt. Diese sei von der Zerstörung durch Landwirtschaft und Raubgräber bedroht. „Ich appelliere an das Bundesland Rheinland-Pfalz, dass es unsere Landesarchäologie und andere zuständige Stellen in Zukunft mit den finanziellen, personellen und rechtlichen Mitteln ausstattet, die für den Schutz erforderlich sind“, sagte er. Daneben regte er an, den archäologischen Erlebnisweg in Schifferstadt an den Haltepunkten mit angemessenen Informationstafeln zu versehen. Das sei in zwei bis drei Jahren erreichbar. Die Schifferstadter Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) freute sich, dass ein Einwohner der Stadt diesen Preis erhielt. Oskar Schmidt habe ihn verdient. „Er hat sich bereits vor zehn Jahren dafür eingesetzt, dass der Goldene Hut den Rang bekommt, der ihm gebührt“, erklärte sie. Er habe schon damals die Bedeutung für die Stadt erkannt, nicht zuletzt in Hinblick auf Tourismus und Marketing. Zugleich erinnerte auch sie daran, dass der Preisträger auf den Schultern anderer stehe, allen voran des Vereins für Heimatpflege, der dem Goldenen Hut im Heimatmuseum einen eigenen Raum gewidmet hat. Mittlerweile ist der Weg zum Fundort ausgeschildert, und Autobahnschilder weisen auf den bedeutenden Fund hin.