Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Globus: Umbau für neue Partner irritiert Kunden

Unter ein Dach mit dem Einzelhändler Globus ziehen zwei neue Geschäfte am Standort Bobenheim-Roxheim.
Unter ein Dach mit dem Einzelhändler Globus ziehen zwei neue Geschäfte am Standort Bobenheim-Roxheim.

Einkaufen kann während der Pandemie zum Spießrutenlauf werden. Fast nirgendwo sonst kommen so viele Menschen an einem Ort zusammen. Im Globus Bobenheim-Roxheim zerrt der umfassende Umbau des Markts an den Nerven. Denn nichts findet sich mehr dort, wo es einmal war. So mancher fragt sich: Muss das gerade jetzt sein?

Seit Mitte April befindet sich der Globus im Südring 2 in Bobenheim-Roxheim im Wandel. Die Verkaufsfläche wird nach und nach umstrukturiert, mit veränderten Gängen und Laufwegen sowie anders einsortierten Waren. Das ärgert einige Kunden, zum Beispiel Rita Marx. „Ich bin zurzeit wegen der Pandemie froh, wenn es schnell geht“, sagt die 69-Jährige. Unter normalen Umständen sei ein Umbau ja gang und gäbe. Die Frankenthalerin findet es allerdings unmöglich, dass Globus so große Veränderungen in einer Zeit vornimmt, in der man Kontakte zu anderen auf ein Minimum beschränken soll. Dadurch müssen Kunden aus ihrer Sicht unnötig lange im Markt bleiben. „Zu viele Menschen irren umher, weil sie nichts finden“, merkt sie an. Sie selbst brauche etwa doppelt so lange wie bisher für ihren Einkauf. „Für mich als Kundin ist die Situation momentan eine Zumutung.“

Zwei neue Geschäfte auf 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche

Der Geschäftsleiter des Globus Bobenheim-Roxheim, Carsten Karger, kann den Unmut verstehen. „Eine Umbauphase ist nie schön“, räumt er ein. Sie sei aber nötig, um Platz für zwei neue Partner am Standort zu machen: 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche gibt Globus an ein neues Modegeschäft und eine Action-Markt-Filiale ab. Der niederländische Discounter verkauft nach dem Sonderpostenprinzip unter anderem billige Dekoration sowie Spielzeug, Haushaltswaren, Gartenausstattung und Textilien. Die zwei Geschäfte sollen laut Karger die Attraktivität des Standorts steigern.

Der Umbau sieht auch die Erneuerung der Beleuchtung im Markt und eine neue Struktur bei Warengruppen vor. So sollen unter anderem gluten- und laktosefreie sowie vegetarisch/vegane Produkte an einem Ort gebündelt werden. „Zwar werden wir unsere Fläche verkleinern, aber dennoch unser Sortiment deutlich ausweiten“, kündigt Karger an. Alle 220 Mitarbeiter am Standort bleiben demnach weiter beschäftigt.

Umbau schon vor zwei Jahren beschlossen

Karger betont, die Entscheidung für den Umbau sei schon vor zwei Jahren gefallen. „Da haben wir noch nicht über Corona gesprochen.“ Eine Verschiebung des Umbaus sei aufgrund von aktuellen Verträgen mit Partnern und Baufirmen nicht möglich. Für Kundin Marx ist das kein Argument, schließlich müssten alle derzeit Einschränkungen hinnehmen oder Pläne wegen der Corona-Krise umwerfen. Für die Frankenthalerin ist das Chaos beim Einkauf ein Unding. „Da hätten sie den Markt lieber vier Wochen ganz geschlossen für den Umbau, damit es schneller geht“, meint sie.

Obwohl Marx jahrelang im Globus eingekauft hat, meidet die 69-Jährige den Markt, solange der Umbau noch nicht abgeschlossen ist. Ende Juni, so hofft Globus-Geschäftsleiter Karger, sollen alle Sortimente an ihrem neuen Platz auf den verbliebenen 5500 Quadratmetern Verkaufsfläche stehen. Als Orientierungshilfe bekommen Kunden einen Plan an die Hand, aus dem hervorgeht, wo nun welche Produkte zu finden sind. Zudem seien die Warengruppen gut ausgeschildert. Man versuche, die Beeinträchtigungen auf ein geringes Maß zu reduzieren, so Karger. Nur wenige Kunden hätten sich bei ihm über die Umbaumaßnahmen beschwert. „Die meisten freuen sich über die neuen Partner“, ist er sich sicher.

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